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Mediziner sind sich uneins
Impfung von Kindern früh diskutiert

Äußerst umstritten ist auch unter hiesigen Medizinern vor allem die politische Forderung aus Berlin und Düsseldorf nach Durchimpfung der Kinder gegen Corona.
  • Äußerst umstritten ist auch unter hiesigen Medizinern vor allem die politische Forderung aus Berlin und Düsseldorf nach Durchimpfung der Kinder gegen Corona.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

goeb Siegen. Äußerst umstritten ist auch unter hiesigen Medizinern vor allem die politische Forderung aus Berlin und Düsseldorf nach Durchimpfung der Kinder gegen Corona. Die inzwischen zurückgetretene Familienministerin Franziska Giffey und jetzige SPD-Landeschefin Berlin stellte schon sehr früh diese Forderung auf, auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hätte zu Beginn des nächsten Schuljahres am liebsten geimpfte Kinder in den NRW-Schulen. Wobei: Eine Impfpflicht wie etwa bei der Masernerkrankung schließt die Politik aus. Sie setzt auf die Kraft der Argumente.

goeb Siegen. Äußerst umstritten ist auch unter hiesigen Medizinern vor allem die politische Forderung aus Berlin und Düsseldorf nach Durchimpfung der Kinder gegen Corona. Die inzwischen zurückgetretene Familienministerin Franziska Giffey und jetzige SPD-Landeschefin Berlin stellte schon sehr früh diese Forderung auf, auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hätte zu Beginn des nächsten Schuljahres am liebsten geimpfte Kinder in den NRW-Schulen. Wobei: Eine Impfpflicht wie etwa bei der Masernerkrankung schließt die Politik aus. Sie setzt auf die Kraft der Argumente.
Laschet fühlte sich durch den Beschluss des Deutschen Ärztetages in seiner Einschätzung bestätigt, als der schon Anfang Mai eine klare Ansage machte: Damit die Bevölkerung ihre Herdenimmunität erreiche, müssten Kinder und Jugendliche in ein Impfkonzept einbezogen werden.

Alle Familienmitglieder impfen

Interessanterweise argumentierten die Deputierten des Deutschen Ärztetages auch politisch. Sie forderten gleichberechtigte Teilhabe der Familien mit Kindern. Und das lasse sich nur mittels Impfung aller Familienmitglieder erreichen. Europa gab schon mal grünes Licht. Doch die Ärzte sprechen nicht mit einer Zunge. Auf dem Fuße folgten gegenteilige Meinungen, beispielsweise vom „Verein für individuelle Impfentscheidung“. Sie unterstellten den Kollegen, sie sprächen sich mit ihrem Votum für einen Quasi-Impfzwang der Kinder und Jugendlichen aus. Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, mahnte, Kinder seien keine kleinen Erwachsenen und reagierten möglicherweise anders. Die Stiko möchte noch weitere valide Daten. Manche Mediziner erwarten bei ihnen heftigere Reaktionen auf das Vakzin als bei Erwachsenen, weil bei Kindern und Jugendlichen das Immunsystem aktiver ist.

Drosten gieße Öl ins Feuer 

Öl ins Feuer goss dann der Virologe Christian Drosten (Charité), der unterstrich, dass eine Herdenimmunität womöglich in weite Ferne rücke, würde man einen so großen Teil der Gesellschaft von der Impfung ausschließen (unter 16-Jährige bilden ca. 15 Prozent Bevölkerungsanteil). Zurückhaltend reagierte ferner die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). „Das Recht auf den Besuch von Schule und Kindertagesstätte oder der Anspruch auf gleichberechtigte soziale Teilhabe kann nicht an eine bestimmte Impfentscheidung geknüpft werden“, ließ sich DEGAM-Präsident Professor Martin Scherer jetzt zitieren.

Impfgegner ohnehin taub

Hiesige Mediziner warten in vielen Fällen erst einmal ab, weil sie auf eine Beurteilung durch die Ständige Impfkommission setzen. Kinderarzt Dr. Andreas Knust (Kreuztal) beispielsweise will bei Wegfall der Priorisierung am 7. Juni nur über 16-Jährige gegen Corona impfen. „Sollte seitens der Stiko eine Empfehlung ausgesprochen werden, werde ich Kinder zwischen und zwölf und 15 Jahren gemäß der Empfehlung impfen“, heißt es auf der Kinderärzte-Website Kreuztal. Bei Impfgegnern treffen Forderungen nach Impfung von Kindern ohnehin auf taube Ohren.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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