SZ

Jetzt trifft das Virus die jungen Leute
Inzidenzen zeigen mehr Ansteckungen bei unter 30-Jährigen

Die 7-Tage-Inzidenz zeigt es: In Siegen-Wittgenstein und Olpe sind bei den unter 30-Jährigen die meisten Infektionen zu verzeichnen.
2Bilder
  • Die 7-Tage-Inzidenz zeigt es: In Siegen-Wittgenstein und Olpe sind bei den unter 30-Jährigen die meisten Infektionen zu verzeichnen.
  • Foto: vecteezy
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

tip Siegen/Olpe. Vor allem junge Menschen stecken sich aktuell in Siegen-Wittgenstein und Olpe mit dem Coronavirus an. Die Siegener Zeitung hat entsprechende Daten des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Sie zeigen: In der Altersgruppe der Zehn- bis 29-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz der vergangenen zwei Wochen im Durchschnitt über zweieinhalbmal so hoch wie bei den 30- bis 59-Jährigen (19,7 zu 7,6). Die über 60-Jährigen spielen für das Infektionsgeschehen in den beiden Kreisen quasi keine Rolle mehr. Hier liegt die Inzidenz im Vergleichszeitraum bei 0,2.

Dies hängt laut Fachleuten unter anderem mit der Impfquote zusammen. Hier gibt es Zahlen auf Landesbasis. Demnach sind in NRW rund 89 Prozent der über 60-Jährigen mindestens einmal geimpft.

tip Siegen/Olpe. Vor allem junge Menschen stecken sich aktuell in Siegen-Wittgenstein und Olpe mit dem Coronavirus an. Die Siegener Zeitung hat entsprechende Daten des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Sie zeigen: In der Altersgruppe der Zehn- bis 29-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz der vergangenen zwei Wochen im Durchschnitt über zweieinhalbmal so hoch wie bei den 30- bis 59-Jährigen (19,7 zu 7,6). Die über 60-Jährigen spielen für das Infektionsgeschehen in den beiden Kreisen quasi keine Rolle mehr. Hier liegt die Inzidenz im Vergleichszeitraum bei 0,2.

Dies hängt laut Fachleuten unter anderem mit der Impfquote zusammen. Hier gibt es Zahlen auf Landesbasis. Demnach sind in NRW rund 89 Prozent der über 60-Jährigen mindestens einmal geimpft.

Noch immer keine Impfempfehlung der Stiko

Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen sind es gerade einmal rund 20 Prozent – wohl auch, weil die ständige Impfkommission des Bundes (Stiko) noch immer keine allgemeine Impfempfehlung für diese Altersgruppe ausgesprochen hat.

Bei jungen Menschen
ist eine gewisse Impfmüdigkeit erkennbar.
Andreas Sprenger
Leiter Krisenstab Kreis Olpe

Dennoch hatte das NRW-Gesundheitsministerium in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich nun auch Zwölf- bis 15-Jährige in den Impfzentren den Piks zum Schutz gegen das Coronavirus verabreichen lassen könnten. Doch die Resonanz darauf war – wie bei jungen Erwachsenen generell – vergleichsweise gering. „Hier ist eine gewisse Impfmüdigkeit erkennbar”, berichtet Andreas Sprenger, Leiter des Krisenstabs des Kreises Olpe. Christine Domnick, Leiterin des Impfzentrums in Eiserfeld, bestätigt diesen Eindruck. Beide Zentren verfügen eigentlich noch über ausreichende Kapazitäten, um viele Menschen zu impfen.

