„Im Augenblick“

Herman van Veen – ein Clown und Poet mit Altersweisheit. Zu erleben ist er am 8. Mai in der Siegerlandhalle, präsentiert von der Siegener Zeitung. Foto: Joko
  • Herman van Veen – ein Clown und Poet mit Altersweisheit. Zu erleben ist er am 8. Mai in der Siegerlandhalle, präsentiert von der Siegener Zeitung. Foto: Joko
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sz Siegen. Dass der Mann ein Phänomen ist, wissen seine zahlreichen Fans schon lange. Dass er aber, nach 45 Jahren auf der Bühne, und mit fast 65 Jahren – am 14. März ist sein Geburtstag –, noch immer besser werden kann, nimmt man staunend zur Kenntnis. Denn Herman van Veen war immer gut. Was jetzt, nach immer längeren Bühnen- und Tourneepausen, vielleicht anders ist als bei früheren Auftritten, ist die geballte Konzentration an mitreißenden oder ergreifenden Momenten in seinem Programm. Da spiegelt sich die Erfahrung und Weisheit eines in die Jahre gekommenen Genies, der, schon mit einem einer guten Portion „Altersweisheit“ ausgestattet, so gelassen und überlegen agieren kann, wie das in jüngeren Jahren kaum möglich ist.

Am Samstag, 8. Mai, 20 Uhr, öffnet sich der Bühnenvorhang im großen Saal der Siegerlandhalle für das Gastspiel von Herman van Veen im Rahmen seiner derzeit laufenden „Im-Augenblick“-Tour. Die Siegener Zeitung präsentiert diesen Auftritt.

Bereits vergangene Woche Freitag und Samstag kamen die Fans in Wuppertal in den Genuss eines Doppelgastspiels. Beide Veranstaltungen in der Stadthalle Wuppertal waren ausverkauft. Die Kritiken waren geradezu euphorisch. Mehr als zweieinhalb Stunden zelebrierte Herman van Veen ein Programm, das nahezu alle Facetten seines enormen künstlerischen Spektrums aufzeigte. Mal war er der „Harlekin“, der traurige Clown und Spaßmacher, der am Ende anerkennend Rosenblätter über seine Mitspieler streut und sich ein rotes Blatt auf die Nase pappt. Dann sang er so gefühlvoll, wie das nur ein van Veen kann, seine poetischen Lieder, die textlich zumeist die Schattenseiten der menschlichen Existenz beleuchten. Anrührend die Litanei „Kyrie Eleison“, wo er um Erbarmen bittet für „unsere Seelen, die zum Teufel gehen“. In vielen Liedern spürt man die Lebensweisheit und Altersweisheit viel deutlicher als früher.

Das Publikum hing gebannt an seinen Lippen, genoss jede Sekunde und jeden Moment seines Auftrittes. Van Veen, der große wehmütige und melancholische Entertainer, ließ es mitsingen, Regen reiben und schnipsen und Donner stampfen. Gut dosiert wechselten seine griffigen Songs mit Tänzen und Parodien, mit Theatralem und Instrumentalem. Auf seine kongenialen Mitspieler konnte er sich dabei jederzeit verlassen: Jannemien Cnossen und Dorit Oitzinger (Violinen), die mit spanischem Temperament ausgestattete Gitarristin Edith Leerkes und der unverwüstliche Erik van der Wurff am Piano, der seit 45 Jahren an seiner Seite steht.

Dann gab es aber noch den anderen Herman van Veen, der mit seinen 65 Jahren seine derben, am englischen Humor geschulten, clownesken Possen reißt. Und immer wieder blitzte der Poet auf, den seine Fans so besonders an ihm lieben und der ihn so einmalig macht. Wenn er zu seiner Violine greift und in seinem warmen Bariton kleine Liedperlen loslässt. Jede für sich ein Meisterwerk.In Siegen gastiert Herman van Veen, seitdem er in Deutschland auf Tournee geht. Stets war die Siegerlandhalle ausverkauft. Karten für das Gastspiel am 8. Mai sind u. a. erhältlich an der Konzertkasse der Siegener Zeitung, Obergraben 39, Tel. 02 71/59 40-3 50.

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