100. Stolperstein verlegt
In Gedenken an Wilhelm Reuter

Mit viel Fingerspitzengefühl wurde der Gedenkstein mithilfe von Ralf Schumann, Leiter der Bluebox, in das Pflaster eingepasst.
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tos Siegen. Bereits seit mehreren Jahren befasst sich die Jugend des Technischen Hilfswerk Siegen immer wieder mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Im Jahr 2009 erarbeitete eine Gruppe das Schicksal der Zwangsarbeiterin Nadja Potemkina und verlegte einen Stolperstein mit dem Künstler Gunter Demnig am Siegener Kaisergarten.

Nun beteiligte sich die THW-Jugend, gemeinsam mit dem Stadtjugendring Siegen, zum zweiten Mal an dem Projekt und konnte im Zuge dessen den 100. Stolperstein auf der Von-Gericke-Straße, in Gedenken an Wilhelm Reuter, verlegen. Hierfür hatten sich die Jugendlichen in Kooperation mit dem Aktiven Museum lange mit Wilhelm Reuters Schicksal befasst. Dazu betrieben sie ausgiebige Internet- und Archiv-Recherche. Daran angeschlossen gab es noch eine Rallye durch Siegen, die sich mit den in der ganzen Stadt verteilten Stolpersteinen befasste.

In Polizeihaft gequält und letztlich tödlich verletzt

Einige der Informationen, die sie während ihrer Recherchen erhalten haben, fanden die Jugendlichen schockierend. Während sich die jungen Menschen mit dem Schicksal von Wilhelm Reuter aus Siegen im Stadtarchiv auseinandergesetzt haben, konnten sie folgenden Lebenslauf bestätigen: Wilhelm Reuter wurde 1883 in Bürbach geboren, heiratete 1915 Martha Henriette Fenster und sie bekamen zwei Kinder. Der berufliche Schlosser arbeitete beim Eisenbahnausbesserungswerk. Die Familie Reuter wohnte an der Gutenbergstraße 7 am Rosterberg, heute Von-Gericke-Straße 7. Des Weiteren soll Wilhelm Reuter ein überzeugter Sozialdemokrat gewesen sein.

Aufgrund einer politischen Intrige und falscher Beschuldigungen am Arbeitsplatz wurde er dann unschuldig verhaftet und in der Polizeihaft im Siegener Rathaus gequält und verletzt, sodass er danach in das Stadtkrankenhaus eingewiesen werden musste. Aus diesem wurde er Wochen später als Pflegefall nach Hause entlassen. Doch nur kurze Zeit später erlag er am 17. August 1941 den Qualen und Verletzungen, die er während seiner Haft erlitten hatte, in seiner Wohnung. Als mahnendes Zeichen wurde der Gedenkstein nun von den zwei Enkeltöchtern des Opfers, Angelika Pott und Doris Höfler, gespendet.

Enkelinnen bei Zeremonie dabei

Feierlich zur Verlegung des 100. Stolpersteins fanden sich am Samstagmorgen die THW-Jugend mit ihren Betreuern Michael Philipp und Gabi Philipp sowie Ralf Schumann vom Stadtjugendring an der Von-Gericke-Straße 7 ein. Auch Enkelin Angelika Pott wohnte der Verlegung bei. Ihre Schwester konnte aus Altersgründen leider nicht aus Stuttgart nach Siegen kommen. Auch einige interessierte Bürger schauten zu und konnten sich zudem auf von der THW-Jugend angefertigten Plakaten informieren.

Autor:

Tonia Schöler (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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