Immer wieder Spritzen auf dem WC

 Schwarzlicht soll Junkies zumindest das Leben schwer machen: Im Bürgerhaus am Marktplatz in Bad Berleburg soll diese Maßnahme dafür sorgen, die Problematik auf den Toiletten zu unterbinden. Foto: Timo Karl
  • Schwarzlicht soll Junkies zumindest das Leben schwer machen: Im Bürgerhaus am Marktplatz in Bad Berleburg soll diese Maßnahme dafür sorgen, die Problematik auf den Toiletten zu unterbinden. Foto: Timo Karl
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tika - Es ist ein Problem, das nicht wegzudiskutieren ist. Und deshalb hat die Stadt Bad Berleburg drastische Maßnahmen ergriffen, um es zu unterbinden. Die öffentlichen Toiletten im Bürgerhaus am Marktplatz sowie auf dem Friedhof in Bad Berleburg sind seit einiger Zeit zu einem Treffpunkt für Junkies avanciert. „Das Problem ist da und es ist akut“, erklärte Regina Linde auf Anfrage der SZ. Die Pressesprecherin der Stadt Bad Berleburg machte keinen Hehl aus der Tatsache, dass sich an jenen Orten regelmäßig Junkies Drogen verabreichen.

Ihren vorläufigen traurigen Höhepunkt nahm die Problematik, als die Organisatoren eines Kindertheaters im Bürgerhaus am Marktplatz kurz vor Veranstaltungsbeginn in der vergangenen Woche diverse Utensilien sowie teilweise mit Blut beschmierte Toiletten vorfanden. Daraufhin hatte die Stadt Bad Berleburg angeordnet, sowohl die Toiletten im Bürgerhaus am Marktplatz sowie auf dem Friedhof komplett zu verschließen und nur noch bei Veranstaltungen beziehungsweise Beerdigungen zu öffnen. Am Donnerstag ruderte die Verwaltung – nach den SZ-Recherchen – zurück und machte die Entscheidung des Immobilienmanagements rückgängig. „Bürgermeister Bernd Fuhrmann hat angeordnet, dass die öffentlichen Toiletten wieder zugänglich zu machen sind. Der Grund dafür ist, dass wir in der Stadt viele Gäste haben, für die diese Räumlichkeiten offen stehen müssen“, erklärte die Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

Bereits vor einigen Monaten hatten die Verantwortlichen Schwarzlicht auf den Toilettenanlagen installiert, das es den Junkies erschweren sollte, sich Spritzen zu setzen. Das spezielle Licht soll es erschweren, die Venen in den Armen zu erkennen, durch die die Drogen injiziert werden. „Wir hatten gehofft, die Akteure damit abzuschrecken und die Reinigungsmitarbeiter zu schützen, die morgens regelmäßig Spritzen und Kanülen gefunden haben. Wir haben aber auch in letzter Zeit immer wieder derartige Utensilien gefunden“, berichtete Regina Linde. Um wie viele Delikte es sich bisher insgesamt handelt, war auf Anfrage bei der Polizei nicht zu erfahren. Immerhin, eine ergriffene Maßnahme hat zumindest teilweise zu Erfolgen bei der Ermittlung einiger Junkies geführt. Im Außenbereich des Bürgerhauses hatte die Stadt zeitweise eine Kamera angebracht und zusätzlich ein Hinweisschild installiert, auf dem auf die Überwachung hingewiesen wurde.

„Wir dürfen nicht dauerhaft eine Kamera anbringen, aber sie soll zumindest abschrecken. Unsere Zugriffsmöglichkeiten sind ansonsten eher gering, denn wir können nicht eine Vollzeitüberwachung der Toilettenanlagen gewährleisten. Und selbst wenn dies der Fall wäre, könnten wir die Menschen nicht in den Toilettenkabinen überwachen“, gab Regina Linde zu bedenken.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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