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Konjunktur: Dem Baugewerbe geht es vergleichsweise gut
Industrie ist das Sorgenkind

"Die Zeiten der Rekordbeschäftigung sind vorbei", sagt Felix Hensel, Präsident IHK Siegen.

tile Siegen/Olpe. Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hebt sich etwas, von gut ist sie aber noch weit entfernt. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK Siegen in ihrem aktuellen Konjunkturklimabericht. An der Umfrage hatten sich im September nach Angaben der Kammer 543 Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe mit insgesamt über 38 000 Beschäftigten beteiligt. Demnach kletterte der Konjunkturklimaindex von 65 auf 92. Er liegt damit weiter deutlich unter dem langfristigen Mittelwert der vergangenen 20 Jahre von 106. Das Sorgenkind ist die Industrie.
Unternehmen sind optimistischer„Ein bisschen hellt es sich auf“, beschreibt IHK-Präsident Felix Hensel das augenblickliche Stimmungsbild.

tile Siegen/Olpe. Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hebt sich etwas, von gut ist sie aber noch weit entfernt. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK Siegen in ihrem aktuellen Konjunkturklimabericht. An der Umfrage hatten sich im September nach Angaben der Kammer 543 Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe mit insgesamt über 38 000 Beschäftigten beteiligt. Demnach kletterte der Konjunkturklimaindex von 65 auf 92. Er liegt damit weiter deutlich unter dem langfristigen Mittelwert der vergangenen 20 Jahre von 106. Das Sorgenkind ist die Industrie.

Unternehmen sind optimistischer

„Ein bisschen hellt es sich auf“, beschreibt IHK-Präsident Felix Hensel das augenblickliche Stimmungsbild. Immer noch geben 41 Prozent der Unternehmen an, die Lage sei schlecht (im Mai waren es 48,2 Prozent). Allerdings erwarten „nur“ noch 31,1 Prozent schlechtere Zeiten. Das ist ein Viertel weniger als kurz nach dem Lockdown. Vor allem die Zahlen aus Olpe, wo zahlreiche Autozulieferer produzieren, überraschen die Kammer. Trotz negativer Beurteilung der aktuellen Lage (Index -21) blicken die Firmen eher optimistisch auf die kommenden Monate. Im sauerländischen Kreis legt das Stimmungsbarometer im Vergleich zu Mai um satte 58 Punkte zu und erreicht sogar den höchsten Wert (Index 12) seit Januar 2018.

Industrie ist Sorgenkind

Über Siegen-Wittgenstein rechnet die Industrie, geprägt von den Maschinenbauern, hingegen nicht so schnell mit einem Silberstreif am Horizont. Seit Mai hat sich die Situation nach Datenlage (Index -30) nicht entspannt. Auch die Prognose ist weiterhin von Pessimismus gefärbt. Hier zeige sich die Abhängigkeit vom Export, dem Wachstumsmotor der vergangenen Jahre, analysiert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener den Rückgang von 19 Prozent in diesem Bereich (Inland -11 Prozent). Im Vergleich zu 2019 erwartet die regionale Industrie alleine im Ausland-Geschäft Umsatzeinbußen von bis zu 1,3 Milliarden Euro. Die Auftragsbücher sind weitgehend leer. Lediglich knapp die Hälfte der Unternehmen meldet eine Auslastung von über 70 Prozent, nur etwa ein Viertel liegt über 85 Prozent.
Die Auswirkungen seien klar: „Die Zeiten der Rekordbeschäftigung sind vorbei“, sagt Felix Hensel. In Sachen Investitionsbereitschaft bleiben die Firmen ungeachtet des zaghaft aufkeimenden Optimismus insgesamt zurückhaltend.

Baugewerbe steht recht gut da

Das Baugewerbe segelt derweil unbeschadet durch den Corona-Sturm. Rund zwei Dritteln der Unternehmen geht es gut. Dafür sieht die Branche das Ende des Fahnenmastes erreicht, nur 8,3 Prozent hoffen auf noch mehr Rückenwind, zwei Fünftel glauben an eine baldige Flaute. Der Einzelhandel insgesamt scheint ebenfalls langsam aus den unruhigen Gewässern zu fahren, wobei es hier erhebliche Unterschiede gebe, betont Klaus Gräbener. Während Möbelhändler, Küchenbauer und E-Bike-Verkäufer starke Zahlen vermelden, bleibt der ganze Modebereich ein einziger Ladenhüter.

Gastgewerbe sieht teilweise schwarz

Nachdem das Gastgewerbe im Mai komplett zum Erliegen gekommen war, gibt aktuell ein Viertel der Unternehmen an, es gehe ihm schlecht. Die Erwartungshaltung insgesamt bleibt indes niedrig: 43 Prozent hoffen auf gleichbleibende Geschäfte, 44 Prozent malen ihre Zukunft schwarz. Der Dienstleistungssektor nennt die Lage gut oder befriedigend, nicht ganz einem Drittel geht es schlecht, mit einer Negativentwicklung in den kommenden Monaten rechnet gut ein Fünftel der Unternehmen.
Täuschen lassen dürfe man sich von der verbesserten Grundstimmung nicht, mahnt Klaus Gräbener: „Es wird lange dauern, bis wir in der Breite in der Industrie wieder dahinkommen, wo wir vor Corona waren.“ Die Rückmeldungen der befragten Betriebe seien diesbezüglich eindeutig: Mindestens bis Ende 2021 werde es dauern, bis sich eine Normalisierung einstelle – eher länger. Vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown. Klaus Gräbener: „Das wäre der Gau!“

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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