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Hennche Fleisch- und Wurstwaren
Hygiene ist das oberste Gebot

Hygiene, Sauberkeit und Ordnung - die Einhaltung aller Vorgaben behält Stefan Hintz, Betriebsleiter und Prokurist bei Hennche Fleisch- und Wurstwaren GmbH, stets im Blick.
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  • Hygiene, Sauberkeit und Ordnung - die Einhaltung aller Vorgaben behält Stefan Hintz, Betriebsleiter und Prokurist bei Hennche Fleisch- und Wurstwaren GmbH, stets im Blick.
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cs Eiserfeld. An dieser Schranke führt kein Weg vorbei: Wer die Produktionshallen der Hennche Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Eiserfeld betreten möchte, muss sich gründlichst die Hände waschen, trocknen und desinfizieren – der Computer kennt kein Pardon, alle Schritte sind auf die Sekunde genau vorgegeben, erst dann klappt die metallene Barriere hoch. „Hygiene ist bei uns das oberste Gebot“, sagt Betriebsleiter Stefan Hintz. Natürlich war das bereits lange vor der Corona-Pandemie der Fall, in diesen Tagen aber sieht sich die Fleischindustrie heftigster Kritik ausgesetzt, wieder einmal.

Nachdem sich in Schlachtbetrieben Hunderte Mitarbeiter mit dem Virus infiziert hatten, geriet die Branche abermals mächtig in Verruf. „Das ärgert einen schon sehr“, sagt Stefan Hintz.

cs Eiserfeld. An dieser Schranke führt kein Weg vorbei: Wer die Produktionshallen der Hennche Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Eiserfeld betreten möchte, muss sich gründlichst die Hände waschen, trocknen und desinfizieren – der Computer kennt kein Pardon, alle Schritte sind auf die Sekunde genau vorgegeben, erst dann klappt die metallene Barriere hoch. „Hygiene ist bei uns das oberste Gebot“, sagt Betriebsleiter Stefan Hintz. Natürlich war das bereits lange vor der Corona-Pandemie der Fall, in diesen Tagen aber sieht sich die Fleischindustrie heftigster Kritik ausgesetzt, wieder einmal.

Nachdem sich in Schlachtbetrieben Hunderte Mitarbeiter mit dem Virus infiziert hatten, geriet die Branche abermals mächtig in Verruf. „Das ärgert einen schon sehr“, sagt Stefan Hintz. Dass einige wenige „schwarze Schafe“ der gesamten Fleischindustrie derartigen Schaden zufügen, sei das eine, „und jetzt werden alle über einen Kamm geschoren“, so der 52-Jährige. Dabei laufe bei der Mehrzahl der Betriebe alles gewissenhaft und vor allem sauber ab.

Bei Hennche arbeiten nur fest Angestellte

So wie bei Hennche. Das inzwischen in vierter Generation geführte Familienunternehmen dürfte von dem jüngst vom Bundeskabinett beschlossenen verschärften Arbeitsbedingungen für die Fleischindustrie kaum betroffen sein. „Wir beschäftigen grundsätzlich nur eigene Leute, alle fest angestellt und hier aus der Region“, erklärt Stefan Hintz stolz, dass man bei Hennche nicht auf die umstrittenen und bald verbotenen Werkverträge zurückgreifen muss. Vielmehr setze man auf anständige Bezahlung und ein gutes Betriebsklima.

Pro Woche werden in Eiserfeld etwa 20 Tonnen Wurst produziert.

Mit den Werkverträgen holte die Branche saisonale Arbeitskräfte aus dem Ausland in die Betriebe, unter teils prekären Arbeits- und vor allem Unterkunftsbedingungen – in den betreffenden Schlachthöfen ein idealer Nährboden für das Coronavirus. Hintz, seit 2017 Prokurist bei Hennche, war einst selbst in einem Unternehmen tätig, der von den Werkverträgen rege Gebrauch machte – da sei alles ordnungsgemäß abgelaufen, „es gibt also auch viele solcher Betriebe, die vorbildlich produzieren“. Dennoch, Hennche ist in der glücklichen Position, nicht auf solcherlei Praktiken angewiesen zu sein.

Schulungen, Zertifikate und regelmäßige Überprüfungen

Die Maßnahmen hinsichtlich der Hygiene sind vielfältig: Die knapp 50 Mitarbeiter in der Produktion an der Eiserntalstraße – hier werden pro Woche etwa 20 Tonnen Wurst hergestellt – werden mindestens einmal im Jahr umfangreich geschult, regelmäßig wandern Produkt- und Wasserproben in unabhängige Institute zur Untersuchung. Schummeln ist nicht drin: Zum Erhalt der Zertifikate ist stets ein Audit nötig, immer wieder schauen zudem die wachsamen Mitarbeiter des Kreisveterinäramts vorbei – unangemeldet, versteht sich.
Wieviel sich Hennche die hygienischen Standards jedes Jahr kosten lässt, vermag Stefan Hintz nicht exakt zu beziffern, klar ist aber: Auf Ordnung und Sauberkeit legt das Unternehmen als Lieferant für den Lebensmitteleinzelhandel und Großküchen größten Wert. In der Tat, wer sich in den Hallen umschaut, findet blitzsaubere Maschinen, Gerätschaften und Lagerräume vor. In Zeiten des tückischen Virus habe man die Maßnahmen noch einmal angezogen, die Produktion etwa geteilt, um im Falle einer Infektion nicht den ganzen Betrieb lahmzulegen, sagt Stefan Hintz. „Für uns ist das aber nichts neues.“

Keine Umsatzeinbußen befürchtet

Ob Fleischwaren durch die verschärften Arbeitsschutzregeln – manches Großunternehmen droht übrigens mit der Abwanderung ins Ausland – insgesamt teurer werden, dazu möchte Stefan Hintz keine Prognose abgeben. Da Hennche schon längst kein konventionelles Fleisch mehr bezieht, sondern voll auf regionale Erzeugnisse von Rind und Schwein setzt, müssen Kunden in den Filialen oder im Supermarkt für die hauseigenen Produkte ohnehin ein paar Cent mehr auf den Tisch legen.
Das sei es den Leuten in der Region wert, sagt Stefan Hintz und befürchtet durch die jüngsten Negativschlagzeilen keine Auswirkungen auf den Absatz.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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