Illegales Rennen: Raser verurteilt

Illegale Autorennen und ihre schrecklichen Folgen machten in diesem Jahr auch bundesweit Schlagzeilen. Am Montag wurde ein 22-jähriger Siegener vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt - er hatte sich auf der Weidenauer Straße ein „Kräftemessen“ mit einem anderen Pkw geliefert. Symbolfoto: dpa
  • Illegale Autorennen und ihre schrecklichen Folgen machten in diesem Jahr auch bundesweit Schlagzeilen. Am Montag wurde ein 22-jähriger Siegener vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt - er hatte sich auf der Weidenauer Straße ein „Kräftemessen“ mit einem anderen Pkw geliefert. Symbolfoto: dpa
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Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, sich am 20. Januar 2018 in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 0.40 Uhr ein Rennen mit einem bis heute unbekannten BMW-Fahrer geliefert zu haben. Über eine Distanz von rund einem Kilometer seien die beiden Pkw mit einer Geschwindigkeit von 120 bis 140 km/h durch Weidenau gerast. Erst auf Höhe der Kreuzung Borsigstraße/Hohler Weg hätten die beiden Fahrzeuge – der Angeklagte war in seinem 170 PS starken 3er BMW unterwegs – abgebremst und seien getrennte Wege gefahren, als die beiden Fahrzeuge in unterschiedliche Richtungen abbogen. In der Daimlerstraße schließlich habe das Fahrzeug, in dem neben dem Angeklagten zwei weitere Personen saßen, gestoppt, sodass eine Polizeistreife den jungen Mann zu dem Geschehen befragen konnte. Den Beamten waren die beiden Raser zuvor im Rahmen eines Routineeinsatzes in der Breiten Straße aufgefallen – sofort nahmen die Polizisten mit Blaulicht die Verfolgung auf. Eine weitere Polizeibeamtin, die zum Zeitpunkt des Geschehens mit einem Kollegen vor der Polizeiwache an der Weidenauer Straße stand, stützte die Beobachtungen der beiden Polizisten und schätzte die Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge ebenfalls auf mindestens 100 km/h. Richterin Müller sah es am Ende der Verhandlung als erwiesen an, dass durch die Aussagen der Polizisten die Angaben des Angeklagten und der Zeugen widerlegt wurden. 

Der Beschuldigte selbst gab in seiner Einlassung an, mit zwei Freunden auf dem Weg nach Siegen in eine Shishabar gewesen zu sein, als in Höhe des Weidenauer Bahnhofes plötzlich ein BMW auftauchte und ihn bedrängt habe. Kurz vor der Polizeiwache habe der ihm unbekannte Mann Vollgas gegeben und sei an ihm vorbeigezogen. „Der wollte mich provozieren, aber ich habe mich nicht darauf eingelassen“, sagte der Facharbeiter. Vielmehr hätten er und seine beiden Freunde sich über den anderen BMW-Fahrer – einen „Südländer“ – lustig gemacht. Dass man sich keiner Schuld bewusst sei, stellte indes auch ein 21-jähriger Allenbacher fest, der hinten rechts im Fahrzeug des Angeklagten saß. „Wir sind alle reif genug zu wissen, dass das gerade auf der Hauptstraße ein Risiko ist“. Die Beamten müssten sich geirrt haben, dafür habe er „kein Verständnis. Die hätten sehen müssen, dass der andere BMW an uns vorbei gerast ist.“ Dem standen jedoch die Aussagen der drei Polizeibeamten gegenüber, die – von unterschiedlichen Standpunkten aus – kein Überholmanöver beobachtet haben. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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