SZ

Corona-Regeln gelockert
In Altenheimen fallen die Masken

„Ein Stück Normalität“ soll in den Altenheimen einkehren, kündigt NRW-Gesundheitsminister Laumann an. Dann werden auch die Bewohner im Marienheim aufatmen – und zwar ganz ohne Masken, die bis jetzt noch den Alltag bestimmen.
  • „Ein Stück Normalität“ soll in den Altenheimen einkehren, kündigt NRW-Gesundheitsminister Laumann an. Dann werden auch die Bewohner im Marienheim aufatmen – und zwar ganz ohne Masken, die bis jetzt noch den Alltag bestimmen.
  • Foto: rt
  • hochgeladen von Marc Thomas

ihm Siegen/Düsseldorf. Mit einer überraschenden Nachricht trat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag vor die Presse: Es wird weitgehende Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den Altenheimen geben. Die Bewohner sollen nicht mehr zum Maskentragen verpflichtet sein, gemeinsame Beschäftigungsangebote wie Basteln oder Singen, Gottesdienste, gemeinsames Mittagessen und Kaffeetrinken im Speisesaal – all das soll wieder erlaubt sein.

Die Verordnung, die Laumann ankündigte, war am Donnerstagnachmittag noch nicht veröffentlicht. Auf die Frage, wann die Veränderungen in Kraft treten, sagte der Minister in der Pressekonferenz: „Das kann morgen oder übermorgen sein, das geht jetzt schnell.“ Geschrieben sei der Text jedenfalls schon.

ihm Siegen/Düsseldorf. Mit einer überraschenden Nachricht trat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag vor die Presse: Es wird weitgehende Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den Altenheimen geben. Die Bewohner sollen nicht mehr zum Maskentragen verpflichtet sein, gemeinsame Beschäftigungsangebote wie Basteln oder Singen, Gottesdienste, gemeinsames Mittagessen und Kaffeetrinken im Speisesaal – all das soll wieder erlaubt sein.

Die Verordnung, die Laumann ankündigte, war am Donnerstagnachmittag noch nicht veröffentlicht. Auf die Frage, wann die Veränderungen in Kraft treten, sagte der Minister in der Pressekonferenz: „Das kann morgen oder übermorgen sein, das geht jetzt schnell.“ Geschrieben sei der Text jedenfalls schon.

Erleichterung macht sich breit

Die Heimleiter und -träger, die die SZ am Donnerstag nach den Neuerungen fragte, waren samt und sonders darüber noch nicht informiert. Die ersten Reaktionen waren dennoch geprägt von Erleichterung. Michael Becker, Heimleiter im Haus Abendfrieden in Helberhausen: „Das wäre schon toll, wenn wir endlich wieder die Beschäftigungsangebote und die sozialen Dienste hochfahren könnten.“ Das Haus Abendfrieden hat durch einen Corona-Ausbruch eine sehr schwere Zeit hinter sich – Michael Becker ist die Belastung der letzten Wochen noch anzuhören: „Das war ganz, ganz schlimm.“ 40 Infizierte und fünf Todesfälle gab es im Heim.

Jetzt erlaube man gerade, dass sich ganz wenige Personen gleichzeitig im großen Speisesaal mit dem entsprechenden Abstand aufhalten. Was die Neuregelungen aus Düsseldorf bedeuten, muss der Heimleiter erst einmal prüfen.

Herdenimmunität nach Impfung

Die Bewohner sollen nicht mehr verpflichtend getestet werden, sagte Karl-Josef Laumann. Es gebe ja de facto eine Herdenimmunität in den Altenheimen nach den Impfungen. „Am 23. Dezember 2020 hatten wir 5000 Infizierte in den Altenheimen, heute deutlich unter 400.“ Die Wirksamkeit der Impfstrategie habe sich bestätigt.

Es bleibe aber dabei, so Laumann, dass die Beschäftigten in den Heimen alle 72 Stunden getestet werden müssten, ebenso sollen alle Besucher vor dem Betreten der Einrichtung einen Test absolvieren.
Genau darin sieht die Mariengesellschaft als Trägerin mehrerer Altenheime ein gewisses Problem, weil künftig fünf Personen plus Kinder unter 14 zu Besuch kommen dürfen wie Laumann ankündigte: Pressesprecher Dr. Christian Stoffers: „Die Erweiterung des Kreises der Besucher stellt die Einrichtungen vor besondere Herausforderungen. Aktuell fallen z. B. im Marienheim in Weidenau etwa 70 Testungen von Gästen an einem Wochenende an. Bei einer Erweiterung des Besucherkreises ist mindestens von einer Verdopplung der Testungen auszugehen.“

Auch Besucher müssen keine Maske mehr tragen

Dann sei zu prüfen, wo sich die Besucher in der Einrichtung aufhalten dürfen. Bislang war der Besuch auf das Zimmern der Bewohner beschränkt, was eine Nachverfolgung möglicher Infektionsketten ermöglicht hat.

„Grundsätzlich“, so Stoffers, freuen wir uns mit den Bewohnern, dass wieder gemeinschaftliche Aktivitäten wie Singen, Gottesdienste, Basteln oder Kochen möglich sein können. Auch das gemeinschaftliche Essen wird sehnlich von den Bewohnern erwartet.“

Eine weitere gute Nachricht: Auch die Besucher müssen keine Maske mehr tragen, wenn sie im Zimmer ihres Angehörigen sind. Laumann: „Der enge und persönliche Kontakt soll wieder möglich sein und auch, dass man die Mutter wieder in den Arm nehmen kann.“ Man müsse bedenken, so der Minister, dass die Lebenszeit der Menschen in den Altenheimen oft sehr begrenzt sei. Die Einschränkung von Kontakt und Nähe dauerten jetzt schon ein Jahr, das sei eine „verdammt lange Zeit“: „Nicht alle leben ein Jahr im Altenheim.“

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen