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Uni kommt in die Stadt
Immer mehr Studenten wohnen in der City in Siegen

Immer mehr Wohnungen im Stadtkern und in Siegens Oberstadt werden von Studenten bewohnt. Den jungen Leuten ist es wichtig, in der Nähe des Campus zu wohnen.
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gro Siegen. Seit neun Jahren nennt sich Siegen nun offiziell Universitätsstadt. Von Jahr zu Jahr wird die Hochschule immer größer. Jetzt soll die Uni noch mehr in die Stadt ziehen. Dies hat unter anderem auch Auswirkungen auf den Wohnmarkt in der Innen- und Oberstadt, denn wo eine Universität ist, da ist auch Leben. Immer mehr der hiesigen Studenten und Lehrenden wollen nah am Campus und mitten im Trubel der Stadt leben. Die SZ hat zwei Experten aus der Region gefragt, wie sich der Wohnungsmarkt aufgrund der Studenten verändert hat. Wird es auch in Zukunft weitere Veränderungen geben? Gibt es genügend Wohnungen für die vielen Studenten?

Lucas Nettersh

gro Siegen. Seit neun Jahren nennt sich Siegen nun offiziell Universitätsstadt. Von Jahr zu Jahr wird die Hochschule immer größer. Jetzt soll die Uni noch mehr in die Stadt ziehen. Dies hat unter anderem auch Auswirkungen auf den Wohnmarkt in der Innen- und Oberstadt, denn wo eine Universität ist, da ist auch Leben. Immer mehr der hiesigen Studenten und Lehrenden wollen nah am Campus und mitten im Trubel der Stadt leben. Die SZ hat zwei Experten aus der Region gefragt, wie sich der Wohnungsmarkt aufgrund der Studenten verändert hat. Wird es auch in Zukunft weitere Veränderungen geben? Gibt es genügend Wohnungen für die vielen Studenten?

Lucas Nettersheim konstatiert steigende Nachfrage nach Wohnungen in Siegen

Für Lucas Nettersheim, der das Siegener Team bei „Engel & Völkers“ leitet, ist in den vergangenen Jahren eine steigende Nachfrage nach Wohnungen in der Stadt zu spüren. „Es ist davon auszugehen, dass der Bereich in und um die Innenstadt weiterhin sehr interessant bleibt und durch den Umzug der Universität zudem an Attraktivität gewinnt“, sagt der Makler gegenüber der SZ. Auch seien die Wohnungen in Stadtnähe in der letzten Zeit teurer geworden. „Es sind jetzt schon Preissteigerungen zu verzeichnen, und ein weiterer Zuwachs ist anzunehmen“, so Nettersheim.

Lucas Nettersheim leitet das Siegener Team bei Engel & Völkers. Er bemerkt vor allem in der letzten Zeit eine erhöhte Nachfrage an stadtnahen Wohnungen.
  • Lucas Nettersheim leitet das Siegener Team bei Engel & Völkers. Er bemerkt vor allem in der letzten Zeit eine erhöhte Nachfrage an stadtnahen Wohnungen.
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Die genaue Entwicklung der Mietpreise könne aber nur schwer vorausgesagt werden. Er glaube jedoch, dass die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Siegen nicht alleine an den Studenten liege. „WGs werden natürlich auch in Zukunft ein Thema sein, dennoch rechnen wir weiterhin mit einem bunten Potpourri aus Studenten, Berufstätigen sowie Senioren“, berichtet der junge Mann. Besonders das Flair der Oberstadt würde seinen Charme so schnell nicht verlieren. Einen vermehrten Wegzug von alteingesessenen Siegenern könne er demnach auch nicht bestätigen.

Studierendenwerk-Chef Detlef Rujanski sieht das Projekt positiv

Auch der Geschäftsführer des Studierendenwerks in Siegen, Detlef Rujanski, sieht das Projekt „Siegen. Wissen verbindet“ positiv. „Wir versuchen auf die Bedürfnisse der Studenten zu reagieren und mit der Zeit zugehen. Auch aus diesem Grund haben wir vor in naher Zukunft zwei neue Studentenwohnheime zu eröffnen“, sagt Rujanski gegenüber der SZ.

Detlef Rujanski ist Geschäftsführer des Studierendenwerks Siegen. Er versucht mit den beiden neu geplanten Wohnheimen den hiesigen Studenten mehr Wohnraum zu schaffen.
  • Detlef Rujanski ist Geschäftsführer des Studierendenwerks Siegen. Er versucht mit den beiden neu geplanten Wohnheimen den hiesigen Studenten mehr Wohnraum zu schaffen.
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Eines der Wohnheime ist in der Friedrichstraße 87 geplant. Um den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum für Studierende, insbesondere in Innenstadtnähe, zu realisieren, wurde bereits im Jahr 2018 der Kaufvertrag für ein Wohn- und Geschäftshaus in der Friedrichstraße unterzeichnet. Geplant sind insgesamt 17 Apartments, vier Doubletten sowie sechs Zimmer in WG-Form. Die Fertigstellung ist zum Wintersemester 2021 geplant.

Neues Studentenwohnheim am Effertsufer in Siegen

Die zweite Studierendenwohnanlage ist am Effertsufer 74 vorgesehen. Das Studierendenwerk hat hier Anfang des vergangenen Jahres ein ehemaliges Lager- und Werkstattgebäude gekauft. Das dreigeschossige, voll unterkellerte Massivgebäude soll in etwa 100 Apartments umgebaut werden. Erste Entwürfe sehen in dem Bestandsgebäude ein Mix aus verschiedenen Apartments, Doubletten und Wohngemeinschaften vor. „Auch wenn die beiden neuen Wohnanlagen bezugsfähig sind, haben wir immer noch 200 Wohnheimplätze zu wenig“, so der Geschäftsführer.

Denn aufgrund der bundesweiten Erfahrung sollten laut Rujanski insgesamt für etwa 10 Prozent der Studenten Wohnheimplätze zur Verfügung stehen. „Momentan haben wir nur einen Bestand von 950 Plätzen. Wenn ich dann die Plätze der neuen beiden Wohneinheiten einbeziehe, sind wir in Siegen bei 1150 Plätzen für die hiesigen Studenten“, sagt der Geschäftsführer.

"Studenten suchen nach dem Abitur ein eigenes Nest"

Die These, dass gerade die hiesigen Studenten vermehrt im Elternhaus wohnen bleiben, könne er nicht bestätigen. „Meiner Erfahrung nach suchen die Studenten nach dem Abitur ein eigenes Nest“, so Detlef Rujanski. Demnach könne er sich gut vorstellen, dass Studenten wenn möglich gerne mit anderen Gleichgesinnten zusammenleben möchten, um zu lernen und sich auszutauschen. „Die Studenten wollen oftmals eine gewisse Nähe zum Campus haben. In den Wohnheimen und Wohngemeinschaften trainieren die Studenten salopp gesagt das richtige Leben, aber soft“, so der Experte. Auch er gehe davon aus, dass in Zukunft immer mehr Studenten ins Zentrum der Stadt wollten.

Autor:

Sarah Groos

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