Im RE 9 ist Vorsicht geboten

 Bei einem Schwerpunkteinsatz von Polizei, BVG und Bundespolizei in Berliner U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen zeigten die Beamten ab dem frühen Abend Präsenz gegenüber möglichen Straftätern und Krawallmachern. Warum geht das in Berlin und in Siegen nicht? Foto: dpa
  • Bei einem Schwerpunkteinsatz von Polizei, BVG und Bundespolizei in Berliner U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen zeigten die Beamten ab dem frühen Abend Präsenz gegenüber möglichen Straftätern und Krawallmachern. Warum geht das in Berlin und in Siegen nicht? Foto: dpa
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mir - Wie sicher sind Fahrgäste in Zügen? Eine Frage, auf die es keine globale Antwort gibt. ZWS-Geschäftsführer Günter Padt berichtete jedenfalls in der Verbandsversammlung, am 28. März habe es in einem Zug der RE 16 in Welschen Ennest eine Schlägerei gegeben. Eine der härteren Art mit abgeschlagenen Flaschenhälsen. Seine Schlussfolgerung: „Sicherheitsteams zu installieren, das ist das Ziel“, so Padt.

Aber: So schnell wird sich das nicht realisieren lassen. Im Bereich des Nahverkehrs Westfalen-Lippe soll zunächst ein Pilotversuch mit Sicherheitsteams gestartet werden. Acht Stunden täglich, schwerpunktmäßig an Wochenenden, Einsätze mit Hunden sind auch angedacht. Beginn: 2018, Ende: 2020. Aber nicht hier in der Region Südwestfalen, „Hamm, Bielefeld und Münster sind die Hot-Spots“, wie es Padt formulierte. 1 Mill. Euro sind dafür veranschlagt, darin enthalten ist eine Landesförderung. Im Herbst soll das Projekt beschlossen werden.

Die Planer beim Nahverkehr Westfalen-Lippe scheinen alle Zeit dieser Welt zu haben, die Zeitdaten lassen diese Interpretation zu. Dabei liegen Daten über gefühlte Sicherheit in Zügen lange vor, ein NRW-Kundenbarometer 2014 gibt Aufschluss (erstellt von TNS Infratest für den Verkehrsverbund Rhein-Sieg).

Beim Stichwort „Globalzufriedenheit“ im Bereich des Zweckverbandes Westfalen-Süd (ZWS) ist der Anteil unzufriedener Kunden mit 39 Prozent am höchsten im Gesamtgebiet Westfalen-Lippe. Die Sicherheit tagsüber in Fahrzeugen und an den Stationen ist noch relativ positiv bewertet worden.

„Abends im Fahrzeug“, da rutscht die Benotung deutlich ab ins Negative. Noch schlechter schneidet die Rubrik „Sicherheit abends an Stationen“ ab: 37 Prozent enttäuschte Kunden, Gesamtnote 3,48 auf der Skala 1 (voll zufrieden) bis 5 (unzufrieden).

Nächster Mosaikstein: Dem NWL liegen für 2016 (Januar bis Oktober) Daten zu sicherheitsrelevanten Meldungen vor. Die RB 89 (Paderborn/Bielefeld nach Hamm/Münster) liegt mit 473 Fällen negativ in Front. Dicke Probleme auch im Raum Dortmund, und schon bald folgt der RE 9 (Siegen-Köln-Aachen) mit exakt 94 Vorfällen. Die RB 90 (Limburg-Siegen) ist auch dabei, 31 Meldungen hat es gegeben.

Was ist los auf der RE 9? 94 Vorfälle in zehn Monaten sind nicht gerade wenig. Bei näherem Hinsehen haben die Statistiker darunter 92 Straftatbestände gefunden. Zehn Übergriffe auf das Zugpersonal hat es in dem Zeitraum gegeben.

Der NWL hat außerdem ein paar Aussagen zum Fußballverkehr getroffen, basierend auf entsprechenden Vorkommnissen. Für Südwestfalen gibt es an der Stelle ausschließlich Positives zu berichten: „Auf den Linien der Drei-Länder-Bahn, der Kurhessenbahn und der RE 9 bestehen keine Probleme im Fußballverkehr.“

Ob es allein beim Pilotversuch in Ostwestfalen bleibt? In der Verbandsversammlung hörte sich Michael Sittler (SPD) so an: „Die Züge nur mit Zugführern fahren zu lassen, ist ein Fehler gewesen. Die Sicherheit der Fahrgäste sollte es uns wert sein, da etwas zu tun.“ Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) zeigte sich tief enttäuscht. Wegen der Vorkommnisse in Fußballzügen und Spätzügen. „Da hätte ich mir gewünscht, dass mehr passiert.“

In der Tat, der 2018 im Frühjahr startende Test ist als Alibi-Projekt zu sehen. Was muss noch passieren, damit schneller und flächendeckend gehandelt wird?

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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