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Corona bremst Konfirmationen aus
Ja-Wort zur Taufe muss vielerorts warten

Im September 2020 konfirmierte Pfarrer Frank Hippenstiel in Krombach unter freiem Himmel und mit Mundschutz. Und auch ein Jahr später werden zahlreiche Feiern erst im Spätsommer und Herbst stattfinden: Die Gemeinden hoffen, dass dann mehr Normalität, mehr Miteinander möglich sein wird.
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  • Im September 2020 konfirmierte Pfarrer Frank Hippenstiel in Krombach unter freiem Himmel und mit Mundschutz. Und auch ein Jahr später werden zahlreiche Feiern erst im Spätsommer und Herbst stattfinden: Die Gemeinden hoffen, dass dann mehr Normalität, mehr Miteinander möglich sein wird.
  • Foto: ev. Kirchenkreis Siegen
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

nja Siegen/Bad Berleburg/Betzdorf. Für Johanna Klein ist der große Tag fast greifbar: Am 12. Juni wird sie in der Siegener Nikolaikirche ihre Konfirmation feiern. Die 14-Jährige freut sich darauf, wurde zwei Jahre lang im Unterricht ihrer Christus-Kirchengemeinde am Siegener Wellersberg darauf vorbereitet. Die Corona-Pandemie hat dies natürlich ordentlich durcheinander gewirbelt. Seit Monaten sind keine „analogen“ Gruppentreffen mehr möglich: Samstägliche Zoom-Konferenzen einmal im Monat müssen das persönliche Miteinander ersetzen. „Das klappt aber eigentlich ganz gut“, sagt die Siegenerin. Drei Stunden dauern die digitalen Treffen. Mehrere Pastoren kümmern sich dann um die 16 Jugendlichen. Dabei natürlich im Zentrum: das Wort Gottes.

nja Siegen/Bad Berleburg/Betzdorf. Für Johanna Klein ist der große Tag fast greifbar: Am 12. Juni wird sie in der Siegener Nikolaikirche ihre Konfirmation feiern. Die 14-Jährige freut sich darauf, wurde zwei Jahre lang im Unterricht ihrer Christus-Kirchengemeinde am Siegener Wellersberg darauf vorbereitet. Die Corona-Pandemie hat dies natürlich ordentlich durcheinander gewirbelt. Seit Monaten sind keine „analogen“ Gruppentreffen mehr möglich: Samstägliche Zoom-Konferenzen einmal im Monat müssen das persönliche Miteinander ersetzen. „Das klappt aber eigentlich ganz gut“, sagt die Siegenerin. Drei Stunden dauern die digitalen Treffen. Mehrere Pastoren kümmern sich dann um die 16 Jugendlichen. Dabei natürlich im Zentrum: das Wort Gottes.

Es wird miteinander geredet, mal gibt es Rechercheaufgaben, mal teilt sich die Gruppe in kleinere Einheiten. Was sie am meisten vermisst? „Wir können uns nicht richtig in die Augen sehen“, bedauert Johanna Klein. Was bleibt als besonders schön in Erinnerung? „Eigentlich war eine längere Freizeit an der Nordsee geplant“, berichtet sie. Als Corona dies zunichte machte, „haben wir uns im vergangenen Sommer eine Woche lang täglich hier vor Ort getroffen. In der Kirche, aber auch woanders, z. B. zum Schwimmen. Das war toll!“ Für die Konfirmation wird die Gruppe geteilt; beide Feiern finden nacheinander statt. „Jeder von uns darf zehn Gäste in die Kirche einladen.“

Viele Konfirmationen verschoben

Johanna Klein ist eine von voraussichtlich rund 800 Teenagern der 24 Kirchengemeinden im ev. Kirchenkreis Siegen (Siegerland und Raum Olpe), die in diesem Jahr das „Ja“ zur Taufe bestätigen dürfen und sich im Segnungsgottesdienst zu ihrem christlichen Glauben bekennen. „Der Großteil unserer Gemeinden hat die Konfirmationen auf Ende August oder September verschoben. Es gibt allerdings auch einige, die im Juni konfirmieren wollen, darunter Niederdresselndorf“, sagt Pressesprecherin Jasmin Maxwell-Klein.

