Husten ist nicht gleich Husten

 Keuchhusten ist hoch ansteckend. Betroffene müssen unbedingt zuhause bleiben. In Bad Berleburg sind seit Januar 40 Fälle der Infektionskrankheit aufgetreten. Symbolfoto: Archiv
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sz/ja - Keuchhusten gehört aufgrund seiner hohen Ansteckungsgefahr seit 2013 zu den meldepflichtigen Krankheiten. Selbst der Verdacht muss angezeigt werden. Seit Anfang des Jahres sind in Bad Berleburg gehäuft Fälle von Keuchhusten aufgetreten, erklärte das Kreisgesundheitsamt in einer Pressemitteilung. Bisher seien 40 Fälle bekannt – insbesondere Kinder und Jugendliche waren bzw. sind von der Infektionskrankheit betroffen.

Das bestätigt auch Dr. Leif Wolter. „Seit Januar kam es zu einer ungewöhnlichen Häufung von an Keuchhusten Erkrankten“, erklärt der Bad Berleburger Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Seitdem bestehe enger Kontakt zum Kreisgesundheitsamt, das wiederum bei jedem gemeldeten Fall Kontakt mit dem Betroffenen aufnehme und das weitere Vorgehen abspreche. Daneben gibt der Kreis Siegen-Wittgenstein derzeit Informationsblätter an alle Schulen und Kindergärten raus. Betroffene Kinder und Jugendliche müssen unbedingt zu Hause bleiben.

Ohne Antibiotika-Behandlung sei frühestens drei Wochen nach Beginn der Krankheitssymptome wieder ein Schul- oder Kitabesuch möglich, mit Antibiotika-Behandlung frühestens nach fünf Tagen. Kontaktpersonen – zum Beispiel Kinder aus der gleichen Familie oder aus der gleichen Einrichtung – könnten jedoch weiter zur Schule oder zur Kita gehen, solange sie keinen Husten haben.

„Die Ansteckung bei Keuchhusten erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Anhusten“, erläutert Dr. Christoph Grabe. Beim Ausbruch der Erkrankung können über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen Erkältungssymptome auftreten. „Das einzig typische Symptom für Keuchhusten ist dann der einsetzende und zum Teil länger bestehende Husten, der auch bei Erwachsenen immer zu einer Untersuchung auf Keuchhusten führen sollte“, erklärt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes weiter.

Aber: „Nicht jeder, der Husten hat, ist gleich an Keuchhusten erkrankt“, sagt Dr. Leif Wolter. Tritt der typische anhaltende Husten auf, sollte aber in jeden Fall ein Kinder- oder Hausarzt aufgesucht werden. „Schon beim reinen Verdacht auf eine Keuchhustenerkrankung, also auch noch, bevor die Untersuchungsergebnisses vorliegen, darf das Kind die Schule bzw. den Kindergarten nicht besuchen, bis das Untersuchungsergebnis da ist“, unterstreicht Dr. Christoph Grabe. Das Kreisgesundheitsamt empfiehlt außerdem eine Überprüfung bzw. Auffrischung des Impfschutzes. Denn: Wer einmal an Keuchhusten erkrankt war, entwickelt dadurch keinen sicheren körpereigenen Schutz. Man kann also auch mehrfach an Keuchhusten erkranken. Deshalb sei eine regelmäßige Impfung wichtig. „Viele Menschen, insbesondere jüngere, besitzen einen Impfschutz gegen Keuchhusten.“ Mit zunehmendem Alter nimmt der aber ab. „Diese Empfehlung gilt ausdrücklich auch für Erwachsene. Das wird häufig vergessen“, mahnt Dr. Leif Wolter.

Durch die Schutzimpfung können Erwachsene sich selbst, aber auch ihre Kinder und Säuglinge schützen. „Bei sehr engem Kontakt zu nachweislich Erkrankten kann neben dem Schließen von Impflücken auch eine kurzfristige antibiotische Therapie empfohlen werden, insbesondere, wenn in der Familie Neugeborene, ungeimpfte Säuglinge oder Kinder mit Herz- oder Lungenkrankheiten leben“, so Dr. Christoph Grabe. Dr. Leif Wolter gibt zumindest vorsichtig Entwarnung: „Die Zahl der Betroffenen scheint gut rückläufig zu sein.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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