Im Kessel ist schon etwas Dampf

 Das erste Blockheizkraftwerk ist angeschlossen. Im Kessel im so genannten Käsebunker des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe ist bereits Dampf. Foto: Holger Weber
  • Das erste Blockheizkraftwerk ist angeschlossen. Im Kessel im so genannten Käsebunker des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe ist bereits Dampf. Foto: Holger Weber
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howe - Ja, im Kessel ist schon Dampf. Kein Zündstoff, aber zumindest Dampf. Denn oben aus dem Schornstein am Bad Laaspher Gymnasiumsgebäude steigt die Wolke bereits empor, weil unten im „Käsebunker“ das erste Blockheizkraftwerk und der erste Gaskessel schon ihre Arbeit verrichten. Andererseits brodelt es tatsächlich etwas, denn am Freitag kamen die am Nahwärmenetz interessierten Anlieger nicht nur wegen der Informationen bei Florian Jacobi vorbei, sondern auch, um das ein oder andere Problemchen loszuwerden. Der Mitarbeiter der Bad Laaspher Energie GmbH, der aus Wesel anreiste, löste denn auch das Ventil und nahm damit den Druck aus besagtem Kessel.

Ein Anwohner aus der Altstadt trug vor, er könne nicht begreifen, warum man die ganze Zeit mit „Altstadtkraft – Energie unterm Pflasterstein“ geworben habe, die Altstadt aber als letzte an der Reihe sei. Erst in 2019 soll bekanntlich der dritte Bauabschnitt in Angriff genommen werden, und der umfasst eben die Altstadt. Was der Anwohner für ein Problem daran sah: Seine Ölheizung sei inzwischen 53 Jahre alt, jeden Moment könnte die den Geist aufgeben. Und dann? Dann müsse er rasch handeln und womöglich eine neue Heizung kaufen. Er wisse von mindestens fünf bis sechs weiteren Hausbesitzern, die das gleiche Problem in der Altstadt hätten. 2019 könne er sich dann aber, was die Beteiligung am Nahwärmenetz anbetreffe, abschminken. Es sei denn, die Bad Laaspher Energie GmbH könne ihm eine Zwischenlösung oder ähnliches anbieten.

Ähnlich äußerte sich ein weiterer Anwohner, der allerdings im Bereich Kurstraße angeschlossen werden möchte. Er habe eine neun Jahre alte Gastherme. Die wolle er ja auch nicht unbedingt auf den Schrott werfen. Florian Jacobi hatte nicht die Patentlösung parat, doch seine Antworten kamen ehrlich rüber: Für jemanden, der 2000 Liter Öl für 50 Cent verheizt habe, lohne sich keine Fernwärme. Beim Privathaushalt müsse man schauen, wieviel Kilowattstunden im Jahr verbraucht würden. Außerdem rechne sich in bestimmten Fällen die Sache erst, wenn eine längere Vertragsbindung erfolge. Nun erfuhr die SZ: Etwa zehn bis 15 Privathaushalte haben bislang ihre Zusage gegeben, am KWK-Kommune-Projekt mitzuwirken und sich anzuschließen.

Der „kleine“ Verbraucher sollte sich die Angelegenheit also durchrechnen lassen – zumal sich Fernwärme, Öl und Gas aktuell nicht viel geben. Erst über den längeren Zeitraum, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Kessel, Brenner, Heizraum nicht mehr installiert oder gewartet werden müssen, geht die günstige Rechnung auf. Florian Jakobi stellte jedenfalls die großen Vorteile des Fernwärmenetzes in Bad Laasphe heraus. Und einer davon ist der Anschluss. Ein Standardhausanschluss kostet auf dem Papier einmalig 1800 Euro. Mit einer 1500-Euro-Förderung vom Land NRW zahlt der Kunde lediglich 300 Euro für den Fernwärmeanschluss – inklusive Technik, versteht sich. Dass die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung Ressourcen spart und die Umwelt schont ist, ein weiterer Aspekt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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