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Siegen hat viel zu bieten
Internationales Street-Food direkt aus dem Truck

 David Konefal möchte die Burgerkultur revolutionieren.
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lm Siegen. In der einen Hand die mit frischem Gemüse – vom Bauern um die Ecke – gefüllte Einkaufstasche, in der anderen Hand lieblich riechende Herbst-Anemonen vom lokalen Blumenhandel. Der Duft von verschiedenem Essen dringt tief in die Nase, der Hunger wird immer eindringlicher. Es herrscht geschäftiges Treiben, wenn auf dem Markt die Zelte aufschlagen, Lieferwagen parken und Menschen ihre Einkäufe erledigen. Bei genauerem Hinsehen wird eines klar: Transporter, aus denen heraus Essen verkauft wird, vermehren sich stetig. So auch in Siegen.
Perser verkauft Spezialitäten auf dem WochenmarktGerade erst Ende 2019 frisch zur Szene dazugestoßen ist der Truck von Ehsan Rahmani.

lm Siegen. In der einen Hand die mit frischem Gemüse – vom Bauern um die Ecke – gefüllte Einkaufstasche, in der anderen Hand lieblich riechende Herbst-Anemonen vom lokalen Blumenhandel. Der Duft von verschiedenem Essen dringt tief in die Nase, der Hunger wird immer eindringlicher. Es herrscht geschäftiges Treiben, wenn auf dem Markt die Zelte aufschlagen, Lieferwagen parken und Menschen ihre Einkäufe erledigen. Bei genauerem Hinsehen wird eines klar: Transporter, aus denen heraus Essen verkauft wird, vermehren sich stetig. So auch in Siegen.

Perser verkauft Spezialitäten auf dem Wochenmarkt

Gerade erst Ende 2019 frisch zur Szene dazugestoßen ist der Truck von Ehsan Rahmani. Der gelernte Maschinenschlosser lebt seit über 30 Jahren in der Krönchenstadt, nachdem er aus seinem Heimatland, dem Iran, kriegsbedingt fliehen musste. „Bevor ich mit dem Truck angefangen habe, war ich schwer krank und habe meinen alten Job leider aufgeben müssen. Jetzt bin ich froh, wieder arbeiten zu können“, erzählt der gebürtige Perser, während er sein Essen vorbereitet. „In Siegen gibt es kein persisches Restaurant, deswegen verkaufe ich unsere Spezialitäten nun auf dem Wochenmarkt“, so Rahmani weiter. Dazu zählen Kräuteromelette, Reis mit Linsen oder Bohnen, Baklava und Tee. „Ich möchte, dass die Leute meine Kultur kennenlernen. Und wie lernt man eine Kultur mit allen Sinnen kennen? Durch das Essen.“

Mehr Kunden wünschenswert

Kunden kämen jedoch noch nicht all zu viele. „Es kommen eher Leute, die das Essen schon kennen“, sagt der Food-Truck-Besitzer etwas resigniert. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass mehr Menschen die unbekannte, internationale Küche kennen- und vielleicht ja auch lieben lernen.“

Als Flüchtling aus Syrien gekommen

Schon etwas länger im Geschäft der Straßenküche ist Abdulaliem Rajjoub. Vor fünf Jahren flohen er und seine Familie von Syrien nach Deutschland. In seiner Heimat besaß der gelernte Kaufmann eine Logistikfirma, sah jedoch keine Zukunft mehr in dem vom Krieg geprägten Land. „In Siegen wollten wir ein neues Leben beginnen“, so Rajjoub. Gemeinsam mit seinem Sohn fing er vor zwei Jahren dann an, selbst gekochte, arabische Gerichte auf dem Markt zu verkaufen. Das Geschäft lief gut, ganz besonders aber der Falafel.

Vom Zelt zum Food-Truck mit Falafel

Da führte eins schnell zum anderen: Mr. Falafel war geboren. Anfang des Jahres stieg die Familie vom Zelt zum Food-Truck auf. Sie möchte zukünftig sogar einen Lieferservice einführen. „Wir sind stolz auf das, was wir geschafft haben“, erzählt Rajjoub, während er aus Kichererbsenmasse kleine Kugeln formt. „Bei uns dreht sich alles um die Hülsenfrucht, aus der auch der Falafel besteht“, so der gebürtige Araber. Die frittierten Bällchen kann man einzeln und im Sandwich kaufen, außerdem bietet „Mr. Falafel“ noch Hummus und Pommes an. „Wir versuchen den Leuten unsere Essenskultur näherzubringen, das klappt am besten, wenn man ihnen Altbekanntes dazu serviert“.

Seit 33 Jahren mit Geflügel im Geschäft

Das gibt es auch beim Lkw von „Geflügel Reifenrath“. Currywurst mit Pommes, Grillhähnchen und -schenkel. „Bei uns kaufen hauptsächlich Stammkunden“, erzählt Dirk Reifenrath stolz. „Wir sind immerhin seit mehr als 33 Jahren im Geschäft.“ Mit der Zeit kam auch die Erfahrung. „Angefangen mit einem Anhänger haben wir aus der klassischen Hähnchenbraterei ein Geschäftsmodell entwickelt“, betont der 50-jährige Inhaber. Mittlerweile werde an rund 600 Trucks das beliebte Hähnchen verkauft. Die Standortwahl sei dabei auch nach so vielen Jahren nicht immer einfach, „Wir stehen gerne vor Supermärkten, doch wird das Straßenessen oft durch konkurrierende Heißtheken im Markt ersetzt, Tendenz steigend“.

Burgerkultur revolutionieren

So ergeht es auch den Brüdern Konefal. Auch ihr Truck mit dem klassischen Hamburger auf die Hand, ist nicht mehr von der Street-Food Szene wegzudenken.
Amerikanische Schnellrestaurants brachten die Burgerkultur nach Deutschland und David Konefal von Konna’s Burger möchte sie revolutionieren. „Unsere Aufgabe ist es, den Burger qualitativ so hochwertig wie möglich zu machen“. Besonders auf die regionale Herkunft der Zutaten würden er und sein Bruder Sebastian Konefal, die den Truck ihres Cousins im Jahr 2013 übernahmen, legen. „Wir verkaufen mit Liebe zum Produkt und Kunden“, so der 25-Jährige. Neben dem klassischen Hamburger gibt es hier auch vegetarische Varianten und Wochen-Specials.

Vielfältige Street-Food-Szene

Die Siegener Street-Food-Szene hat also viel zu bieten: Amerikanische Burger, persische Spezialitäten, deutsches Grillhähnchen oder arabischer Falafel. Egal ob man auf dem Wochenmarkt seine Einkäufe erledigt oder Besorgungen im Supermarkt tätigt, dringt das Hungergefühl in einem hervor, so hat man schnell etwas vom Lieferwagen auf der Hand – und dann auch im Magen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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