Im kölschen Himmel

Henning Krautmacher – der Mann mit dem Schnauzbart ist Chef und Markenzeichen einer Band, die längst mehr ist als Botschafterin des rheinischen Frohsinns.  Foto: nik
  • Henning Krautmacher – der Mann mit dem Schnauzbart ist Chef und Markenzeichen einer Band, die längst mehr ist als Botschafterin des rheinischen Frohsinns. Foto: nik
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nik Siegen. Wo sie sind, da klettert Geißbock „Hennes“ vom FC gen Gipfel, da bebt der Dom, und deshalb konnte die Siegerlandhalle am Donnerstag auch mit Fug und Recht als offizielle Zweigstelle des kölschen Frohsinns bezeichnet werden. Oder anders: Wo die Höhner hinkommen, ist jede Art von Bestuhlung an und für sich überflüssig. Dabei hatten die Veranstalter in allerletzter Minute sogar für SI-Ticket-Geschädigte noch zusätzliches Mobiliar in die Halle geräumt, ein Umstand, zu dem sich Henning Krautmacher gleich zu Beginn äußerte, wobei es dem Ticketshop-Besitzer ordentlich in den Ohren geklingelt haben muss. Aber Schwamm drüber – kumm, loss ma fiere!

Darum waren tausende Teilzeit-Kölner schließlich hergekommen, und die sollten sich als ungeheuer textsicher erweisen! Mit „Himmelhoch High“ ging es los, dann folgte Knaller auf Kracher. „Fröher“, als man pünktlich jeden „Fridach“ voll war, „How Do You Do?“ und „Mir kumme met allemann vorbei“, die Fünf um Krautmacher wussten genau, was ihr Publikum wollte. Der Mann mit dem markanten Schnauzbart ist zwar zweifellos das Markenzeichen seiner eigenen Band, die Musiker an seiner Seite sind aber allesamt Meister ihres Fachs und beherrschen auch den Gesang ganz vortrefflich.

Neben lange liebgewonnenen Liedern kamen auch viele Stücke vom neuen Album zu Gehör, und sie kamen genauso gut an. Dass die Höhner längst nicht mehr nur die sympathischen Li-La-Laune-Bären vom Rhein sind, sondern arrivierte Entertainer, stellten sie unter anderem beim augenzwinkernden „Männer in den besten Jahren“ oder „Jung uss em Lewe“ unter Beweis – Applaus für Janus Fröhlich! Und der Akku war noch lange nicht leer, wurde beim „Mitsing-Ding“ unplugged allerdings auch gar nicht gebraucht. Da zog die Karawane durch die Reihen, und echte „Fründe“ standen zusammen für mehr als nur ein bisschen Karnevalsstimmung im April. Zwischendurch verwöhnten Jens Streifling auf dem Saxophon und John Parsons mit der Gitarre das Publikum mit astreinen Soli und Duetten, und bei Nummern wie der Berber-Hymne „Alles verlore“ oder „Minsche wie mir“ wurde es besinnlich.

Ohne Zugaben wurden die Höhner freilich nicht in die Nacht entlassen – „Wenn nicht jetzt, wann dann“! Ob Krautmacher anschließend sein „lecker Kölsch“ mit den Fans trinken konnte oder mit dem heimischen Brauereierzeugnis Vorlieb nehmen musste, ist zwar nicht überliefert, dafür weiß er aber jetzt, welcher Fluss durch Siegen fließt: natürlich der Rhein! Jedenfalls am Donnerstag.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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