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Kommentar: Keine Solidarität unter Krankenhäusern
Impfstoffverteilung sorgt für Unmut

Die Verteilung der Impfdosen sorgt für Unmut in der heimischen Krankenhauslandschaft.
  • Die Verteilung der Impfdosen sorgt für Unmut in der heimischen Krankenhauslandschaft.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Marc Thomas

1000 Mitarbeiter seiner Krankenhäuser hat das Diakonie Klinikum an den ersten beiden Impftagen – es werden bis Anfang Februar auch die beiden einzigen bleiben – mit einer Dosis von Biontech versorgt. Fünf- bis zehnmal so viele wie die anderen Siegener Kliniken. Obwohl die Hauptlast der Corona-Patienten in erster Linie vom Kreisklinikum, in zweiter Reihe vom Marien-Krankenhaus getragen wird. Ärzte und Pflegepersonal dort sind mehr als verstimmt. Verständlich. Bis dort das medizinische Personal, das täglich Kontakt mit Covid-19-Patienten hat, mit beiden Dosen geimpft ist, dauert es durch den Impfstopp nun bis Mitte Februar.

Die Diakonie hat ein Interesse daran, die Belegschaft schnellstmöglich zu schützen.

1000 Mitarbeiter seiner Krankenhäuser hat das Diakonie Klinikum an den ersten beiden Impftagen – es werden bis Anfang Februar auch die beiden einzigen bleiben – mit einer Dosis von Biontech versorgt. Fünf- bis zehnmal so viele wie die anderen Siegener Kliniken. Obwohl die Hauptlast der Corona-Patienten in erster Linie vom Kreisklinikum, in zweiter Reihe vom Marien-Krankenhaus getragen wird. Ärzte und Pflegepersonal dort sind mehr als verstimmt. Verständlich. Bis dort das medizinische Personal, das täglich Kontakt mit Covid-19-Patienten hat, mit beiden Dosen geimpft ist, dauert es durch den Impfstopp nun bis Mitte Februar.

Die Diakonie hat ein Interesse daran, die Belegschaft schnellstmöglich zu schützen. Dafür wurde sogar das Eiserfelder Impfzentrum genutzt, um in einer höheren Schlagzahl spritzen zu können. Das ist nachvollziehbar. Doch hätte die Diakonie – immerhin ist der Kirchenkreis Eigentümer, das christliche Weltbild verwurzelt – bei der Impfstoffbestellung nicht den Dialog mit den anderen Kliniken suchen müssen? Diese ringen nämlich darum, zunächst ihre primäre Gruppe in absehbarer Zeit geimpft zu bekommen, während die Diakonie bereits in Erwartung einer weiteren großen Lieferung war – auch für die Mitarbeiter außerhalb der primären Gruppe.

Solidarität in Zeiten der Pandemie sieht anders aus. Zumal die Zahl der Corona-Patienten im Jung-Stilling übersichtlich ist und das Bethesda-Krankenhaus (auch im Eigentum der Diakonie), dessen Mitarbeiter auch in großer Zahl in den Genuss einer Impfung gekommen sind, bei der Behandlung von Covid-19-Patienten in der Region bislang fast komplett außen vor blieb.

Verwunderung über Impfstoff-Verteilung

Auf der anderen Seite hätten sich auch die anderen Kliniken von vorne herein mehr Impfstoff für die ersten Tage beschaffen können, hätten damit aber einen Verdrängungswettbewerb losgetreten und möglicherweise dafür gesorgt, dass die Dosen noch früher ausgehen. Dass aber nach so kurzer Zeit bereits kein, schon bestellter, Impfstoff mehr verfügbar ist, wird den betroffenen Kliniken, die sich für den Weg entschieden haben, ihre Mitarbeiter in kleineren Mengen und dafür Tag für Tag in den eigenen Räumlichkeiten zu impfen, nun zum Verhängnis.

Impfzentren starten eine Woche später

Dass Menschen, die täglich direkten Kontakt mit Covid-Patienten haben, nun eine weitere, quälend lange Zeit auf die wichtige Impfung warten müssen, während andere Häuser bereits große Teile der impfwilligen Belegschaft geimpft haben, hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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