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Chaos an Flughäfen spitzt sich zu
Ist der Urlaub in Gefahr?

Die Reiselust ist nach der zweijährigen Corona-Zwangspause bei vielen groß. Wer in den Urlaub fliegt, muss sich jedoch, auf lange Wartezeiten gefasst machen.
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  • Die Reiselust ist nach der zweijährigen Corona-Zwangspause bei vielen groß. Wer in den Urlaub fliegt, muss sich jedoch, auf lange Wartezeiten gefasst machen.
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gro Siegen. Gestrichene Flüge, stundenlange Verspätungen und Warteschlangen am Sicherheits-Check – an den Flughäfen herrschen derzeit Ausnahmezustände. Und das, obwohl die Hauptreisezeit im Jahr noch nicht begonnen hat. 
Schuld ist der Personalmangel
"Wer künftig auf gepackten Koffern am Flughafen sitzt, muss sich auf einiges gefasst machen. Spätestens wenn die Sommerferien in der kommenden Woche starten, wird das Chaos noch größer", glaubt Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie im Siegener Kirchweg. Schuld daran sei allein der Personalmangel an den Flughäfen und dieser könne nicht kurzfristig behoben werden. "Die Passagiere müssen also weiterhin viel Geduld haben." 

Tascioglu rät Reisenden, frühzeitig den Flughafen anzufahren und sich auf lange Wartezeiten einzustellen.

gro Siegen. Gestrichene Flüge, stundenlange Verspätungen und Warteschlangen am Sicherheits-Check – an den Flughäfen herrschen derzeit Ausnahmezustände. Und das, obwohl die Hauptreisezeit im Jahr noch nicht begonnen hat. 

Schuld ist der Personalmangel

"Wer künftig auf gepackten Koffern am Flughafen sitzt, muss sich auf einiges gefasst machen. Spätestens wenn die Sommerferien in der kommenden Woche starten, wird das Chaos noch größer", glaubt Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie im Siegener Kirchweg. Schuld daran sei allein der Personalmangel an den Flughäfen und dieser könne nicht kurzfristig behoben werden. "Die Passagiere müssen also weiterhin viel Geduld haben." 

Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie im Siegener Kirchweg, ist sich sicher, dass das Chaos an den Flughäfen während der Ferien weiter  zunehmen wird.
  • Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie im Siegener Kirchweg, ist sich sicher, dass das Chaos an den Flughäfen während der Ferien weiter zunehmen wird.
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Tascioglu rät Reisenden, frühzeitig den Flughafen anzufahren und sich auf lange Wartezeiten einzustellen. "Die frühere Faustregel, sprich zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, ist jetzt hinfällig. Ich rate meinen Kunden momentan, vier Stunden vorher einzuchecken, um kein Risiko einzugehen", so der Reiseexperte gegenüber der SZ. Zusätzlich können Urlauber weitere Dinge beachten, um das Flughafenpersonal zu Stoßzeiten zu entlasten und die Wartezeiten zu verringern: Wer kann, sollte bei Kurzreisen auf Aufgabegepäck verzichten. Wer in der Nähe des Flughafens wohnt, kann je nach Fluggesellschaft einen Vorabend-Check-in machen und dabei auch schon seine Koffer aufgeben. Dennoch betont Tascioglu: "Das Problem liegt jedoch häufig bei den Sicherheits- und Passkontrollen. Hier bleibt den Reisenden letztlich nichts anders übrig, als zu warten."

,,Findet mein Flug zur geplanten Zeit statt?''

Doch laut dem Siegener müssen nicht nur die Urlauber den Personalabbau der Fluggesellschaften ausbaden. "Das Telefon steht nicht mehr still. Wir müssen mit unzähligen Überstunden Krisenmanagement ausbaden, was sich die Airlines und Veranstalter einsparen. Die Leute sind verständlicherweise besorgt und haben bereits vor ihrer Reise viele Fragen. Jede zweite Frage lautet: Findet mein Flug noch zur geplanten Zeit statt?", weiß der Siegener Reisebüroleiter. 

Gut zu wissen:Muss man aufgrund einer kurzfristigen Stornierung am Flughafen auf seinen Alternativflug warten, besteht in vielen Fällen Anspruch auf Betreuungsleistungen. Je nach Länge der Wartezeit sind das etwa Verpflegung oder auch Hotelunterbringung. Je nach dem Zeitpunkt der Stornierung haben Reisende auch Anspruch auf Erstattungen und gegebenenfalls Schadenersatz. Dafür gibt es die EU-Fluggastrechteverordnung. Sie ist für alle Flüge anwendbar, die innerhalb der Europäischen Union starten.

Aber ist der Urlaub jetzt wirklich in Gefahr? "Ich denke nicht. Ganz so dramatisch sehe ich die Situation noch nicht. In den meisten Fällen gibt es schnelle Lösungen und die Reisenden kommen an ihrem Zielort an", gibt der Experte Entwarnung. Häufig seien innerdeutsche Flüge betroffen, die für touristische Reisen eine geringere Bedeutung haben.

Zusätzliches Personal für die Sicherheitskontrollen

In diesem Sommer ganz auf Flugreisen verzichten und stattdessen mit dem Auto an die Nordsee fahren, ist für Martin Tascioglu auch nicht unbedingt  die richtige Lösung. "Nach der Pandemie und der Urlaubsabstinenz haben es die Leute verdient in ferne Länder zu reisen. Und den Stau auf den Autobahnen sollte man auch nicht unterschätzen. Dann doch lieber zwei Stunden länger an der Sicherheitskontrolle stehen."

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV), der Veranstalter und Reisebüros vertritt, gibt zumindest etwas Entwarnung: „Dass gut gebuchte Strecken zu den Pauschalreise-Zielen rund ums Mittelmeer oder zu ferneren Zielen in größerem Umfang gestrichen werden, ist eher unwahrscheinlich." Pressesprecherin Kerstin Heinen betont außerdem: "Trotzdem muss eine Lösung her. Jetzt ist verstärkt die Politik gefordert, denn eine schnelle Unterstützung bei der Gewinnung von zusätzlichem Personal für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen ist essenziell. Hier bedarf es von den zuständigen Behörden Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren für die Personalrekrutierung. Wichtig sind dabei kurzfristig wirksame und auch umsetzbare Entlastungskonzepte, damit die Deutschen ihren wohl verdienten Sommerurlaub auch genießen können."

Die Reiselust ist nach der zweijährigen Corona-Zwangspause bei vielen groß. Wer in den Urlaub fliegt, muss sich jedoch, auf lange Wartezeiten gefasst machen.
Martin Tascioglu, Inhaber der Reise-Galerie im Siegener Kirchweg, ist sich sicher, dass das Chaos an den Flughäfen während der Ferien weiter  zunehmen wird.
Autor:

Sarah Groos

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