Italiener halfen unter Tage

Mehrere Arbeiter kamen 1940 auch nach Eiserfeld

Eiserfeld. Was in Zeiten des Internets die Inder, das waren zu Zeiten des deutschen Bergbaus die Italiener. Dies geht aus Unterlagen hervor, die Gerhard Weyl jetzt in die Hände gelangten. Er ist im Besitz von Arbeitsverträgen, die die Gewerkschaft Eisenzecher Zug für die Grube Storch und Schöneberg in Eiserfeld mit italienischen Gastarbeitern abschloss. Sie datieren vom 27. Juni 1940. Darin wurde die Beschäftigung von zehn Bergwerkshilfsarbeitern (monovali miniera) und fünf Hauern (minatori) vereinbart. Sie sollten möglichst Berufserfahrung für „bergbauliche Arbeiten im Erz und Gestein unter und ueber Tage” verfügen.

Die namentlich genannten Arbeiter aus den Provinzen Ragusa und Teramo mussten damals 52,5 Stunden pro Woche unter Tage und 60 Stunden über Tage arbeiten. Der „garantierte Schichtlohn” betrug 5,50 Reichsmark (RM). Je Schicht wurde eine Zulage von 0,09 RM für die Ehefrau und jedes Kind bis zum Alter von 14 Jahren gezahlt. Für Überstunden gab es 25 Prozent Zulage, an Sonn- und Feiertagen 50 Prozent, bei „hohen Festtagen” sogar doppelten Lohn. Abgezogen wurde den italienischen Arbeitern täglich 0,20 RM für die Wohnung und 1,80 RM für die Verpflegung.

Wie in den alten Papieren zu lesen ist, erfolgte die „Anwerbung des in dem obenstehenden Arbeitsvertrag verpflichteten Arbeiters mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers”. Auch an die Verständigung mit den Italienern wurde gedacht. Gerhard Weyl ist ebenfalls im Besitz eines „Deutsch-Italienischen Fachwörterbuchs für den Bergbau”, herausgegeben vom Reichsinstitut für Berufsausbildung in Handel und Gewerbe”.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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