In der ev. Kirchengemeinde Freudenberg sind Feiern für Ende Mai, für Juni, Juli und September geplant. Und auch im März wurde schon konfirmiert, sagt Pfarrer Christian Oelke: „Wir holen auch die ausgefallenen Feiern des Vorjahres nach.“ Im März wurde an einem Sonntag gleich viermal konfirmiert – im Gemeindezentrum Büschergrund und im Tillmann-Siebel-Haus, weil die Kirche saniert wird. Jeweils fünf junge Leute durften bis zu zehn Gäste mitbringen. Für alle anderen wurde der Gottesdienst live gestreamt. Für die Konfirmanden des Vorjahres wurde ein „Abendmahlsweg“ am Tillmann-Siebel-Haus geschaffen – zur Einstimmung auf den großen Tag. „Mit Brotbrechen und Traubensaft, Segen und einem Geschenk“, erzählt Christian Oelke von einer schönen Aktion in außergewöhnlichen Zeiten.

Trennung in verschiedene Feiern erneut Thema

„Die meisten Feiern im ev. Kirchenkreis Wittgenstein finden im September, manche im Juni und August statt“, sagt Pfarrerin Berit Nolting. Sie ist Synodalbeauftragte für die Konfirmandenarbeit. In ihrer Gemeinde in Berghausen wird zweimal im Juni gefeiert. Ob drinnen oder draußen – das wird sich erst noch zeigen. Neben dem Wetterbericht haben die Pastorinnen und Pastoren auch den Inzidenzwert fest im Blick. In das Berghäuser Gotteshaus dürfen derzeit maximal 24 Personen; da elf junge Leute ihrem großen Tag entgegenfiebern, wird es wohl auf mehrere kleine Feiern hinauslaufen: je zwei Konfirmanden plus Stammfamilie.

Pfarrerin Berit Nolting.

Für den Online-Unterricht hat die Pfarrerin sich mit Fortbildungen fit gemacht: „Damit wir den Jugendlichen mehr anbieten können, als auf sie einzureden“. Mit interaktiven Mitmach-Aktionen wird z. B. versucht, auf Distanz zu motivieren. Es sei aber doch mühsam für alle. „Die Jugendlichen sind auch schweigsamer als sonst.“ Berit Nolting hofft: Wenn die Inzidenz nach Pfingsten unter die 50er-Marke falle, könnten Treffen von Angesicht zu Angesicht wieder stattfinden – ein Silberstreif am Horizont! Vorgestellt werden ihre Konfirmanden nicht in einem Gottesdienst, sondern im Gemeindebrief.

Hoffnung auf "freieren Herbst" wächst

Die zuletzt anhaltend hohen Inzidenzzahlen ließen auch im ev. Kirchenkreis Altenkirchen seit Monaten nur „elektronische Gruppenkontakte“ zu: „Das entspricht leider nicht dem schönen Miteinander, das sonst die Konfirmandenzeit prägt und so wichtig für die jungen Menschen ist“, bedauert Pressesprecherin Petra Stroh. Einige Gemeinden, die auf einen „freieren Herbst“ hoffen, haben die Frühjahrstermine in Richtung September/Oktober verlegt, andere sind noch im Abstimmungsmodus bzw. haben unter den gegebenen Umständen mit vielen kleinen Gottesdiensten schon gefeiert.

Der Planungsbedarf ist also allerorten nicht unerheblich. Das Daadener Presbyterium hat die Konfirmationen z. B. auf das erste Oktoberwochenende verlegt. Die Chance, zu diesem heute noch so fernen Zeitpunkt in Gemeinschaft feiern zu können, dürfte tatsächlich größer sein – „glaubt“ man den Impf-Prognosen der Experten.

Im September 2020 konfirmierte Pfarrer Frank Hippenstiel in Krombach unter freiem Himmel und mit Mundschutz. Und auch ein Jahr später werden zahlreiche Feiern erst im Spätsommer und Herbst stattfinden: Die Gemeinden hoffen, dass dann mehr Normalität, mehr Miteinander möglich sein wird.
Pfarrerin Berit Nolting.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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