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Entzerrung vor Schulstart nicht umsetzbar
In den Bussen bleibt es eng

Dass Schüler in einer Woche dicht an dicht in und vor den Schulbussen stehen, soll möglichst vermieden werden. Doch die Zeit drängt, und mögliche Lösungen gestalten sich schwierig.
  • Dass Schüler in einer Woche dicht an dicht in und vor den Schulbussen stehen, soll möglichst vermieden werden. Doch die Zeit drängt, und mögliche Lösungen gestalten sich schwierig.
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  • hochgeladen von Julian Kaiser (Volontär)

juka Siegen. Während für das Verhalten innerhalb der Schulen vor dem Unterrichtsbeginn in einer Woche die meisten Regeln abgesteckt sind, bleiben bei der An- und Abreise noch einige Fragezeichen. Besonders die Schulbusse bereiten den Schulleitern Kopfschmerzen. Denn dicht an dicht, möglicherweise sogar ohne Mundschutz, an der Haltestelle auf den Bus wartende Schüler, die dann in Scharen in das Fahrzeug strömen, würden die Konzept innerhalb der Schulen ein Stück weit torpedieren. Eine Entzerrung des Systems, beispielsweise durch mehr Busse oder geänderten Startzeiten, wodurch die Nachfrage besser verteilt wird, scheint jedoch kurzfristig nicht realisierbar zu sein.

juka Siegen. Während für das Verhalten innerhalb der Schulen vor dem Unterrichtsbeginn in einer Woche die meisten Regeln abgesteckt sind, bleiben bei der An- und Abreise noch einige Fragezeichen. Besonders die Schulbusse bereiten den Schulleitern Kopfschmerzen. Denn dicht an dicht, möglicherweise sogar ohne Mundschutz, an der Haltestelle auf den Bus wartende Schüler, die dann in Scharen in das Fahrzeug strömen, würden die Konzept innerhalb der Schulen ein Stück weit torpedieren. Eine Entzerrung des Systems, beispielsweise durch mehr Busse oder geänderten Startzeiten, wodurch die Nachfrage besser verteilt wird, scheint jedoch kurzfristig nicht realisierbar zu sein.

Änderung der Zeiten nicht umsetzbar

„Eine Änderung bei den Busfahrzeiten oder auch der Einsatz zusätzlicher Busse ist seitens der Stadt Siegen derzeit nicht vorgesehen und auch nicht umsetzbar. Fast alle Siegener Schulen sind über Linienverbindungen zu erreichen, deren Zeiten und Führungen langfristig festgelegt sind. Zusätzliche Buskapazitäten müssten ausgeschrieben und beauftragt werden. Hierzu stehen die notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung“, erklärt der zuständige Dezernent im Rathaus der Krönchenstadt, André Schmidt.

Grundsätzlich aber wären auch in den Schulen in Trägerschaft der Stadt Siegen Entzerrungen möglich. „Es obliegt den Schulleitungen, dies durch organisatorische Maßnahmen umzusetzen“, so Schmidt weiter. Gespräche habe es in dieser Hinsicht bereits vor den Sommerferien gegeben. Sollten jedoch vom Land Mittel bereitgestellt werden, mit denen zusätzliche Busfahrten realisiert werden könnten, würde die Situation gemeinsam mit den Schulleitungen neu bewertet werden.

VWS verweist auf Hygieneregeln

Ab Montag kehren die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) wieder zum normalen Fahrplan zurück. Einzig der Uni-Verkehr bleibt, wie üblich in der vorlesungsfreien Zeit, eingeschränkt. Mehr Fahrten an die Schulen wird es jedoch nicht geben. „Im Rahmen des verfügbaren Personals und der Fahrzeuge könnten wir in begrenztem Umfang zusätzliche Fahrten ausführen“, betont Gerhard Bettermann, Leiter Vertrieb und Technik bei der VWS. Voraussetzung dafür wäre jedoch die Initiative des Schulträger. Stand heute werde demnach im August dieselbe Anzahl von Bussen in Betrieb sein, wie zu Beginn des Jahres.

„Die Beförderung der Schülerinnen und Schüler erfolgt im Linienverkehr nach einem genehmigten Fahrplan. Dieser Linienfahrplan ist auch nicht einfach mal so auszudehnen“, zeigt Bettermann die Schwierigkeiten auf. Kapazitätsprobleme erwartet er im normalen Schulbetrieb nicht, zumal auch alle Großraumfahrzeuge wieder im Einsatz sein werden; er verweist zudem auf die Hygienevorgaben, die von den Verkehrsbetrieben für die Fahrgäste aufgestellt wurden.

Schulen nehmen Träger in die Pflicht

„Es ist richtig, über das Thema nachzudenken. Aber es wäre besser gewesen, das im April oder Mai zu machen“, bemängelt Rüdiger Käuser, Schulleiter des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums in Siegen. „Wir haben von vorne herein angemerkt, dass auch der Schulweg und nicht nur die Gegebenheiten vor Ort beachtet werden müssen!“ Nun habe man, den Vorgaben entsprechend, einen regulären Unterrichtsbetrieb geplant, die Stundenpläne erstellt. „Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass bis nächste Woche noch eine zufriedenstellende Lösung zu finden sein wird“, prangert Käuser an. „Wir befinden uns am Ende der Kette.“

Den Schulträger in die Pflicht nimmt derweil Sven Berghäuser, Schulleiter des Gymnasiums auf der Morgenröthe. „Eine Möglichkeit wäre es, die Startzeiten an den verschiedenen Schulen zu unterscheiden und dann erst die eine, dann die andere Schule anzufahren. Aber das muss ein schlüssiges Gesamtkonzept sein, das können wir nicht entscheiden“, stellt Berghäuser klar. Dass man innerhalb der Schule zu verschiedenen Zeiten beginnt, bezweifelt der Schulleiter jedoch.

Umgang mit der Thematik verhalten

„Der erste Ansprechpartner in dieser Sache ist der Schulträger“, gibt auch Corie Hahn vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe die Verantwortung ein Stück weit ab. Zudem sieht die Rektorin auch keine große Notwendigkeit einer Entzerrung. „Das ist ja bei uns nichts anderes als beim normalen öffentlichen Personennahverkehr“, zeigt Hahn auf. Zudem würden viele Schüler mit dem Zug anreisen,da sei die Situation sowieso eine andere.

Auch in Olpe ist man verhalten. „Wir haben kurz darüber gesprochen. Aber es gibt wenig Möglichkeiten für uns“, stellt Manuel Cordes aus der Schulleitung der St.- Franziskus-Schule klar. Auch ein gestaffelter Schulbeginn sei wegen des Kurslehrer-Prinzips problematisch. „Wenn ein Lehrer in der ersten Stunde einen Kurs in der Oberstufe hat, die später beginnt, in der dritten Stunde dann aber in Klasse 5 muss, die früher begonnen hat, ist das nicht praktikabel“, erklärt Cordes. Zumal es in vielen Ortschaften nur einen Bus geben würde und bei Verschiebungen bei der Anfangszeit auch das Schulende und der Nachhause-Transport angepasst werden müsste. Stattdessen werde es in der Schule weitreichende Maßnahmen geben.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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