Im Auto in der Mosel ertrunken?

 Bei dem aus der Mosel gezogenen schwarzen Kombi handelt es sich nach gesicherten SZ-Informationen um das Fahrzeug des seit Tagen vermissten Erndtebrückers. Foto: dpa
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vö - Ein Bergungsteam hat ein seit Tagen vermisstes Auto mit einem Toten am Steuer am Freitag aus der Mosel gezogen. Die Bergungsaktion fand in Ernst bei Cochem statt. Nach gesicherten Informationen der Siegener Zeitung handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen schwarzen Kombi eines in Erndtebrück lebenden Mannes. Die SI-Kennzeichen und der Hinweis auf ein Wittgensteiner Autohaus befanden sich noch am Wagen. Ob der Tote am Steuer tatsächlich der seit mehreren Tagen vermisste Erndtebrücker ist, der allerdings aus dem Oberen Lahntal stammt, stand am späten Freitagabend noch nicht fest. Mehrere lokale und überregionale Medien berichteten über die komplizierte Bergungsaktion der Wasserschutzpolizei.

„Es handelt sich um eine männliche Leiche“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit gingen die Beamten einer Vermisstenanzeige nach, ergänzte er. Ob es sich bei dem Gesuchten um den im Fahrzeug gefundenen Toten handelt, sei jedoch unklar. „Die Identifikation ist noch nicht abgeschlossen.“ Weitere Angaben, auch zur möglichen Todesursache, machte die Polizei zunächst nicht.

Am Dienstag hatte ein Zeuge beobachtet, wie das Auto auf Höhe des Moselortes Ernst untergegangen und spurlos verschwunden war. Die SZ brachte in Erfahrung, dass es sich bei dem Zeugen um einen Weinbauern handelt, der das Auto offenbar gesehen hat, als es mit hoher Geschwindigkeit in den Fluss gefahren sei. Seitdem hatten Polizei, Feuerwehr und Schifffahrtsamt mit vereinten Kräften nach dem Fahrzeug gesucht. Auch ein Sonargerät kam dabei zum Einsatz.

Bei der Suchaktion waren die Rettungskräfte im Flussbett der Mosel zunächst auf ein weiteres Auto gestoßen, das schon am Mittwoch geborgen wurde. Erst am Freitag entdeckten Taucher gegen 12 Uhr das gesuchte Fahrzeug in mehr als drei Metern Tiefe. Obwohl ein Schiff mit einem Bergungskran vor Ort im Einsatz war, zog sich die Bergung bis etwa 16 Uhr in die Länge. Wegen des Leichnams seien seine Kollegen sehr vorsichtig vorgegangen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Cochem auf Anfrage der Siegener Zeitung: „Es war definitiv nicht einfach, wir haben größte Vorsicht walten lassen.“

Während der Bergungsarbeiten wurde die Mosel rund um die Unfallstelle für die Schifffahrt komplett gesperrt. Am Nachmittag wurde sie wieder freigegeben. Recherchen der Siegener Zeitung ergaben, dass sich der Erndtebrücker in seinem persönlichen Umfeld zu einem einwöchigen Urlaub an der Mosel verabschiedet haben soll. Der Mann mit dem dunklen Fahrzeug, der auch seinen Arbeitsplatz im Raum Bad Berleburg hat, soll sich in einer Pension eingemietet haben. Die Vermieterin sei, so war zu erfahren, unruhig geworden, als sie längere Zeit nichts von ihrem Gast gehört oder gesehen habe. Aus Ermittlerkreisen war zu erfahren, dass der Erndtebrücker möglicherweise eine für ihn erschütternde Botschaft erhalten haben soll. Dafür gab es allerdings auch keine offizielle Bestätigung.

Zumindest deutete ein Informant aus dem Umfeld des Vermissten an, dass der Erndtebrücker mit persönlichen Problemen zu kämpfen gehabt habe, möglicherweise im finanziellen Bereich. Beamte der Kriminalpolizei Bad Berleburg suchten in der Wohnung des Mannes in Erndtebrück nach möglichen weiteren Hinweisen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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