Anstieg in der Region um 11, 6 Prozent
Industrieumsätze auf Vorkrisenniveau

Gerade im Kreis Olpe „brummt“ es inzwischen wieder. Die Umsatzentwicklung in der heimischen Industrie stellt sich positiv dar.
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sz Siegen/Olpe. Von Januar bis April setzten die Industrieunternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe 4,9 Milliarden Euro um. Damit stieg der Umsatz des verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent.

Der Aufschwung ist äußerst fragil

„Bei etlichen heimischen Industrieunternehmen brummt es wieder. Weite Teile des verarbeitenden Gewerbes zeigen sich erstaunlich gut von der Corona-Krise erholt. Der Auftragseingang ist überwiegend sehr erfreulich und umsatzseitig ist das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Das ist die gute Nachricht. Aber: Aufgrund von stark steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, hohen Vormaterialkosten und Lieferengpässen ist der Aufschwung äußerst fragil. „Viele trauen dem Braten nicht richtig“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die aktuellen Umsatzzahlen des Statistischen Landesamtes.

Erfreulich sei, dass die Umsatzentwicklungen in allen für unsere Region bedeutsamen Industriezweigen über den Vorjahreswerten liegen – und das zum Teil deutlich. Dies zeige sich insbesondere bei den Herstellern von Metallerzeugnissen (unter anderem Automobilzulieferer), die ein Plus von 14,5 Prozent erwirtschafteten. Aber auch die Metallerzeuger und -bearbeiter (+13,7 Prozent) sowie der heimische Maschinenbau (+ 8 Prozent) lägen derzeit „gut im Rennen“.

14,7 Prozent Umsatzzuwachs im Inlandsgeschäft

Der Umsatzzuwachs der heimischen Industrie ist derzeit doppelt so hoch wie in der übrigen nordrhein-westfälischen Industrie, die „lediglich“ auf ein Plus von 5,6 Prozent kommt. IHK-Konjunkturexperte Stephan Häger: „Vor allem das Inlandsgeschäft unserer Unternehmen läuft bestens.

Der Umsatzzuwachs beträgt hier satte 14,7 Prozent. Das Auslandsgeschäft stottert demgegenüber noch leicht, doch auch hier wird ein Plus von 7,3 Prozent erzielt. Das sind alles in allem sehr passable Zahlen, die vor einem Jahr die wenigsten erwartet hätten. Insgesamt geben sie reichlich Anlass zu Mut und Optimismus, wenngleich steigende Umsätze naturgemäß noch keine Auskunft über die Ertragsentwicklung liefern.“

Export-Zunahme ist bemerkenswert gut

Zwischen den beiden Kreisen des IHK-Bezirkes ist der Unterschied weiterhin deutlich. Die Unternehmen aus dem Kreis Olpe steigerten von Januar bis April ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 20,3 Prozent. Demgegenüber verzeichnete die Industrie in Siegen-Wittgenstein einen Zuwachs von 5,6 Prozent. Sie liegt also exakt im Landesdurchschnitt. Klaus Gräbener: „Die Industrie aus dem Kreis Olpe legte ein beachtliches erstes Quartal hin. Hier brummt es wirklich deutlich vernehmbar.
Der Inlandsumsatz stieg in den ersten vier Monaten um 20,8 Prozent, die Exporte legten um 19,3 Prozent zu. Das ist schon bemerkenswert gut.“

Aber nicht nur im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sondern auch zur Vor-Corona-Zeit konnten die Olper Industrieunternehmen die Ergebnisse steigern (+111,2 Millionen Euro bzw. +5,4 Prozent). Dagegen verbuchten die Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein zwar bessere Zahlen als im Vorjahr (Inlandsumsatz: +127,9 Millionen Euro, Auslandsumsatz: +18,4 Millionen Euro), vom Vorkrisenniveau sind sie aber noch ein Stück weit entfernt (-109,7 Millionen Euro bzw. -3,8 Prozent).

Corona auf dem Arbeitsmarkt weiter sichtbar

Die Spuren der Corona-Pandemie sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiterhin deutlich sichtbar. In den Industrieunternehmen mit 50 und mehr Mitarbeitern waren im April 53.802 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1772 bzw. 3,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stephan Häger: „Trotz des merklichen Erholungskurses der heimischen Industrie nimmt der Beschäftigungsmotor in beiden Kreisen noch nicht richtig Fahrt auf. Das zeigt: Wir sind noch nicht über den Berg. Zwar wächst die Zuversicht, die Unsicherheiten bleiben jedoch weiterhin groß.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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