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Folgen wie Sperrungen minimieren
Investieren in Beton und Asphalt

Die neugebaute Talbrücke Öhringhausen, die einer der Forderungen der IHK in ihren neuen Leitpositionen entspricht.
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  • Die neugebaute Talbrücke Öhringhausen, die einer der Forderungen der IHK in ihren neuen Leitpositionen entspricht.
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win Siegen. Überschattet von Sorgen durch den Krieg in der Ukraine war ein Pressegespräch, in dessen Rahmen Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen am Freitag in deren Olper Geschäftsstelle ein Papier vorstellten, das dazu beitragen soll, die Zukunft der Region zu sichern - ein Thema, das durch zwei konkrete Vorfälle schlagartig in den Mittelpunkt gerückt sei, so IHK-Präsident Felix Hensel. Denn die Hochwässer im Mai mit ihren Folgen für den Eisenbahnverkehr und die Sperrung der Autobahn-Talbrücke Rahmede bei Hagen im Dezember hätten schlagartig einer breiten Masse klargemacht, wie sensibel, wie empfindlich das Verkehrsnetz in der Region sei - und gleichzeitig, wie wichtig, sofort aktiv zu werden.

win Siegen. Überschattet von Sorgen durch den Krieg in der Ukraine war ein Pressegespräch, in dessen Rahmen Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen am Freitag in deren Olper Geschäftsstelle ein Papier vorstellten, das dazu beitragen soll, die Zukunft der Region zu sichern - ein Thema, das durch zwei konkrete Vorfälle schlagartig in den Mittelpunkt gerückt sei, so IHK-Präsident Felix Hensel. Denn die Hochwässer im Mai mit ihren Folgen für den Eisenbahnverkehr und die Sperrung der Autobahn-Talbrücke Rahmede bei Hagen im Dezember hätten schlagartig einer breiten Masse klargemacht, wie sensibel, wie empfindlich das Verkehrsnetz in der Region sei - und gleichzeitig, wie wichtig, sofort aktiv zu werden.

Kriegsfolgen seit 1945 seien noch nicht behoben

"Zukunftssicher und innovativ", so hat die IHK ihre Leitpositionen überschrieben und fasst damit gleichzeitig das zusammen, was sie von den Verantwortlichen in Bund und Land fordert. Die Lebensader der Region sei gekappt, so Hensel, die Transporte verteuerten sich durch Umwege, Fachkräfte seien dabei, sich abzuwenden, die als Pendler von der Sperrung der Autobahn betroffen sind. Die Verkehrsinfrastruktur drohe zur Achillesferse eines ansonsten gesunden Wirtschaftsraums zu werden. IHK-Vizepräsident Walter Viegener fand gewohnt deutliche Worte: Die Ortsumgehungen im Zuge der Bundesstraße 55 seien schon unter Bundeskanzler Helmut Schmidt erstmals gefordert worden, seitdem seien 16 Verkehrsminister gekommen und gegangen - "gebaut wurden von den Ortsumgehungen Kreuztal, Ferndorf, Hilchenbach und Erndtebrück in dieser ganzen Zeit exakt null Meter", so der Attendorner Unternehmer. Noch schlimmer stelle sich die Situation der Ruhr-Sieg- und der Siegstrecke des Eisenbahnnetzes dar. Obwohl im vordringlichen Bedarf des Ausbaus, tue sich hier nichts. Gerade habe das Verkehrsministerium mitgeteilt, dass der Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke, damit diese endlich Seecontainer transportieren könne, in der Phase der Vorplanung angekommen sei. An der Siegstrecke seien gar Kriegsfolgen seit 1945 noch nicht behoben. 

IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener, IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer, Präsident Felix Hensel und Vizepräsident Walter Viegener (v. l.) stellten am Freitag in der Olper Geschäftsstelle der IHK die neuen Leitpositionen der IHK für Verkehr und Mobilität vor.
  • IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener, IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer, Präsident Felix Hensel und Vizepräsident Walter Viegener (v. l.) stellten am Freitag in der Olper Geschäftsstelle der IHK die neuen Leitpositionen der IHK für Verkehr und Mobilität vor.
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Große Hoffnungen in die neue Bundesregierung

 IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener fasste die Forderungen zusammen: "Die Talbrücke Rahmede versinnbildlicht, dass wir jahrzehntelang zu wenig in Brücken, Beton und Asphalt investiert haben. Bei aller Tragik kann diese Brücke jetzt eine Chance bedeuten, wenn die Sperrung nun dazu führt, dass wir wieder die Notwendigkeit von Investitionen in Verkehrswege erkennen." Große Hoffnungen setzt Gräbener in die neue Bundesregierung: Es sei schon ein positives Zeichen, wenn die Brückensperrung ein Thema für den Bundeskanzler sei, "auch wenn das natürlich nicht reicht". Auch die Tatsache, dass Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing (FDP) den Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) zum Bürgerbeauftragten für den Brückenneubau ernannt habe, sei ein positives Zeichen. Gräbener findet diese Idee noch ausbaufähig: "Da könnte zum Beispiel ein Staatssekretär zum offiziellen Beauftragten der Bundesregierung für den Brückenneubau ernannt werden", eine Person, bei der quasi alle Fäden zusammenliefen und die für kurze Dienstwege und schnelle Reaktion stehe. "Diese Brücke wird der Lackmustest für die neue Bundesregierung", fasste Klaus Gräbener zusammen: Hier werde sich zeigen, ob Planungsrecht verschlankt und beschleunigt werden könne und ob unterschiedliche Akteure an einem Strang ziehen können. 

Eine von wenigen Maßnahmen der jüngeren Zeit, um die Region verkehrstechnisch nach vorn zu bringen: Die Talbrücke Öhringhausen zwischen Olpe und Drolshagen wurde gesprengt und neugebaut, nicht, weil sie marode war, sondern um den Schwerlastverkehr aus dem Siegerland tragen zu können.
  • Eine von wenigen Maßnahmen der jüngeren Zeit, um die Region verkehrstechnisch nach vorn zu bringen: Die Talbrücke Öhringhausen zwischen Olpe und Drolshagen wurde gesprengt und neugebaut, nicht, weil sie marode war, sondern um den Schwerlastverkehr aus dem Siegerland tragen zu können.
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Stillstand seit vielen Jahren

Auf die besondere Situation insbesondere des Kreises Siegen-Wittgenstein in Sachen Schwertransporte wies IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer hin: "Diese Transporte spielen bei uns eine weit größere Rolle als anderswo." Doch marode Straßen und Brücken sowie bürokratische Hürden sorgten dafür, dass "wir solche Teile nicht aus der Region heraus und auch nicht hineinbekommen". Auch hier herrsche seit vielen Jahren Stillstand. Ein möglicher Ansatzpunkt, das mittel- und langfristig zu verbessern, sei die Digitalisierung: So gebe es bereits markttaugliche Verfahren zur automatischen Dauerüberwachung von Brücken, um durch rechtzeitiges Eingreifen schweren Schäden vorzubeugen. "Aber das wird nicht flächendeckend eingesetzt." 

Ein umweltschonender Weg zur Arbeit

Während der Großteil der neuen Leitpositionen sich zwangsläufig mit der Beseitigung von Fehlern der Vergangenheit befasst, enthalten sie auch echte Zukunftsoptionen. So beinhaltet der Forderungskatalog der IHK auch den Einsatz von modernem Mobilitätsmanagement. "Da wird es ganz neue Optionen geben, Auszubildende und Mitarbeiter zu den Firmen zu bringen", so Felix Hensel, Carsharing, Mitfahrzentralen oder E-Bikes seien nur einige Möglichkeiten, um den Weg zur Arbeit effizient, umweltschonend und platzsparend zu gestalten. Aber auch diese Methoden funktionieren nur, wenn die Grundforderungen der IHK umgesetzt werden, denn auch ein autonomes Elektrofahrzeug ist auf intakte Straßen und Brücken angewiesen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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