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Nicht alle Bürger akzeptieren die Maskenpflicht
Info-Aktion: Jede Maske zählt

Nathanael Spatz zeigt, worauf es in Coronzeiten ankommt: Jede Maske vor Nase und Mund zählt.

mir Siegen. Der Montag hat den Menschen im Siegerland – und natürlich auch sonst wo im Land – eine ganz neue Erfahrung in der vom Coronvirus geprägten Zeit gebracht: Maskenpflicht! Beim Einkaufen im Supermarkt, in Bussen und Bahnen, beim Abholen von Speisen und Getränken, in der Apotheke sowieso und eben auch im Tankstellenhäuschen beim Bezahlen. Keine Sorge, es müssen nicht die professionellen FFP3-Exemplare sein, zur Not tut es ein Schal, ein über die Nase gezogener Skifahrer-Kälteschutz oder ein umfunktioniertes Halstuch.
Broschüre mit Nähanleitung für Mundschutz
Beliebt und tausendfach erprobt ist solch ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) aus Baumwolle, selbst genäht zu Hause an der Nähmaschine. Aus uralten T-Shirts oder längst zu klein gewordenen Slim-fit-Hemden.

mir Siegen. Der Montag hat den Menschen im Siegerland – und natürlich auch sonst wo im Land – eine ganz neue Erfahrung in der vom Coronvirus geprägten Zeit gebracht: Maskenpflicht! Beim Einkaufen im Supermarkt, in Bussen und Bahnen, beim Abholen von Speisen und Getränken, in der Apotheke sowieso und eben auch im Tankstellenhäuschen beim Bezahlen. Keine Sorge, es müssen nicht die professionellen FFP3-Exemplare sein, zur Not tut es ein Schal, ein über die Nase gezogener Skifahrer-Kälteschutz oder ein umfunktioniertes Halstuch.

Broschüre mit Nähanleitung für Mundschutz

Beliebt und tausendfach erprobt ist solch ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) aus Baumwolle, selbst genäht zu Hause an der Nähmaschine. Aus uralten T-Shirts oder längst zu klein gewordenen Slim-fit-Hemden. Nicht nur der ungeübte Mann fragt: Wie geht das mit dem Nähen überhaupt?
Eine solche Nähanleitung für einen MNS findet sich in den Info-Broschüren, die gut 50 Einsatzhelfer von DRK, Maltesern und Stadt Siegen am Montag in großer Stückzahl im Stadtgebiet Siegen, in Kreuztal und vielen anderen Orten in Siegen-Wittgenstein an den Mann und die Frau gebracht haben. Zu beinahe nachtschlafener Zeit ging es los, um 6.30 Uhr waren die ersten Teams schon unterwegs. Frei nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ standen die Ehrenamtler am Siegener Hauptbahnhof sowie weiteren Zusteigestationen, am ZOB in Siegen, Weidenau, Geisweid und Kreuztal, in Einkaufszentren und Supermärkten.

Aufklärungsaktion läuft die nächsten Tage

Einer der eifrigen Aufklärer ist Nathanel Spatz, ein junger Student auf dem Weg zum Bauingenieur. Als Gruppenführer beim DRK ist er mit allen Details zum Coronavirus bestens vertraut.
Der Eigenschutz hat bei solchen Missionen wegen des persönlichen Kontakts mit meist völlig fremden Menschen oberste Priorität, deshalb trägt Spatz in seiner leuchtend roten DRK-Kluft eine FFP3-Maske mit der höchsten Schutzfunktion. Und blaue Plastikhandschuhe.
„Die meisten Leute, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr froh über die Informationen und die Broschüre. Ja, einige waren sogar dankbar, dass sie passend dazu eine einfache Schutzmaske von uns überreicht bekommen haben“, erzählt Spatz über seinen Einsatz. Heute und an den folgenden Tagen werden weitere Aufklärungsaktionen vor Märkten und Bahnhöfen folgen.

Nicht alle akzeptieren die Maskenpflicht

Nachdenklich macht allerdings eine seiner weiteren Aussagen: „Ein paar von uns angesprochene Menschen haben die Pflicht zum Tragen der Masken nicht einsehen wollen. Wir haben ihnen alles rund um die Pandemie und die Gefahren durch das Coronavirus freundlich erklärt“, sagt Spatz mit einem Nachsatz: „Sie haben den Sinn unserer Info-Aktion natürlich auch nicht ganz erkannt.“ Zwölf Teams von DRK, Maltesern und der Stadt Siegen haben mitgemacht.

Infotelefon des Kreises

Die am Montag gestartete Aktion musste kurzfristig geplant und umgesetzt werden: „Wir haben übers Wochenende den Info-Flyer erstellt und noch Masken beschafft, um im Einzelfall vor Ort helfen zu können, damit ein Gang ins Geschäft oder die Busfahrt doch noch möglich ist, auch wenn eine eigene Maske – noch – nicht zur Hand ist“, sagt Landrat Andreas Müller. Er bedankt sich bei allen Teams, die diese Aktion unterstützen.
Für weitere Fragen steht das Infotelefon des Kreises Siegen-Wittgenstein von 8 bis 20 Uhr unter Te. (02 71) 333-1120 zur Verfügung.

(Noch) Kein Bußgeld in Siegen

Passend dazu taucht die Frage auf: Wer ohne Maske in einen Markt marschiert, muss der mit einem Ordnungsgeld rechnen? In Betzdorf und Mudersbach ja, weil Rheinland-Pfalz. In Siegen (NRW) noch nicht. Das Siegener Ordnungsamt zum Beispiel hat am Montag besonders am Hauptbahnhof und dem Bus-Terminal nebenan kontrolliert und alle Nicht-Maskenträger freundlich aufgefordert, es doch bitte zu tun und Abstand untereinander zu halten.
Warum keine 10 Euro Bußgeld in Siegen? „Weil der neue Paragraf aus der Coronschutzverordnung nicht im Bußgeldkatalog auftaucht“, hat Dezernent Arne Fries eine kompakt klingende Erklärung parat. „Wir schreiben noch keine Ordnungswidrigkeiten auf. Einsicht in die Maskenpflicht erzielen, das ist uns wichtiger als Geld kassieren.“
Fries wäre nicht Fries, wenn es da nicht noch eine andere Komponente geben könnte. Und das sind die uneinsichtigen Mitbürger, die vorsätzlich gegen die Regeln des Coronaschutzes verstoßen. Die gibt es, „und für die sind 10 Euro Bußgeld noch viel zu wenig“, bezieht Fries Stellung.
Was fehlt, ist eine vom Land NRW zu erlassende Richtlinie oder Verfügung. Gut möglich, dass andere Kommunen die Sache anders handhaben. Fries möchte deshalb erreichen, dass zumindest im Kreis Siegen-Wittgenstein die Ordnungsämter eine einheitliche Vorgehensweise vereinbaren und auch realisieren: „Das wäre gut und sinnvoll.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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