Immer entlang der Steine

 Organisatoren und Sponsoren freuen sich schon sehr auf den 2. Niederlaaspher Grenzgang. Foto: Nicole Klappert
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nik - Am Samstag, 10. Mai, können die Niederlaaspher getrost die Wecker ungestellt lassen. Ausschlafen aber ist nicht: Ab 7 Uhr schießt der Böllerverein Puderbach die Bevölkerung aus den Betten – und das ist wörtlich zu nehmen. Verärgert zeigen wird sich ob dieses rustikalen Weckrufs aber niemand, wird doch damit ein Ereignis eingeleitet, auf das sich die allermeisten Niederlaaspher schon lange freuen: der zweite Grenzgang, diesmal vom Brückenplatz bis zur Schutzhütte Niederlaasphe führend.

Die Premiere ist ein Weilchen her, blieb aber bei vielen Teilnehmern in guter Erinnerung. Im Jahr 2007 machten sich die Niederlaaspher anlässlich des 700-jährigen Dorfbestehens erstmals auf die Socken, um entlang der Grenze zum benachbarten Hessen zu wandern. Seinerzeit ging das Gemeinschafts-Gaudium sogar über zwei Tage.

Wie Christoph Limper, Vorsitzender des örtlichen Kultur- und Heimatvereins, beim Pressetermin erläuterte, zu dem neben Unterstützern und Sponsoren auch Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer erschien, wurde im Ort wiederholt die Frage laut, wann denn wohl der nächste Grenzgang stattfinde. Zwei Jahre lang hat der Kultur- und Heimatverein nun nach Mitstreitern gesucht und wurde in der Burschenschaft Schreiber 1902, dem Turnverein 1910 und dem Frauenchor 1965 Niederlaasphe fündig. Sie bilden die Interessengemeinschaft Grenzgang und organisieren seit geraumer Zeit, was das Zeug hält. Denn daraus macht Christoph Limper keinen Hehl: „Vereine haben heutzutage nur noch Verpflichtungen.“ Um so glücklicher ist er, dass sich die Vier zu einer Gemeinschaft zusammengefunden haben, unterstützt von der Sparkasse Wittgenstein, Opel Müller und der Brauerei Bosch.

Dem Wunsch der Dorfbevölkerung nach einem zweiten Grenzgang sei man sehr gerne nachgekommen, betonte Christoph Limper, der bereits vor sieben Jahren die Leitung des Grenzgang-Komitees inne hatte. Doch natürlich sind nicht nur die Niederlaaspher herzlich eingeladen, die rund vier Stunden lange Strecke mitzugehen, sondern jeder, der Lust hat. Dass der Spaß an der Freude im Vordergrund steht, ist kein Thema. Trotzdem gibt Christoph Limper eine klare Parole aus: „Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr, festes Schuhwerk ist ein Muss, im Wald herrscht absolutes Rauchverbot!“

Nachdem das geklärt wäre, können sich die Wanderer dem Wesentlichen widmen: Los geht es am 10. Mai um 9 Uhr auf dem Brückenplatz. Damit alle gut in die Gänge kommen, marschiert der Spielmannszug SG Bad Laasphe/Niederlaasphe ein gutes Stück vorneweg, bis zur B 62. Die Strecke führt alsdann über den Entenberg – immer entlang der Grenzsteine freilich – Richtung Breidenstein. Erst einmal aber legen die Wanderer unterhalb des Entenbergs eine Pause von rund zwei Stunden ein: „Auf dem Frühstücksplatz wird es an nichts fehlen!“, verspricht Christoph Limper. Das „Spätstück“ von 11 bis 13 Uhr begleiten die Sauerland-Musikanten mit Humba und auch Täterä. Danach geht es stramm weiter dem Ziel entgegen: Richtung Amalienhütte über den Roßberg, am Krämerhaus auf der Hardt vorbei und von dort aus zur Schutzhütte.

Hier können die Teilnehmer verlorengegangene Kalorien in einer Cafeteria wieder auffüllen; das verdiente Verschnaufen geht dann langsam über zum geselligen Beisammensein an der Sektbar im Freien. Sollte der Himmel nicht dichthalten, finden die Wanderer Zuflucht im Zelt. Fußkranke können den Shuttleservice vom Brückenplatz zum Frühstücksplatz und zurück in Anspruch nehmen, der alle 30 bis 35 Minuten fährt. Nicht für lau, sondern für den guten Zweck: Die zwei Euro Obolus pro Person kommen dem Förderverein der örtlichen Grundschule zu Gute, die ihre Teilnahme am Grenzgang schon fest zugesagt hat.

Für Gruppen und Vereine hat sich die Veranstaltergemeinschaft noch ein kleines Extra überlegt: Wer sich anmeldet, kann unterwegs an zwei Kontrollstellen Stempel sammeln. Die drei Gruppen mit den meisten Nachweisen bekommen je ein Fass, gefüllt mit 50, 30 oder 20 Litern Bier. Eine Konkurrenzveranstaltung zum Grenzgang der Nachbarn (s. ges. Text) soll der Niederlaaspher aber nicht werden, versichert Christoph Limper. Im Gegenteil, man freut sich auf zahlreiche nette Begegnungen über dem imaginären Gartenzaun: „Aus dem hessischen Raum werden viele kommen!“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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