In schwierigen Zeiten Flagge gezeigt

SPD-Delegation startete zu einer Informationsreise in den israelischen Partnerkreis Emek-Hefer

Siegen. „Solidarität in schwierigen Zeiten!” Unter dieser Überschrift stand der Besuch der SPD-Kreistagsfraktion im israelischen Partnerkreis Emek Hefer. Die Kommunalpolitiker aus Siegen-Wittgenstein waren bereits unmittelbar nach Abschluss ihrer Informationsreise übereinstimmend der Meinung, dass der Besuch durch einen herausragenden politischen Charakter gekennzeichnet war.

Der Reiseantritt erfolgte schon mit Nachdenklichkeit, denn die politische Lage war durch den provozierenden Auftritt des Vorsitzenden des israelischen Likud-Blocks, Sharon, auf dem Tempelberg in Jerusalem, sehr angespannt. Keiner der Mitreisenden hatte jedoch erwartet, dass die Lage innerhalb kürzester Zeit in dieser Weise eskalierte.

Das vorgesehene Informationsprogramm musste deshalb auch teilweise abgeändert werden, weil z.B. ein Besuch im Westjordanland oder im Gazastreifen nicht möglich war. Diese Gebiete wurden durch das israelische Militär zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen hermetisch abgeriegelt.

Die Auswirkungen der Situation wurden jedoch für die sozialdemokratische Reisegruppe überall deutlich spürbar. Vor allem in Jerusalem, da hier im Zusammenleben auf engstem Raum der vorhandene Konflikt in Protestaktionen mit latenter Gewaltbereitschaft zwischen Juden und Arabern hervortrat. Ein Besuch in der Altstadt Jerusalems musste umgehend abgebrochen werden. Die SPD-Delegation hatte mittags in einem arabischen Restaurant Platz genommen, als Jugendliche, womöglich aufgewiegelt durch fundamentalistische Kräfte, dem ein jähes Ende setzten. Innerhalb weniger Minuten waren alle Restaurants und Geschäfte geschlossen. Die Straßen, in denen vorher ein reges und buntes Leben stattfand, waren plötzlich menschenleer.

Für die heimischen Kommunalpolitiker war die militärische Präsenz sehr ungewohnt. Bei den Besuchen in den Jahren 1981 und 1993 hatte man schon ähnliche Erfahrungen gemacht. In diesem Jahr wurde der Ernst der Situation aber ganz besonders deutlich. Beim offiziellen Empfang im Kreishaus durch den Landrat Nachum Itzkovitz wurde deutlich, welchen solidarischen und freundschaftlichen Stellenwert der Besuch aus Deutschland für die Israelis hatte. Landrat Itzkovitz ging sehr intensiv auch auf das aktuelle Thema ein und zeigte sich sehr betroffen. Es war ihm ein ganz besonderes Anliegen darauf hinzuweisen, dass die Menschen hier, ob Israelis oder Araber, in Frieden und Freundschaft miteinander leben wollen. Eine kürzlich in Auftrag gegebene Studie ergab, dass rund 90 Prozent der Menschen so denken. Der Landrat bat die Delegation, diese Information mitzunehmen und weiterzutragen. So könnten sozialdemokratische Politiker aus Deutschland zu Botschaftern des Friedens werden.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Hans-Dieter Moritz (MdL), stellte in seiner Ansprache deutlich heraus, dass es ein Akt der Solidarität sei, gerade auch in schwierigen Zeiten den Freunden beizustehen und Flagge zu zeigen. Moritz machte deutlich, dass die Partnerschaft zwischen den Kreisen Emek Hefer und Siegen-Wittgenstein immer mit Leben erfüllt war und sei. Sie bestünde nicht nur auf dem Papier und die Sozialdemokraten würden alles unternehmen, damit dies auch zukünftig so bleibe.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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