Im Benfetal stinkt‘s zum Himmel

 So mancher Anlieger hat sich an der Weiherstraße in Erndtebrück schon etwas einfallen lassen, um die Geruchsbelästigung aus dem Abwasserkanal einzudämmen. Doch auch Folie sorgt nur bedingt für Abhilfe. Foto: Björn Weyand
  • So mancher Anlieger hat sich an der Weiherstraße in Erndtebrück schon etwas einfallen lassen, um die Geruchsbelästigung aus dem Abwasserkanal einzudämmen. Doch auch Folie sorgt nur bedingt für Abhilfe. Foto: Björn Weyand
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bw - Matthias Völkel hatte die Nase gestrichen voll – und zwar von dem Duft, der ihm und seinen Kollegen tagsüber in selbiger hing. Wobei Duft die Angelegenheit verniedlichen würde, denn Gestank würde den Nagel eher auf den Kopf treffen. „Heute war wieder ein extremer Tag, was den Geruch angeht“, berichtete das Ratsmitglied in der jüngsten Sitzung des Erndtebrücker Bauausschusses. Nach Trockenperioden entsteht im Bereich des Gewerbegebietes Benfetal eine starke Geruchsbelästigung aus dem Abwasserkanal. Das Problem ist nicht neu, sollte aber eigentlich im Zuge des Straßenausbaus zur Anbindung des Gewerbegebiets an die L720 behoben werden. Davon könne aber nicht die Rede sein, ärgerte sich Völkel. Für die Mitarbeiter der dort ansässigen Betriebe, für Kunden und für die betroffenen Anwohner sei dies nicht mehr akzeptabel, die Gemeinde müsse da mal in die Pötte kommen.

Ein Vorwurf, den sich der zuständige Fachbereichsleiter Björn Fuhrmann so nicht gefallen ließ. Die Gemeinde habe viel versucht und nehme die Beschwerden ernst. Gerade am Mittwoch hätten Mitarbeiter der Verwaltung sogar mit der Nase über den Regeneinläufen in der Weiherstraße gehangen – ohne einen üblen Geruch vernehmen zu können. Typisch Vorführeffekt. Durchaus sei jedoch der Gemeinde bewusst, dass aus dem Kanal Abwassergeruch aufsteige, weil der Kanal entlüfte.

Björn Fuhrmann sicherte im Bauausschuss zu, dass im Kanal nun Messungen der Konzentration der Schwefelgase vorgenommen würden. Besonders betroffen von dem Problem ist die Familie Herling, die nicht nur ihren Baubetrieb dort hat, sondern hier auch wohnt. Schon seit 15 Jahren gebe es die Probleme, selbst im Winter – immer dann, wenn der Niederschlag fehlt. Im Bereich ihres Eigenheims sei letztlich die erste Entlüftungsstelle der Abwasserleitung, berichtete Christina Herling im Gespräch mit unserer Zeitung. Beschwert habe sie sich ja schon oft bei der Gemeinde, scheinbar seien jedoch andere Dinge wichtiger. Klar ist: Die Lebensqualität leidet unter der Geruchsbelastung. Denn die Freude über sonnige Tage hält sich in Grenzen. Mal zu grillen, sei gar nicht möglich. Und: „Für uns sind Regentage wie eine Entlastung.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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