Im Geld schwimmen ...

„Kunstwechsel” in der einstigen Landeszentralbank

sz Siegen. „Wir wollen”, sagt Silke Krah, „auf unkonventionelle Art und Weise Kunst sehr nahe ans Publikum bringen.” Und so ist auch die dritte Auflage des „Kunstwechsels” mehr als „nur” Ausstellung und auch mehr als „nur” Markt, sondern hat Eventcharakter. Dabei ist das Grundkonzept – lebendige, junge Kunst und Kultur in einem leerstehenden Gebäude anzubieten – immer das Gleiche. Der besondere Reiz jedoch liegt in den jeweiligen Vorgaben des Raumes. Diesmal findet der „Kunstwechsel” in der ehemaligen Landeszentralbank, Spandauer Straße 40, statt. In einem Haus, in dem sich bis vor einem Jahr (fast) alles um die große Kunst des Finanzwesens drehte. Hier nun ist am Wochenende Kunst zu erleben und für Kauffreudige auch zu erwerben. Für 4,99 Mark bis 4999 Mark wird – außer den Installationen – alles zu haben sein. „Günstig und trotzdem gut – wie im Supermarkt”, werben die Veranstalter und damit namentlich die Siegener Künstler/-innen Marcus Heider, Frank Holschbach, Silke Krah, Sabine Martin, Jule Sammartino und Stephanie Wiebusch. Im Schalterraum und hinter den wuchtigen Tresortüren, in früheren Büros und Archiven – überall wird von Freitag bis Sonntag die Kunst einziehen. Und da der „Kunstwechsel” auch Literatur und Musik einbezieht spielen am ersten Abend, Freitag, 21 bis 24 Uhr, Sven Demandt, Luciano Ierardi und Olaf Roth. Hinterm Banktresen und hinter Glas. Am Samstag ist die Ausstellung von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Ab 21 Uhr zeigen dann vier Kölner Schneiderinnen („vierma”) innovative Mode, es gibt Musik und Party pur. Sonntags beginnt der „Kunstwechsel”, an dem in diesem Jahr 40 Künstler/-innen aus der Region und darüber hinaus beteiligt sind, um 14 Uhr. Ab 15 Uhr lädt das Veranstalterteam zu Kaffee und Kuchen im eigens eingerichteten Café; dazu liest der Siegener Lyriker Crauss („poesiewechsel”). Eine „kunst-versteigerung” beschließt den „Kunstwechsel 2000” ab 17.15 Uhr. Dankbar ist das „Kunstwechsel”-Team für die außerordentlich fruchtbare Kooperation mit der Landeszentralbank, die bis 1999 hier ihre Bankgeschäfte abwickelte. Das Gebäude, so Zweigstellenleiter Dr. Werner Thiele, sei eine Schöpfung der Reichsbank (1911 eröffnet) und durchlebte in seiner Geschichte „wechselvolle und aufregende Jahre”. Stichworte: Inflation (1921/22), Währungsreform (1948), Gründung der Deutschen Bundesbank (1957). Prägender Bestandteil des Hauses sei der ehemalige Tresor mit seinen monumentalen Mauern und Türen. Dieser Tresor, der mehrfach umgebaut und vergrößert wurde, habe aber letztlich den gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügt, so dass die Entscheidung für ein neues Dienstgebäude fallen musste. Das Geld kehrt nun für ein Wochenende lang wieder zurück in die einstige Landeszentralbank. In Form von „Mäusen”, „Ratzefummeln” und „Goldtalern”. Und wer in Geld schwimmen möchte, der kann das in einer eigens aufgestellten Wanne auch tun. Neugierig? Dann hingehen!ciu

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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