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Pläne von Umweltministerium und Landesbetrieb
Ist das die Rettung vor dem Borkenkäfer?

In Höhenlagen wie auf dem Kindelsberg ist der Fichtenbestand noch vergleichsweise wenig vom Borkenkäfer befallen. Rund 30.000 Hektar Wald mit zwölf Millionen Festmetern Holz sollen nun durch ein Pilotprojekt geschützt werden.
  • In Höhenlagen wie auf dem Kindelsberg ist der Fichtenbestand noch vergleichsweise wenig vom Borkenkäfer befallen. Rund 30.000 Hektar Wald mit zwölf Millionen Festmetern Holz sollen nun durch ein Pilotprojekt geschützt werden.
  • Foto: Dirk Manderbach (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

pm Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, wäre der Borkenkäfer bei der Frage nach der größten Plage des Jahres 2020 noch weiter vorne zu finden gewesen. Der lästige Schädling frisst sich munter durch die Wälder Nordrhein-Westfalens, hat mittlerweile über 30 Millionen Festmeter Holz beschädigt und beispielsweise in Ostwestfalen schon 90 Prozent des Fichtenbestands zerstört. Dem Treiben des Käfers wollen das NRW-Umweltministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz nun ein Ende setzen.

Die bislang noch

pm Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, wäre der Borkenkäfer bei der Frage nach der größten Plage des Jahres 2020 noch weiter vorne zu finden gewesen. Der lästige Schädling frisst sich munter durch die Wälder Nordrhein-Westfalens, hat mittlerweile über 30 Millionen Festmeter Holz beschädigt und beispielsweise in Ostwestfalen schon 90 Prozent des Fichtenbestands zerstört. Dem Treiben des Käfers wollen das NRW-Umweltministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz nun ein Ende setzen.

Die bislang noch wenig betroffenen Fichten in den Höhenlagen in Siegen-Wittgenstein und Sauerland sollen mit aller Macht geschützt werden. „Um einer weiteren Ausbreitung der Borkenkäfer in den großen, zusammenhängenden Fichtenwäldern des Sauer- und Siegerlandes effektiv und abgestimmt entgegenzuwirken, erarbeitet der Landesbetrieb Wald und Holz NRW ein standortangepasstes Maßnahmenpaket“, bestätigte Christian Fronczak, Pressesprecher des NRW-Umweltministeriums, auf SZ-Anfrage.

75 Millionen Euro für den Kampf gegen den Borkenkäfer

Das Ziel sei eine besitzartenübergreifende Borkenkäferbekämpfung und Schadensminimierung, „um die Fichtenwälder in der Folge kontinuierlich und kahlschlagfrei zu struktur- und artenreichen Mischwäldern im Sinne des Waldbaukonzepts Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln zu können“, so Fronczak, der anfügte: „Die Details befinden sich derzeit in Erarbeitung und Abstimmung.“ Zur Unterstützung der Maßnahmen weitet die Landesregierung die verfügbaren Mittel auf 75 Millionen Euro aus.
Mit diesen sollen rund zwölf Millionen Festmeter Fichte auf einer Fläche von etwa 30.000 Hektar geschützt werden, sagte Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein, im SZ-Gespräch. Diese Fläche zieht sich in „Si-Wi“ über 12.000 Hektar vom Kindelsberg entlang der Olper Kreisgrenze über die Martinshardt und den Altenberg bis Zinse und wird im Süden durch die B508 begrenzt.
„All das liegt im Wesentlichen oberhalb von 500 Metern. Dort ist es ein bisschen feuchter und im vergangenen Jahr war es da länger kalt. Deshalb gibt es dort nicht so viele Käfer wie in tieferen Lagen“, erklärt Forstamtsleiter Gertz. Weitere Flächen fallen unter die Zuständigkeit der Regionalforstämter Oberes Sauerland und Kurkölnisches Sauerland.

In Höhenlagen kann der Borkenkämpfer bekämpft werden

Angestoßen wurde das Projekt durch aktuelle Luftbildmaßnahmen, bei denen die Vitalität der dortigen Fichtenpopulation mittels einer Chlorophyll-Analyse festgestellt wurde. „In dieser Lage haben wir die Chance, den Käfer zu bekämpfen und entsprechend unsere Anstrengungen verstärkt“, so Manfred Gertz.
Bis Ende März sollen zunächst 30.000 Hektar Holz geschlagen und abtransportiert werden. Im Anschluss sollen Borkenkäferfallen und Fangbäume aufgestellt und der Neubefall aus Käfern im Boden so schnell wie möglich ausgeräumt werden. „Das Ganze zieht sich bis zum Ende der Vegetationsperiode im Oktober. In der Zeit müssen wir jeden Neubefallsherd bekämpfen“, erklärt Gertz.
Bei der benannten Fläche – und damit womöglich weiteren Höhenlagen in NRW – besteht damit berechtigter Anlass zur Hoffnung. Für tieferliegende Gebiete ist dagegen kein Optimismus angebracht. „In vielen Bereichen ist die Durchseuchung mit dem Borkenkäfer zu stark, da ist Hopfen und Malz verloren. Da muss man dann vielleicht das Fazit ziehen, dass die Fichte dort nicht mehr standortgerecht ist“, sagt Manfred Gertz.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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