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Tierheim und Polizei schlagen Alarm
Illegaler Tierhandel nimmt zu

Die Vierbeiner waren über viele Stunden in engen Transportboxen auf der Ladefläche eines Sprinters eingesperrt.
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  • Die Vierbeiner waren über viele Stunden in engen Transportboxen auf der Ladefläche eines Sprinters eingesperrt.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

gro Siegen/Freudenberg. Quietschfidel tapsen die drei Vierbeiner durch das geräumige Freilaufgehege des Siegener Tierheims. Von Angst keine Spur. Kaum zu glauben, dass die schneeweißen Fellnasen vor Kurzem noch in sehr engen und stark verschmutzen Kleintier-Transportboxen auf der Ladefläche eines Kleintransporters eingesperrt waren. Die beiden Welpen und die Hündin waren offenbar stundenlang ohne Wasser und Nahrung quer durch Deutschland gefahren worden. Dank eines Teams der Autobahnpolizei konnten die verängstigten Hunde gerettet werden.
Nach Angaben der von der Polizei vernommenen Insassen sollte die Reise von Bulgarien über Deutschland nach England gehen. Die Tiere wurden beschlagnahmt und sind vorerst im Siegener Tierheim untergebracht (die SZ berichtete kurz).

gro Siegen/Freudenberg. Quietschfidel tapsen die drei Vierbeiner durch das geräumige Freilaufgehege des Siegener Tierheims. Von Angst keine Spur. Kaum zu glauben, dass die schneeweißen Fellnasen vor Kurzem noch in sehr engen und stark verschmutzen Kleintier-Transportboxen auf der Ladefläche eines Kleintransporters eingesperrt waren. Die beiden Welpen und die Hündin waren offenbar stundenlang ohne Wasser und Nahrung quer durch Deutschland gefahren worden. Dank eines Teams der Autobahnpolizei konnten die verängstigten Hunde gerettet werden.
Nach Angaben der von der Polizei vernommenen Insassen sollte die Reise von Bulgarien über Deutschland nach England gehen. Die Tiere wurden beschlagnahmt und sind vorerst im Siegener Tierheim untergebracht (die SZ berichtete kurz). Illegale Tiertransporte, das bestätigen sowohl Polizei als auch das Siegener Tierheim, sind während der Corona-Zeit keine Seltenheit. Ist hier ein Trend erkennbar?

Illegale Tiertransporte nehmen zu

„Eindeutig ja, Tiertransporte haben während der Pandemie zugenommen“, weiß Tobias Neumann als Leiter des Siegener Tierheims. Dies hänge sicherlich auch mit der erhöhten Nachfrage an Haustieren zusammen. „Siegen ist eigentlich kein typisches Durchreisegebiet. Gefühlt hat sich die Zahl der Tiere, die aufgrund von illegalem Tiertransport bei uns landen, dennoch verzehnfacht. Denn in der Vergangenheit war dies hier eigentlich nie groß Thema“, so Neumann.

Welpen sind wohlauf

Illegaler Tiertransport geschehe indes nicht immer bewusst. „Oft nehmen Leute Tiere aus dem Urlaub mit nach Hause, ohne die entsprechenden Auflagen zu erfüllen“, erklärt der Tierheimleiter. Manche Fälle fallen laut Neumann erst beim Tierarzt auf, wenn wichtige Dokumente oder Impfungen fehlen. Die drei kleinen Hunde, die aus dem Transporter gerettet wurden, seien wohlauf im Tierheim angekommen. „Sie wurden von unserem Tierarzt direkt medizinisch durchgecheckt. Soweit ist alles gut“, gibt der Tierheimleiter Entwarnung. Man könne das Alter nur schätzen, auch bei der Rasse lege man sich nicht fest. „Wir gehen davon aus, dass die Welpen nicht älter als 14 bis 15 Wochen sind“, so Tierpflegerin Vanessa Holstein. Sie sei sehr froh, dass die Hunde jetzt erst einmal in Sicherheit seien. Dennoch müsse einem klar sein, dass auf den Autobahnen täglich viele weitere Tiere unterwegs seien, die nicht gerettet würden. „Mit den Tieren lässt sich leider sehr leicht Geld machen“, so Holstein.

Hohe Dunkelziffer

Auch Polizeisprecher Stefan Pusch sieht die illegalen Tiertransporte als wachsendes Problem an. „Für die Polizei ist es super schwierig, den illegalen Transport von Tieren überhaupt zu erkennen“, so Pusch. Er betont: „Meistens werden die Tiere in Kleintransportern transportiert. Und von denen gibt es gerade auf den Autobahnen eine ganze Menge.“ Man könne davon ausgehen, dass die Dunkelziffer sehr hoch sei. Um möglichst viele Tiere zu finden, müssten in Zukunft regelmäßige stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden. „Nur so können die Tiere gerettet werden. Das Problem ist auf jeden Fall bekannt, und wir versuchen, dagegen vorzugehen“, versichert Pusch.

Die Vierbeiner waren über viele Stunden in engen Transportboxen auf der Ladefläche eines Sprinters eingesperrt.
Die Beamten der Autobahnpolizeiwache kümmerten sich um die befreiten und geschwächten Hunde, ehe das Tierheim sie aufnahm.
Autor:

Sarah Groos

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