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Tätowiererin und Kosmetikerin kritisieren den Lockdown
Hygiene wie in der Klinik

Larissa Gerlach ist ausgesprochen sauer, dass ihr Studio schließen musste.
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ap Siegen. Eine Woche Lockdown ist vorüber, Supermärkte sind wie selbstverständlich geöffnet, auch Shopping-Malls dürfen ihre Kunden willkommen heißen. Tätowierstudios und Kosmetik-Anbieter hingegen fallen unter die strengen Corona-Schutzverordnungen, sie müssen geschlossen bleiben. Die SZ hat sich umgehört und Stimmen gesammelt.
„Fühle mich sehr ungerecht behandelt“Im Tätowierstudio Atelier 7 stößt das auf wenig Gegenliebe. „Wieso müssen ausgerechnet wir jetzt wieder schließen?“ Larissa Gerlach ist schon ein bisschen verzweifelt: „Wir haben ein hochsteriles Hygienekonzept, wie in einem Krankenhaus.“ Und das sei auch vor den erweiterten Corona-Auflagen schon so gewesen.

ap Siegen. Eine Woche Lockdown ist vorüber, Supermärkte sind wie selbstverständlich geöffnet, auch Shopping-Malls dürfen ihre Kunden willkommen heißen. Tätowierstudios und Kosmetik-Anbieter hingegen fallen unter die strengen Corona-Schutzverordnungen, sie müssen geschlossen bleiben. Die SZ hat sich umgehört und Stimmen gesammelt.

„Fühle mich sehr ungerecht behandelt“

Im Tätowierstudio Atelier 7 stößt das auf wenig Gegenliebe. „Wieso müssen ausgerechnet wir jetzt wieder schließen?“ Larissa Gerlach ist schon ein bisschen verzweifelt: „Wir haben ein hochsteriles Hygienekonzept, wie in einem Krankenhaus.“ Und das sei auch vor den erweiterten Corona-Auflagen schon so gewesen.
Die Siegener Tätowiererin ist sauer: „Warum dürfen Frisöre weiterhin so nah an den Köpfen der Kunden arbeiten, während wir den Betrieb jetzt wieder komplett einstellen müssen? Ich fühle mich einfach sehr ungerecht behandelt.“ Miete, Steuern und Versicherungen liefen ja trotzdem weiter. „Wirtschaftlich ist das eine absolute Katastrophe für mich“, beklagt die junge Alleinunternehmerin.
Auch der organisatorische Aufwand sei enorm. Eigentlich sei sie das nächste halbe Jahr schon komplett ausgebucht, aber alle diese Termine müssten nun verschoben werden – auf unbestimmte Zeit. „Wir verstehen die Regelung alle nicht. Natürlich ist ein Tattoo nicht zwingend notwendig, aber ich lebe nun mal davon.“

Wie ein „Beruf zweiter Klasse“

Im Kosmetikbereich ist es nicht viel anders. „Ich bin nicht sauer, aber ich glaube, es ist zu einfach, jetzt auf der Politik herumzuhacken“, nimmt Lisa Hein vorweg. Grundsätzlich sollten die Leute vor dem Virus geschützt werden, findet sie. Aber ob eine Schließung ihres Kosmetikstudios der richtige Ansatz sei, das wisse sie nun wirklich nicht. „Ich fühle mich, als würde ich einen Beruf zweiter Klasse ausüben. Da spreche ich sicher für viele aus meiner Branche“, sagt die Inhaberin verzweifelt. „Uns trifft es dieses Jahr wirklich besonders hart.“
Das liege mitunter auch daran, dass der Aufwand durch Terminverschiebungen enorm sei. „Den Mehraufwand zahlt uns aber keiner. Das ist alles einfach nicht gut genug durchdacht“, so ihr Eindruck. „Ich bin in der glücklichen Position, dass ich finanzielle Rücklagen habe, aber auch ich komme so langsam nervlich und finanziell an meine Grenzen“, sagt die Kosmetikerin. Im Dienstleistungssektor arbeite man ohnehin nur knapp über dem Mindestlohn. Die Selbstständige sorgt sich auch um ihre Mitarbeiter: „Wie sollen die denn so Rücklagen bilden? Durch den zweiten Lockdown wird den Schwachen noch zusätzlich ein Dolch in den Rücken geschoben.“

Larissa Gerlach ist ausgesprochen sauer, dass ihr Studio schließen musste.
Lisa Hein fühlt sich zurückgesetzt, so als ob sie einen Beruf zweiter Klasse ausübe.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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