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Burbach-Prozess: Zeuge kann sich kaum erinnern
"Ich war oft betrunken"

Im Burbach-Prozess wurden weitere Zeugen vernommen. Am 17. September wird das Verfahren fortgesetzt.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mick Siegen. Zwei weitere Vernehmungen von Zeugen wurden am Donnerstag im Hüttensaal der Siegerlandhalle verlesen: Zeugen, die als Bewohner der Burbacher Notaufnahmeeinrichtung mutmaßlich Opfer von Straftaten wurden und aktuell für das Gericht nicht mehr greifbar sind. Einer der Männer hatte seine zwei Monate Aufenthalt im Siegerland sogar überwiegend im Problemzimmer zugebracht. Die Gründe: Rauchen im Zimmer, Alkohol, Diebstähle und Schlägereien.
Keine Erinnerung mehr„Ich war oft betrunken“, hatte der Mann immerhin selbst bei der Polizei eingeräumt und konnte sich auch entsprechend nicht mehr an alle ihm vorgehaltenen Anlässe erinnern. Einmal eine Woche und dann noch zehn Tage wollte er jedenfalls im Problemzimmer gewesen sein.

mick Siegen. Zwei weitere Vernehmungen von Zeugen wurden am Donnerstag im Hüttensaal der Siegerlandhalle verlesen: Zeugen, die als Bewohner der Burbacher Notaufnahmeeinrichtung mutmaßlich Opfer von Straftaten wurden und aktuell für das Gericht nicht mehr greifbar sind. Einer der Männer hatte seine zwei Monate Aufenthalt im Siegerland sogar überwiegend im Problemzimmer zugebracht. Die Gründe: Rauchen im Zimmer, Alkohol, Diebstähle und Schlägereien.

Keine Erinnerung mehr

„Ich war oft betrunken“, hatte der Mann immerhin selbst bei der Polizei eingeräumt und konnte sich auch entsprechend nicht mehr an alle ihm vorgehaltenen Anlässe erinnern. Einmal eine Woche und dann noch zehn Tage wollte er jedenfalls im Problemzimmer gewesen sein. Er habe nicht duschen dürfen und jedes Mal heftige Schläge und Tritte der Wachmänner bekommen, auf dem Weg und auch im Raum. Einmal sei er mit einem Mitbewohner zusammen dorthin gebracht und unterwegs stark misshandelt worden. Im „PZ“ angekommen, hätten sie noch eine gute halbe Stunde mit Handfesseln dort sitzen müssen. Er selbst habe Schürf- und Platzwunden an diversen Körperstellen gehabt, der andere sogar heftig geblutet.

"Obersozialbetreuer" nichts unternommen

Ein Dolmetscher sowie der von vielen Beteiligten als „Obersozialbetreuer“ bezeichnete B. hätten vorbeigeschaut, aber nichts unternommen. B. ist gesondert angeklagt, kann aktuell aus gesundheitlichen Gründen aber nicht vor Gericht auftreten. B. sei damals immer „nur betrunken“ gewesen, erklärt der Zeuge. Alle Entscheidungen über das Verbringen und die Dauer des Aufenthalts im Problemzimmer hätten ausschließlich bei den Wachleuten gelegen.

Keine Türklinke

Der Zeuge gibt einen Tabakdiebstahl in Burbach zu, bestreitet allerdings, in der Einrichtung jemals gestohlen zu haben. Auch dafür soll er eingesperrt worden sein, kann sich daran aber nicht erinnern.
In der zweiten eingeführten Vernehmung berichtet ein Bewohner, mit einem anderen eingeschlossen gewesen zu sein, „der eine Klinke in der Tasche hatte und immer raus konnte“. Er selbst habe keine Türklinke gehabt. Während der erste Zeuge sich beklagt hat, er habe nicht zu oft wegen Toilettengängen klopfen „und einhalten“ sollen, gibt es solche Beschwerden in dieser zweiten Aussage nicht, die auch die Wachmänner in einem weniger brutalen Licht zeichnet.

Keine Androhung von Strafen

Einig sind sich beide gewesen, dass sie beim Eintreffen in der Einrichtung über Verhaltensmaßregeln informiert worden zu sein, etwa das Verbot des Rauchens im Zimmer. Strafen seien aber nicht angedroht worden. Im Hauptverfahren geht es am 17. September weiter.

Sturm behinderte Prozess am Mittwoch

Am Mittwoch hatte Sturmtief Kirsten für einige Verzögerungen im Verhandlungsablauf gesorgt. Am Morgen kam einer der zehn verbliebenen Angeklagten des Hauptverfahrens mit dem Taxi aus Hagen – und eine halbe Stunde zu spät – weil der Zugverkehr offensichtlich eingestellt wurde.
30 Minuten wurden es auch nachmittags später, weil der abgetrennte Prozess um einen Ex-Wachmann mit seinem Zug in Frankfurt steckengeblieben ist. Seine Anwälte brachten ihn auf der Anreise aus Karlsruhe von dort mit. Während der Wartezeit wurde dann auch noch das Gerichtsgebäude wegen einer Feuerwehrübung komplett evakuiert.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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