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Weltklimatag
Im Kleinen sind die Menschen in der Region längst aktiv

Am Weltklimatag steht das Barometer auf Rabatz. Aber auch im Alltag wird mitgedacht.
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  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Siegen. Auch in unserer Region werden am „Weltklimatag“ zahlreiche Akteure auf den Beinen sein, um ihrer Forderung nach besserem Klimaschutz noch einmal Ausdruck zu verleihen.
Die „Fridays-for-Future“-Bewegung (FFF) hat alle Bürger aufgerufen, sich der Demonstration anzuschließen und auf die Straße zu gehen.
Der Siegener Demonstrationszug startet um 11 Uhr am Bismarckplatz und setzt sich nach einem Konzert ab 11.30 Uhr in Richtung Rathausplatz in Bewegung, wo in Redebeiträgen über den Status quo des Klimawandels diskutiert wird und vor allem der Schutz des Klimas in den Mittelpunkt rückt.
Zwar haben mit Ausnahme der AfD alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien den Klimaschutz in ihre Programme aufgenommen, doch den Aktivisten reicht das nicht.

goeb Siegen. Auch in unserer Region werden am „Weltklimatag“ zahlreiche Akteure auf den Beinen sein, um ihrer Forderung nach besserem Klimaschutz noch einmal Ausdruck zu verleihen.
Die „Fridays-for-Future“-Bewegung (FFF) hat alle Bürger aufgerufen, sich der Demonstration anzuschließen und auf die Straße zu gehen.
Der Siegener Demonstrationszug startet um 11 Uhr am Bismarckplatz und setzt sich nach einem Konzert ab 11.30 Uhr in Richtung Rathausplatz in Bewegung, wo in Redebeiträgen über den Status quo des Klimawandels diskutiert wird und vor allem der Schutz des Klimas in den Mittelpunkt rückt.
Zwar haben mit Ausnahme der AfD alle im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien den Klimaschutz in ihre Programme aufgenommen, doch den Aktivisten reicht das nicht. Der neue UN-Bericht zeige, „dass sich die Welt auf einem katastrophalen Weg in Richtung einer Erwärmung von 2,7 Grad Celsius“ befinde. So jedenfalls wird UN-Generalsekretär António Guterres zitiert. „Mit der breiten Gesellschaft, mit Schulfreunden, Omas und Opas, Kolleginnen, Eltern und vielen mehr werden wir am 24. September, zwei Tage vor der Wahl, überall streiken“, sagt Carlotta Gaumann, Sprecherin von FFF Siegen. „Wir streiken, weil wir gerechte Klimapolitik für alle verlangen, die jetzt handelt und nicht die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen aufs Spiel setzt.“
Doch Klimaschutz kann nur gelingen, wenn jeder für sich im Alltag beginnt, Maßnahmen umzusetzen, zu Hause, an der Arbeit, im Urlaub. Eine nicht-repräsentative Umfrage der Redaktion auf der Straße sowie über Instagram hat jedenfalls ergeben, dass das Thema niemanden kalt lässt. „Im Kleinen“ ist man längst aktiv.

„Man muss im Kleinen bei sich selbst beginnen“

Monika Schwarz aus Geisweid macht sich viele Gedanken über die Veränderungen, die sie wahrnimmt. Erst habe sie gedacht, na gut, das ist das Wetter, aber seit ein paar Jahren überschlagen sich die Nachrichten, was das Klima anbetrifft – Dürren oder Flutkatastrophen, viel zu warme Winter. „Man muss im Kleinen bei sich selbst beginnen“, zählt sie ein Bündel von Maßnahmen auf, die sie schon umgesetzt hat. „Wenn ich die Wahl habe zwischen Aufzug und Treppe, nehme ich zum Beispiel immer die Treppe.“ Stolz ist sie auf ihren Kleingarten. Das geht in Richtung Selbstversorgung. „Äpfel, Himbeeren, natürlich Salat und jede Menge Gemüse“, berichtet sie. Ihre Wege erledigt sie zu Fuß oder mit dem Auto. „Wenn ich mal Rentnerin bin, lege ich mir ein E-Bike zu. Aber das hat noch ein paar Jahre Zeit.“

Monika Schwarz.

„Man muss alles überdenken“

Christa Solbach aus Herkersdorf macht sich große Sorgen um die Zukunft und denkt dabei an die junge Generation. „Man muss alles überdenken“, meint sie. Sie und ihr Ehemann Manfred haben den offenen Kamin, den sie seit 20 Jahren nutzen, kürzlich für über 3000 Euro auf den technisch modernsten Stand bringen lassen. „Sie glauben gar nicht, wie viel Holz das spart. Wir kommen jetzt mit der Hälfte aus.“
Beim Einkaufen achtet sie auf wenig Verpackung. Nur aufs Auto könne man in Herkersdorf nicht verzichten. „Wir fahren aber nur die nötigen Strecken“, ergänzt sie. „Und da wir schon viel von der Welt gesehen haben, haben wir auch nicht mehr das Bedürfnis nach Reisen, sondern genießen unser Zuhause.“ Größtes Problem für sie: Die Überbevölkerung der Erde und die Ansprüche der vielen Menschen.

Christa Solbach.

„Guck dir an, was die an Müll hinterlassen“

Hartmut Weichert aus Glashütte „kriegt einen Hals“, wenn er manche Politiker über Klimaschutz schwadronieren hört, „wenn sie aus ihrer dicken Limousine“ aussteigen.“ „Finde ich mehr als unglaubwürdig.“ Er selbst hat schon vor 20 Jahren die Ölheizung gegen eine Pelletheizung getauscht, und ist beim Urlaub eisern. „Ich fliege prinzipiell nicht mit dem Flugzeug. Ich verstehe nicht, wie man für 20 Euro guten Gewissens nach Mallorca fliegen kann.“ Da er bei einer Firma für Kondensatortechnik arbeitet, die Kilometer weit weg vom Wohnort liegt und selbst zum Bäcker zweimal sieben Kilometer zurücklegen muss, will er aufs Auto nicht verzichten. Die Fridays-for-future-Bewegung sieht der Wittgensteiner kritisch: „Guck dir an, was die an Müll hinterlassen. Dann weißt du Bescheid.“

Hartmut Weichert.

„Es ist schon verdammt heiß hier im Sommer“

Olajuwon Ogundare Benjamin aus Freudenberg ist seit fünf Jahren in Deutschland. Der gebürtige Nigerianer hat in seinem Heimatland viele Härten mitgemacht, bevor er flüchtete. „Meine ganze Familie ist verfolgt und gequält worden“, erzählt er, „und hat sich überall in der Welt verteilt“. Zwar sieht auch er den Klimawandel als Bedrohung an, richtig wahrgenommen hat er das Phänomen aber erst in den vergangenen Jahren. „Es ist schon verdammt heiß hier im Sommer, normalerweise“, hat der 34-Jährige beobachtet. „Hätte ich vorher nicht gedacht.“
„Ich bin viel zu Fuß und mit dem Bus unterwegs“, sagt er. Weil er keine Arbeit hat, hat er auch kein Auto. Körperlich halte ihn das fit. In seinem Zimmer hat er zwei Lampen. „Eine knipse ich aus. Strom sparen.“

Olajuwon Ogundare Benjamin.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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