Nach Attacke auf Polizist ist Reul in Siegen
Innenminister telefonierte mit Opfer

NRW Innenminister Reul

kalle Siegen. Es war am Freitag beim Besuch des NRW-Innenministers Herbert Reul (CDU) das alles bestimmende Thema: die brutale Attacke auf einen 34 Jahre alten Polizeikommissar, der am 20. Juli vor einem Club in Geisweid von einem Dortmunder (24) mit dem Knie am Kopf schwer verletzt wurde (hier der SZ-Bericht). Der Beamte liegt noch immer mit einem mehrfachen Kieferbruch in der Klinik. Es wird Monate dauern, bis er seinen Dienst wieder antreten kann.

Minister Reul nutzte die Anfahrt nach Siegen, um aus dem Auto heraus mit dem Beamten am Krankenbett zu telefonieren. Gesprächsdetails blieben privat.

Reul folgte Einladung der CDA

Herbert Reul, der gerade durch seine Hemdsärmeligkeit bei den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr beliebt ist, war der Einladung des Kreisverbands Siegen-Wittgenstein der christlich-demokratischen Arbeitenehmerschaft (CDA) gefolgt. Deren agiler Vorsitzender, Hartmut Steuber, hatte im Rahmen einer Sommerbereisung den Innenminister zu dem Thema „Danke – Anerkennung – Respekt“ nach Siegen auf die Feuer- und Rettungswache eingeladen.

CDA-Mann Steuber: "Schnelle Strafverfolgung"

Unter den Gästen waren Führungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften. Einige Politiker hatten sich ebenfalls eingefunden. In seiner Begrüßung sprach Steuber davon, dass Beleidigungen, Bedrohungen, das Bespucken und tätliche Angriffe auf Einsatzkräfte keine Seltenheit mehr seien. Steuber weiter: „Wir fordern eine schnelle Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft und gerechte Strafen durch die Gerichte unter Anwendung der bestehenden Gesetze“.

Täglich tätliche Angriffe

Den Ball nahm Minister Reul auf und würdigte in seiner Rede die herausragenden Leistungen von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Kräften. Allein in NRW, so Reul weiter, gebe es insgesamt 83  000 ehrenamtliche Feuerwehrleute, die rund um die Uhr im Einsatz für das Allgemeinwohl seien. Immerhin, sagte der Minister, seien 13 Prozent aller Feuerwehrleute bereits mit diesem Problem konfrontiert gewesen. Im Jahr 2016 sei es allein in Nordrhein-Westfalen zu 6000 tätlichen Angriffen gekommen.

Haltung der Gesellschaft alarmiert Reul

„Es gibt eine Menge zu tun“, so Reul. Man müsse dem Ehrenamt zu einer größeren Lobby verhelfen. Warum ist die Haltung in Teilen der Gesellschaft gegenüber den Helfern weggerutscht, fragte der Minister in die Runde. Dies seien Alarmzeichen, die man ernst nehmen müsse.

Doch es gab auch kritische Einwände aus dem Auditorium. Kreisbrandmeister Bernd Schneider legte dann auch den Finger in die Wunde. Es sei unverständlich, dass noch heute Feuerwehrleute ihre eigene Uniform selbst zahlen müssten und Feuerwehrhäuser im Hand- und Spanndienst in Eigenregie gebaut werden müssten, so Schneider. Da war der Minister für Sekunden sprachlos.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.