BIS AUF WEITERES
Inselverkehr

SZ-Redakteur Alexander Kollek
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„Trauen Sie sich?“ – diese Frage stellte uns kürzlich der Reiseführer, als es darum ging, die griechische Insel Korfu auf eigene Faust mit dem Mietwagen zu erkunden. Vielen Pauschaltouristen mag es ausreichen, ihre Zeit am Strand oder Pool zu verbringen und das ein oder andere Ausflugsangebot der Reiseleitung in Anspruch zu nehmen. Wiederum andere Reisende wollen neben der Erholung aber auch Land und Leute kennenlernen – dazu zählen auch meine Freundin und ich. Und das geht auf einer Urlaubsinsel nun mal am einfachsten mit einem Auto, so zumindest die Theorie.

Denn obwohl sich die Verkehrsregeln auf Korfu kaum von denen in Deutschland unterscheiden, gleicht die Fahrt mit dem Pkw eher einem Abenteuer. Vor allem, wenn man sich abseits der Hauptstraßen – die man auf der bergigen Insel so gut wie gar nicht vorfindet – in die Bergdörfer begibt oder auf Nebenstrecken ausweicht, um zu abgelegenen Buchten und Stränden zu kommen. Die meisten Straßen, besser gesagt Schlaglochpisten, sind nicht nur kurvenreich, sondern auch sehr schmal, sodass oft auf beiden Seiten des Wagens kaum Platz zum Fahrbahnrand und damit häufig zum nächsten Graben bleibt. Wenn einem dann noch einer der vielen Reisebusse entgegenkommt, wird es problematisch. Jetzt den Rückwärtsgang einlegen, daran braucht man gar nicht erst zu denken. Meist hat man bereits einen Einheimischen hinter sich, der durch dichtes Auffahren, lautes Hupen und wildes Gestikulieren auf seine Gemütslage aufmerksam macht.

Als Tourist auf Korfu wird einem schnell klar: Straßen und Inselbewohner haben ihren eigenen Charakter. Das einheimische Fahrverhalten lässt sich mit den Prädikaten offensiv und risikofreudig beschreiben, gegen Verkehrsregeln und Tempolimits wird permanent verstoßen. Generell hat man das Gefühl, Stoppschilder und Ampeln sind für die Inselbewohner lediglich Handlungsempfehlungen. Erstaunlich ist auch, wie eng die Einheimischen ihre Autos hintereinander bzw. nebeneinander parken. Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass fast alle Fahrzeuge Kratzer, Macken oder größeren Schäden aufweisen. Immerhin: Unser Mietwagen blieb während des Urlaubs unversehrt. Wir sind auch mit der Erkenntnis nach Hause gekommen: „Wir haben uns getraut!“

Autor:

Alexander Kollek

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