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Siegener Gymnasium ist Vorreiter
Hybrid-Unterricht am "EVAU"

Die neuen Regelungen am Ev. Gymnasium gelten zunächst einmal bis zu den Weihnachtsferien.

sz/ihm Weidenau. Das Ev. Gymnasium Siegen (EVAU), als Ersatzschule in Trägerschaft des Ev. Kirchenkreises Siegen, hat vor zwei Wochen eine Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht („Hybrid“) eingeführt, wie erst jetzt bekannt wurde.
Seit sich in der Corona-Pandemie die Quarantänefälle häufen, die z. T. ganze Schulen zum Erliegen bringen, denken Pädagogen über andere Unterrichtsformen nach. Für die staatlichen Schulen in NRW blieben, anders als im benachbarten Hessen, Alternativüberlegungen aber verschlossen. Schulministerin Yvonne Gebauer hat die Weisung ausgegeben, dass die staatlichen Schulen im Präsenzunterricht zu bleiben haben. Ausnahmen gibt es nur in eng umgrenztem Rahmen.
Voraussetzung ist gute AusstattungHier setzten die Überlegungen des EVAU an.

sz/ihm Weidenau. Das Ev. Gymnasium Siegen (EVAU), als Ersatzschule in Trägerschaft des Ev. Kirchenkreises Siegen, hat vor zwei Wochen eine Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht („Hybrid“) eingeführt, wie erst jetzt bekannt wurde.
Seit sich in der Corona-Pandemie die Quarantänefälle häufen, die z. T. ganze Schulen zum Erliegen bringen, denken Pädagogen über andere Unterrichtsformen nach. Für die staatlichen Schulen in NRW blieben, anders als im benachbarten Hessen, Alternativüberlegungen aber verschlossen. Schulministerin Yvonne Gebauer hat die Weisung ausgegeben, dass die staatlichen Schulen im Präsenzunterricht zu bleiben haben. Ausnahmen gibt es nur in eng umgrenztem Rahmen.

Voraussetzung ist gute Ausstattung

Hier setzten die Überlegungen des EVAU an. Aufbauend auf einer sehr guten IT-Ausstattung, die bereits für in Quarantäne befindliche Schüler und Distanzlehrer (Vorerkrankungen) zum Einsatz kam, hat man ein Hybrid-Unterrichtsmodell entwickelt. Grundbaustein dafür: Alle Schüler und Schülerinnen verfügen über entsprechende Endgeräte bzw. haben Zugriff auf solche. So konnte ein Modell eines geteilten Unterrichts nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) entwickelt werden.
Mit der Lerngruppenteilung wird einer Empfehlung des RKI gefolgt, das zu einer Teilung von Lerngruppen ab einem Inzidenz-Wert von 50 rät. Mit der Einführung von geteilten Lerngruppen soll sich die Zahl der Menschen, die sich im Schulgebäude aufhalten, erheblich reduzieren. Im Sinne einer Infektionsprävention soll eine drohende Zunahme von Quarantänemaßnahmen auf Seiten der Schüler wie der Lehrer abgewendet und ein geregelter Unterricht in kleineren Gruppen gewährleistet werden.
Wie sieht das Hybrid-Modell aus?

  • Die Klassen 7 bis 9 sowie die Jahrgangsstufen EF und Q1 werden halbiert und in einer A- und B-Woche alternierend in Präsenz und Distanz unterrichtet.
  • Die Klassen der Erprobungsstufe (5 und 6) sowie die Jahrgangsstufe Q2 (Abiturjahrgang) sind von der Maßnahme nicht betroffen, sie werden weiterhin als ganze Lerngruppen in Präsenz unterrichtet. 
  • Klassenarbeiten und Klausuren finden grundsätzlich in Präsenz für die Gesamtlerngruppen statt. Allerdings kommen die Schüler und Schülerinnen, die sich zum Zeitpunkt der Arbeit in der „Distanzwoche“ befinden, nur zu ihrer Klassenarbeit/Klausur und verlassen die Schule umgehend danach wieder. 
  • Eine möglichst enge Verzahnung von Präsenzunterricht und Distanzlernen wird angestrebt, allerdings ist eine permanente Zuschaltung der sich in der Distanz befindenden Schüler technisch nicht immer möglich und auch nicht notwendig. 
  • Es wird verschiedene Formen der Verknüpfung von Präsenz- und Distanzlernen geben, eine Reglementierung über die Fächer, Lerngruppen und Lehrende hinweg ist nicht angestrebt. So gibt es natürlich auch in Abhängigkeit von den jeweils vorherrschenden technischen Bedingungen für die Schüler in Distanz die Möglichkeit der Zuschaltung oder auch der Bearbeitung von bereitgestellten Aufgaben. Wichtiges Kriterium ist hierbei natürlich auch immer die jeweilige Thematik und die Abhängigkeit vom Selbstständigkeitsgrad der Schüler. 
  • Aufgaben werden zu den jeweiligen Unterrichtsstunden bereitgestellt, am Ende der Stunde können die Schüler im Distanzlernen bearbeitete Aufgaben über das Videokonferenz-Tool „Teams“ dem Lehrer zusenden. Hier ist absolute Transparenz hinsichtlich der jeweiligen Erwartungen nötig. 
  • Unterrichtszeit ist grundsätzlich eine Zeit der Erreichbarkeit über „Teams“, wobei diese Erreichbarkeit wechselseitig zu verstehen ist, d. h. Schüler in Distanz sind für die Lehrer erreichbar und umgekehrt. Eine solche Erreichbarkeit über „Teams“ bedeutet aber nicht eine permanente Arbeit am Bildschirm, weil man das vor allem für die jüngeren Jahrgangsstufen nicht für machbar hält. 

Eltern und Schüler im Boot

Die Regelungen wurden sehr frühzeitig mit den Eltern kommuniziert und deren Meinung dazu abgefragt. Die Rückäußerungen waren positiv. Ebenso wurden die Schüler und Schülerinnen in die Diskussion mit einbezogen. Die Schulkonferenz hat das Hybrid-Modell einstimmig befürwortet. Auch die Schulpflegschaft sprach sich einstimmig dafür aus.
Auf einstimmige Empfehlung des Kuratoriums hat der Kreissynodalvorstand der Einführung des Hybrid-Modells zugestimmt nachdem auch die Bezirksregierung Arnsberg ihr Plazet gegeben hatte.
Die Erfahrungen mit diesem Modell, das – falls die Inzidenz im Kreis nicht unter 50 fällt – zunächst bis zu den Weihnachtsferien gilt, werden engmaschig evaluiert (wöchentlich in der gesamten Schulgemeinde). Die ersten zweieinhalb Wochen sind nach Angaben von Schulleiterin Beate Brinkmann sehr ermutigend verlaufen, der Hybrid-Unterricht klappe gut.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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