Ja zu Einkaufszentrum an B 508

 So könnte die künftige Bebauung des heutigen USH-Areals aussehen: im Kreuzungsbereich eine Rossmann-Filiale, zum Bahndamm hin ein Rewe-Supermarkt. Illustration: KIZ
  • So könnte die künftige Bebauung des heutigen USH-Areals aussehen: im Kreuzungsbereich eine Rossmann-Filiale, zum Bahndamm hin ein Rewe-Supermarkt. Illustration: KIZ
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js - Lang und breit beschäftigte sich der Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss am Mittwoch mit der Zukunft des ausgedienten Industriekomplexes an der B 508, an dem ein Korbacher Projektentwickler bekanntermaßen seit Jahren ein neues Einkaufszentrum auf die Beine stellen möchte. Seit 2007 schon arbeitet Hubertus Thorwirth mit seinem Unternehmen GfG daran, das USH-Areal in einen Einzelhandelsstandort zu verwandeln. Zahlreiche Hürden galt es zu überwinden, ein Nachfolgemagnet für den ausgescherten Discounter Aldi musste her – inzwischen aber steht ein konkretes Projekt. Und das wurde mehr oder weniger auf den Weg gebracht. Thorwirth war nicht nur in Begleitung seiner Tochter Nadia Thorwirth-Vahl in den Ausschuss gekommen. Er hatte auch den Investor mitgebracht, der das Grundstück der Alten Leimfabrik erworben hat und es nunmehr mit einem Supermarkt, die Filiale einer Drogeriekette und womöglich zwei kleineren Läden wiederbeleben möchte. Norbert Kittler von der Unternehmensgruppe KIZ aus dem hessischen Bad Soden stellte die Eckdaten des aktuellen Planungsstands vor.

Entstehen sollen demnach ein Super- und Getränkemarkt der Rewe mit einer Gesamtgröße von 2300 m2 (Verkaufsfläche 1600 m2), eine Rossmann-Filiale (850/760 m2) sowie zwei noch nicht näher benannte jeweils 150 m2 große Fachmärkte unter dem Rewe-Vordach. 105 Parkplätze mit komfortablen Ausmaßen sollen entstehen, zwischen 2,80 und 3 Meter breit. Insbesondere der große Markt mit seinem Pultdach und einer schräg stehenden Glasfassade soll auf dem neuesten Stand sein: Die Rewe-Gruppe schreibt ein „green-building“-Konzept vor, bei dem nicht nur ökologische Baustoffe und effektive Nutzung von Tageslicht eine wesentliche Rolle spielen. Auch bei der Heizung wird vollständig auf die Wärmerückgewinnung der Kühlanlagen gesetzt. Es sei ein schwieriges Objekt, erklärte Thorwirth nicht nur in der Rückschau, sondern auch mit Blick auf die anstehenden Abrissarbeiten samt Altlastenentsorgung, Fixpunkte wie den Ferndorfbach und eine unebene Topografie. Mit der KIZ-Gruppe, die nach eigener Aussage 40 bis 50 solcher Objekte im Jahr realisiert, habe sich ein verlässlicher Investor gefunden, mit dem an der „besten Stelle“ in der Stadt ein nachhaltiges Nahversorgungszentrum geschaffen werden könne, das den 50-prozentigen Kaufkraftabfluss in die Nachbarkommunen abbremsen könne. Auf der Strecke bleiben dürfte dabei das bestehende Einkaufszentrum, der Gerber-Park. Der nämlich verliert nicht nur zur Jahresmitte seine Aldi-Filiale, auch der dortige Rewe-Markt sieht keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr, möchte lieber heute als morgen ausziehen und an neuer Stelle nochmals durchstarten.

Matthias Zerjatke, der seit gut zehn Jahren den Rewe-Markt im Gerber-Park betreibt, legte dem Ausschuss dar, wie finster seine Zukunft am jetzigen Standort aussieht. Die Kundenfrequenz sei im vergangenen Jahr von 1450 auf 1300 pro Tag gefallen – und auch in diesem Jahr setze sich dieser Trend fort. In zwei, drei Jahren, sei der Markt mit seinen 30 Mitarbeitern wahrscheinlich nicht mehr zu tragen. Das bestätigte auch Doreen Schimmank, bei Rewe in Hürth für den Bereich Expansion zuständig. Die Eigentümerin des Gerber-Parks, die Fondsgesellschaft Fairvesta, habe seit Jahren nicht mehr investiert und lasse zahlreiche Leerstände im Einkaufszentrum zu. Eine Ausdehnung des Rewe-Markts in den frei werdenden Aldi-Räumlichkeiten sei keine Option. Nicht ohne Grund verlängere Rewe den Hilchenbacher Mietvertrag Jahr für Jahr nach genauer Prüfung, nicht aber langfristig. Bürgermeister Holger Menzel berichtete, dass es ihm seit seinem Amtsantritt nicht gelungen sei, mit Fairvesta ins Gespräch zu kommen. Auch wenn er sich in seinem Wahlkampf deutlich für den Erhalt des Gerber-Parks ausgesprochen habe, sei er inzwischen skeptisch: „Wir können nicht länger Platzhalter für einen Eigentümer sein, der keinerlei Interesse an der Entwicklung Hilchenbachs hat.“

Die breite Mehrheit des Ausschusses unterstützte die Pläne für das Gelände. Einzig die Grünen hoben warnend den Zeigefinger. Der Gerber-Park sei mehr als die Ansammlung von Geschäften, meinte Fraktionsvorsitzender Dr. Peter Neuhaus. Er habe auch die Funktion eines „überdachten Marktplatzes“, sei ein sozialer Ort. Dieser wichtige Raum würde den Hilchenbachern bei einer Entscheidung für das USH-Projekt verloren gehen, man würde eine Ruine schaffen, um eine andere zu entfernen. Dieser Preis wäre zu hoch. Immerhin würde sich ein Eigentümerwechsel anbahnen, spielte Neuhaus darauf an, dass ein Hilchenbacher Unternehmer am Kauf des Gerber-Parks interessiert ist. Auf Vorschlag der SPD aber gab der Ausschuss eine Beschlussempfehlung zugunsten des Projekts ab: Die Zustimmung war breit – allein die Grünen votierten dagegen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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