Ikea-Projekt: Die »heiße« Phase beginnt

Stadt will zügig Planungsrecht schaffen / Baubeginn im Herbst 2004 möglich / 17000 Qudratmeter Verkaufsfläche geplant

sob Siegen. Ikea will nach Siegen kommen! Das war am Donnerstagnachmittag die Hauptnachricht im Siegener Rathaus, als die Akteure den vorläufigen Abschluss ihrer Verhandlungen präsentierten. Freudige Gesichter prägten die Runde, angefangen von Bürgermeister Ulf Stötzel über ECON-Consult-Gutachter Heinz Prinz bis hin zu Ikea-Projektleiter Johannes Ferber. Eitel Sonnenschein herrschte nicht immer bei den Verhandlungen. Nach SZ-Informationen gab es unter dem Tisch auch den einen oder anderen »Fußtritt«. Beispielsweise, als Bürgermeister Ulf Stötzel bei Ikea einen Jahresbeitrag von 50000 e für die Gesellschaft für Stadtmarketing und eine 70000 e teure Multivisionswand loseisen wollte. Die Ikea-Zentrale machte dem Siegener Verwaltungschef in deutlichen Worten umgehend klar, dass man »Sten«, »Trogen« oder »Billy« schneller wieder eingepackt hat, als Stötzel »Riewekooche« sagen kann, wenn er ein derartiges Ansinnen noch einmal präsentiere.

Von derartigen »Missverständnissen« war beim offiziellen Pressetermin am Donnerstag keine Rede. Im Gegenteil: Gemeinsam wollen Ikea und Bürgermeister das Projekt vorantreiben. Ulf Stötzel: »Jetzt gilt es, die offensichtliche Attraktivität von Ikea für die Region und vor allem für Siegen sinnvoll umzusetzen.«

Dabei wollen beide Seiten keine Zeit verlieren. Bereits im Mai gehen die erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans in die städtischen Gremien. Schließlich muss die bislang als Gewerbegebiet ausgewiesene und von Ikea gekaufte Fläche (insgesamt 73500 m2) nunmehr als »Sondergebiet« neu überplant werden. Neu zu berücksichtigen ist auch der Vollanschluss an den Autobahnzubringer, der, anders als zunächst berichtet, den Steuerzahler 2,7 Mill. e (davon rund 175000 e Stadtanteil) kosten wird.

Ikea selbst, so erläuterte Projektleiter Johannes Ferber, will auf dem Heidenberg in einem ersten Bauabschnitt eine Verkaufsfläche von rund 17000 m2 schaffen, mit der Option, sie je nach Geschäftsentwicklung in einigen Jahren auf maximal 25000 m2 zu erweitern. Für die Kunden sollen rund 1200 Stellplätze zur Verfügung stehen, mit einer Ausbaureserve um weitere 300.

Zum Baubeginn will der schwedische Möbel-Riese möglichst im Herbst 2004 blasen, mit der Eröffnung rechnet man im Sommer 2005. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 35 Mill. e, mit deren Hilfe 250 neue Arbeitsplätze, die Hälfte davon Teilzeitkräfte, und 15 Ausbildungsplätze geschaffen würden.

Was die Auswirkungen der Ansiedlung auf den Siegener und den Umland-Handel anbelangt, prognostizierten Rainer Schmidt-Illguth und Heinz Prinz (ECON-Consult) auf Basis der von ihnen erstellten Verträglichkeitsanalyse mehr oder weniger große Umsatzverluste. Allerdings gingen die nicht zu Lasten der Innenstädte und des Handels in den Ortsteilen.

Aus Sicht der Kunden-Nachfrage, so Illguth, habe die ECON-Untersuchung vor allem im Bereich der Randsortimente in Siegen deutliche Defizite erkennen lassen. Der Gutachter: »Die Situation schreit nach einer Ergänzung.« So kommt es wohl nicht von ungefähr, dass dem Randsortiment eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Ob und inwieweit die Beschränkung des Einzelhandelserlasses überschritten wird, war bei der Pressekonferenz nicht in Erfahrung zu bringen. Der Erlass sieht vor, dass auf nicht mehr als 10 Prozent der Verkaufsfläche so genanntes zentren- und nahversorgungsrelevantes Sortiment angeboten werden darf. Die Nachfrage der SZ, ob sich die 10-Prozent-Marke an der zunächst geplanten Verkaufsfläche von 17000 m2 oder an den unverbindlich in Aussicht gestellten 25000 m2 bemisst, blieb am Donnerstag unbeantwortet. ECON-Gutachter Schmidt-Illguth gab allerdings (vorsorglich?) den Hinweis, dass die Bezirksregierung auch Ausnahmen vom Einzelhandelserlass genehmigen könne…

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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