Industriegeschichte als Kulturerbe

Siegerländer Heimatkalender: treuer Wegbegleiter durch das Jahr / 82. Ausgabe erschienen

ph Siegen. Manches kommt und geht, manches hat Bestand. Manches gerät nur stotternd oder gar nicht in Gang, manches läuft wie geschmiert. Manches verschwindet rasch aus dem Gedächtnis, manches bleibt haften. In einer sich scheinbar immer schneller drehenden Welt ist manch einer froh über die eine oder andere wiederkehrende Konstante. Der Siegerländer Heimatkalender ist eine. Wenn er erscheint, weiß man: Jetzt beginnt die stille Zeit des Jahres. Die Zeit, in der Ruhe einkehrt und aus den Stuben warmes Licht dringt.

Ein Licht auf die wechselvolle heimische Industriegeschichte wirft der Heimatkalender 2007. »Die Geschichte der Arbeit sollte auch in Südwestfalen dokumentiert sein«, meint Dr. Alexander Wollschläger, verantwortlich für Inhalt und Gestaltung. Mit der 82. Ausgabe möchte der Netphener eine Lanze brechen für die Industriegeschichte als kulturelles Erbe. Als solches wurde diese nämlich oftmals verschmäht. Wollschläger: »Wichtige Zeugen der Technik- und Industriegeschichte im Siegerland verschwanden für immer von der Bildfläche.«

Mit seinen Monatsbildern möchte der Heimatkalender »ein wenig um Verständnis werben, damit die wenigen noch erkennbaren Spuren der technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung erhalten bleiben«. Eindrucksvolle Farbaufnahmen belegen den Reiz und die Bedeutung historischer Industriebauten. Viele sind im Zuge des Strukturwandels seit den 60er Jahren aus der Region verbannt, andere gerieten in Vergessenheit. Überwiegend Heimatfreunden und Vereinen blieb es überlassen, einige Zeugnisse der Industrie- und Bergbaugeschichte zu bewahren.

Sicher: Die Unterhaltung alter Industriedenkmäler kostet Geld und fordert innovative Lösungskonzepte. Aber eine gewisse Wertschätzung haben sie nach Ansicht des Netphener »Kalendermannes« allemal verdient. Schließlich prägten einst gewaltige Anlagen der Montanindustrie das hiesige Landschaftsbild – nicht selten nur einen Steinwurf vom Hauberg entfernt.

Neben dem Schwerpunkt Industriegeschichte hat der Heimatkalender 2007 natürlich wieder allerhand mehr zu bieten. Auf 224 Seiten entfaltet er ein reich bebildertes, facettenreiches Kaleidoskop an regionalen Begebenheiten, Anekdoten, Gedichten und Geschichten. Wie im wahren Leben liegen dabei Freud und Leid eng beieinander. So setzt der Kalender den Verstorbenen des Jahres ein ehrendes Gedenken und verzichtet nicht auf beliebte Rubriken wie den Mondkalender oder die Jahreschronik. Der Leser unternimmt einen unterhaltsamen Streifzug durch das Siegerland, Wittgenstein und benachbarte Regionen – beispielsweise zum Kindelsberg und zur Ginsburg, aber auch zum sauerländischen Wallfahrtsort Kohlhagen oder zur Grube »Füsseberg« in Biersdorf. Oftmals verschmelzen dabei Historie und Gegenwart. Ferner gewährt das beliebte Buch faszinierende Einblicke in die Natur- und Tierwelt.

Kurzum: Der Siegerländer Heimatkalender – herausgegeben vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein und gedruckt bei Vorländer in Siegen – ist und bleibt ein treuer Begleiter durch die Jahreszeiten. Erhältlich ist er zum Preis von 9,80 e in allen SZ-Geschäftsstellen und im Buchhandel.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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