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Debatte um Weiterbetrieb der regionalen Impfzentren
Impfungen nur noch beim Hausarzt?

Impfungen bei den Hausärzten, wie hier bei Dr. Claudia Langer in Siegen, haben der Corona-Bekämpfung einen Schub verliehen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

tip Siegen/Neunkirchen. Um den Weiterbetrieb der regionalen Impfzentren ist vor den Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch eine Debatte entbrannt. Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, ist der Meinung, dass vorrangig Haus- und Fachärzte die Impfungen übernehmen sollten. Dies sei, unter anderem, wesentlich kostengünstiger. Doch sind dafür überhaupt genügend Kapazitäten da?

Die Kassenärz

tip Siegen/Neunkirchen. Um den Weiterbetrieb der regionalen Impfzentren ist vor den Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch eine Debatte entbrannt. Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, ist der Meinung, dass vorrangig Haus- und Fachärzte die Impfungen übernehmen sollten. Dies sei, unter anderem, wesentlich kostengünstiger. Doch sind dafür überhaupt genügend Kapazitäten da?

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) begrüßt die Überlegungen: „Die Corona-Schutzimpfung sollte, sofern genügend Impfstoff da ist, vollständig in den Vertragsarztpraxen durchgeführt werden – genau wie auch jede andere Impfung“, so Sprecherin Vanessa Pudlo.

Praxen alleine zu wenig Impfstoff

Zwar seien die Praxen in der Region recht stark belastet. Doch dies hänge vor allem damit zusammen, dass viele Patienten geimpft werden möchten und die Praxen kontaktieren, diese aber nicht genügend Impfstoff haben, um alle Nachfragen zu erfüllen. „Das führt nicht selten zu Diskussionen und Konflikten. Die Vertragsärzte möchten also gerne mehr impfen, können es aber aktuell nicht. Auch ändern sich die Liefermengen immer wieder kurzfristig, was einen großen organisatorischen Aufwand in den Praxen verursacht. Es braucht also mehr Impfstoff und zuverlässige Liefermengen, damit sich die Situation in den Praxen wieder normalisieren kann“, teilt die Vereinigung mit. Seit Anfang April wurden mehr als 2,2 Millionen Bürger in Westfalen-Lippe von den niedergelassenen Ärzten der Region geimpft.

"Egal, wo geimpft wird:
Hauptsache, das Zeug
landet in möglichst vielen Oberarmen.“

Sandra Herbst
Angestellte Ärztin, Neunkirchen

Im Impfzentrum Siegen-Wittgenstein in Eiserfeld wurden in der Spitze bis zu 1401 Menschen geimpft. An schwachen Tagen waren es etwas mehr als 400, teilt der Kreis mit. Es gebe aktuell weder Überlegungen, das Impfzentrum vor dem eigentlichen Ende des Mietvertrags am 30. November 2021 zu kündigen, noch den Vertrag vorzeitig zu verlängern. „Die Option zur Verlängerung um ein Jahr besteht aber“, so die Pressestelle des Kreises. Das NRW-Gesundheitsministerium prüfe aktuell mehrere Szenarien. Dabei würden auch mögliche Auffrischungs-Impfungen eine Rolle spielen.

Impfungen in Praxen schneller

Sandra Herbst spricht sich für einen fortlaufenden Parallelbetrieb aus: Impfungen in den Zentren und bei den Hausärzten. Sie ist angestellte Ärztin in der Hausarztpraxis Chung&Wiens in Neunkirchen und hat in der Vergangenheit auch im Impfzentrum Siegen-Wittgenstein ausgeholfen. „Der Vorteil der Impfung in der Praxis ist die Schnelligkeit. An einem normalen Impf-Nachmittag schaffen wir hier in zwei bis drei Stunden etwa 100 Patienten. Im Impfzentrum würde das sicher die doppelte bis dreifache Zeit dauern“, so Herbst.

Hinderlich – und teuer – sei dort vor allem die Bürokratie: „Alles wird mehrfach ausgedruckt, anschließend dann kopiert, in Kisten verpackt und per Post zur Kassenärztlichen Vereinigung geschickt. Da sind bei uns die Wege kürzer.“ Allerdings, so die Ärztin, müsse man auch sagen, dass die Praxen alleine den Ansturm momentan nicht würden bewältigen können. Daher sei der Parallelbetrieb weiter von Nöten. Herbst: „Generell möchte ich sagen, dass es eigentlich egal ist, wo geimpft wird: Hauptsache, das Zeug landet in möglichst vielen Oberarmen.“

Autor:

Tim Plachner

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