Bezirksschülervertretung fordert Rückkehr zur Präsenz
Hybridunterricht: Schüler wollen wieder in die Schule

Leere Klassenräume – wie hier in der Grundschule Kredenbach – sind aus Sicht der Bezirksschülervertretung keine Lösung.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

js Siegen/Bad Berleburg. Wann geht es wieder zurück in die Schule? Diese Frage dürfte dieser Tage so gut wie jede Familie umtreiben. Wann hat die Beschulung zu Hause – oftmals in belastender Kombination mit dem Homeoffice der Eltern – ein Ende? Berlin hat den allgemeinen Lockdown um weitere zwei Wochen verlängert, und auch die Düsseldorfer Landesregierung möchte nun noch bis mindestens Mitte Februar am Distanzunterricht an den Schulen in NRW festhalten. Die Meinungen dazu sind geteilt, sowohl die der Experten als auch die der Betroffenen. Und überhaupt: Ist dieses Schuljahr noch zu retten?

Die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) plädiert dafür, kein Kind sitzenbleiben zu lassen in diesem speziellen Corona-Jahr. Anders sieht es offenbar der Deutsche Familienverband, dessen NRW-Landesvorsitzende Petra Windeck über das genaue Gegenteil nachdenkt: Ihrer Meinung nach könnten alle „auf der Stelle stehen bleiben“. Man könne aufhören, von den Eltern zu verlangen, dass sie als Lehrer fungierten. Kurzum: „Alle bleiben sitzen!“ Dafür jedoch, so lässt es sich leicht ausmalen, müssten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden – entweder in den Schulen, die zusätzliche Klassen unterbringen müssten. Oder eben Kitas, in denen die „i-Dötzchen“ ein ganzes Jahr länger bleiben müssten.

Müsse Wahlmöglichkeit geben 

 Auch aus der Schülerschaft werden Positionen laut. „2021 dürfen Abschlussprüfungen nicht wie gewohnt stattfinden“, fordert die Landesschülervertretung NRW. Es sei klar, dass sowohl inhaltliche Lücken verschiedenster Art von Schule zu Schule bestünden, darüber hinaus fehle es den Schülern an Übung mit den Prüfungsformaten. Es müsse eine Wahlmöglichkeit geben zwischen dezentralen Prüfungen und einer Durchschnittsnote für den Abschluss.

Auch auf Kreisebene gibt es eine Wortmeldung: Die Bezirksschülervertretung (BSV) Siegen-Wittgenstein fordert eine möglichst baldige Rückkehr zum  Präsenzunterricht. Die Schulen noch bis zum 14. Februar komplett zu schließen, wäre ein „großer Fehler“, erklärte Bezirksschülersprecher Jost Hoffmann, selbst Schüler des Allenbacher Gymnasiums Stift Keppel. „Insbesondere für jüngere Stufen und für Abschlussklassen ist Präsenzunterricht zwingend erforderlich.“ Wichtig sei der BSW eine differenzierte Betrachtung der Jahrgänge. „Es sollte auch kein Zwang zur Präsenz sein, sondern ein Angebot“, sagte Hoffmann im SZ-Gespräch.

Hybridunterricht als Lösung

Für viele Schüler sei der Austausch mit Gleichaltrigen ausgesprochen wichtig. Die Schüler der gymnasialen Qualifikationsphase und der Abschlussklassen bräuchten zudem den Präsenzunterricht, um Stoff zu wiederholen und direkt mit den Lehrern zu interagieren. Das Entfallen von direktem, zwischenmenschlichem Kontakt habe einen negativen Einfluss auf das Lernen. Die Lösung könnte aus Sicht der Schülersprecher ein Hybridunterricht sein. „Mindestens die Jahrgangsstufe 5 und die Abschlussklassen müssen die Schule regelmäßig besuchen können“, findet Jost Hoffmann. Durch Mindestabstand, Maskenpflicht und das klare Trennen von Stufen bzw. Klassen am Schulhof und im Gebäude lasse sich die Infektionsgefahr drastisch reduzieren. Wichtig sei nicht zuletzt der Infektionsschutz an der Bushaltestelle, am Bahnsteig und allgemein im ÖPNV.

Gut finden es die hiesigen Schülersprecher, dass die Landesregierung allen Schülern, mit Ausnahme derer, die einen Abschluss erhalten, die Versetzung ermöglichen wolle.

Die aktuelle Schulschließung stelle im Vergleich zu der im März des vergangenen Jahres kaum Fortschritte dar – „zur Belastung aller Beteiligten“. Die Bezirksschülervertretung hoffe auf ein baldiges Ende der allgemeinen Schulschließung, denn: „Präsenzunterricht ist möglich und auch notwendig“, erklärte Jost Hoffmann.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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