Letzte Impfungen bis Ende August

Jetzt kommt aber der Zeitfaktor ins Spiel: Die Impfzentren schließen am 30. September. Die letzten Erstimpfungen müssen daher bis Ende August erfolgen, um eine Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) drei bis Wochen später garantieren zu können. Das ruft nun die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) auf den Plan. Sie hat eine Initiative gestartet, die Impfquote unter den jungen Beschäftigten regionaler Unternehmen zu erhöhen. Boris Edelmann von der Pressestelle der Kammer: „Am Mittwoch geht es los. Auf unseren Social-Media-Kanälen lassen wir Verantwortliche aus den Bereichen Marketing, Personal und Ausbildung zu Wort kommen. Sie werden für mehr Impfungen in der betroffenen Altersgruppe werben.” Mit dabei ist unter anderem die Firma Regupol BSW Berleburger Schaumstoffwerk. Deren Leiter von Personalwesen, Aus- und Weiterbildung Meik Womelsdorf sagt dazu: „Als Ausbildungsleiter trage ich eine besondere Verantwortung für die jungen Menschen, die in einer Ausbildung oder einem dualen Studium sind. Ich empfehle jedem, der sich impfen lassen darf, dies auch zu tun. Denn eine hohe Impfquote ist besonders mit Blick auf Reiserückkehrer, Veranstaltungen und Präsenzunterricht wirklich entscheidend.“

Mobiles Impfen in den Unternehmen

Seine Kollegin Elke Sondermann-Becker, Marketing-Direktorin bei Regupol, ergänzt: „Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kollegen am Arbeitsplatz sowie Familie und Freude.” Das Unternehmen habe daher auch eine eigene Impfaktion für die gesamte Belegschaft – insgesamt rund 550 Mitarbeiter an drei Standorten in Bad Berleburg – organisiert. Das Feedback darauf sei sehr positiv gewesen. Die IHK weist zudem darauf hin, dass die Impfzentren in Siegen und Olpe die Möglichkeit des mobilen Impfens in den Unternehmen anbieten. Kontakt können interessierte Firmen hier aufnehmen: Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein, Tel. (02 71) 333 21 71, und Impfzentrum des Kreises Olpe, Tel. (0 27 22) 6 35 79 44.

Ärzte warten auf Stiko-Empfehlung

Eine SZ-Nachfrage bei heimischen Ärzten hat ein indifferentes Stimmungsbild geliefert. Angesichts fehlender Daten und Stiko-Empfehlung wollte sich kein Arzt generell für eine Impfung der Jüngsten aussprechen. „Bei der Frage sitzen wir im Moment so ein bisschen zwischen den Stühlen”, sagte Dr. Michael Prinz (Neunkirchen). Dr. Rojin James (Wilnsdorf) geht allerdings davon aus, dass sich dies schon bald ändern könnte. Jüngste Forschungsergebnisse aus den USA hätten ergeben, dass Impfungen mit mRNA-Impfstoffen innerhalb einer Risikoabwägung generell zu befürworten seien. „Ich persönlich denke, dass die Stiko zeitnah nachziehen wird.“

Die 7-Tage-Inzidenz zeigt es: In Siegen-Wittgenstein und Olpe sind bei den unter 30-Jährigen die meisten Infektionen zu verzeichnen.
Elke Sondermann-Becker.
Autor:

Tim Plachner

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
ThemenweltenAnzeige
Die Pizzeria da Pino in Geisweid wird 30 Jahre alt. Das Team freut sich über und mit seinen Gästen.
3 Bilder

Einladung an Gäste und Freunde nach Geisweid
Pizzeria da Pino feiert Geburtstag

In diesem Jahr wird die Pizzeria da Pino an der Röntgenstraße 9 in Geisweid 30 Jahre alt. Dieses Ereignis möchte das Team um Inhaber Giuseppe Giannetti und seine Ehefrau Maria am Sonntag, 19. September, ab 11.30 Uhr mit allen Kunden und Freunden, Partnern und Bekannten gemeinsam feiern. Einladung zum Sekt bei der Pizzeria da Pino„Wir sind einfach froh und dankbar, dass unsere Kunden und ihre Kinder und Enkelkinder uns so lange die Treue gehalten haben und immer noch halten. Daher ist unsere...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen