Ja zum Siegprojekt, aber Kosten im Auge behalten

mir Siegen. Zwei Bezirksausschüsse – Siegen-West und Siegen-Mitte – waren gestern gefragt, ihr Votum zum Siegener Leuchtturmprojekt „Siegen - Zu neuen Ufern“ abzugeben. Alle Fraktionen waren voll des Lobes für die exakte und ideenreiche Erarbeitung des Mammutkonzeptes. Entsprechend gab es auch nur eine bzw. zwei Enthaltungen.

Trotzdem hatten die Kommunalpolitiker viele Anmerkungen zu machen, teils auch kritische Aspekte. Das Ja der CDU wurde noch im selben Satz kombiniert mit der Forderung, die Kostendeckelung festzuschreiben. Ständige Kontrollen müssten sicherstellen, dass die Finanzen im Rahmen blieben. Wie schon beim Projekt Siegerlandhalle. Eine Salamitaktik mit immer neuen Forderungen dürfe es nicht geben.

Die FDP wiederum wollte das große Ganze gewahrt sehen. Nichts dürfe zerredet werden, auch nicht die Frage der Kosten. Erst einmal müsse geklärt werden, ob Siegen 70, 80 oder mehr Prozent Zuschussgelder aus Düsseldorf bekomme oder nicht. Erst dann sollten Details diskutiert werden.

Die Grünen pickten sich einen Punkt heraus, der auch im Hauptausschuss schon angesprochen worden war – die Sichtachsen von der Ober- in die Unterstadt. Baumfällungen dürfe es nicht geben. Speziell für die Siegberggärten sei in einer Bürgerversammlung betont worden, Bäume zur Erhaltung eines guten Kleinklimas in der Oberstadt zu erhalten.

Die UWG wiederum sprach sehr direkt das Thema Geld an. Man habe Angst, dass da einiges aus dem Ruder laufen könnte. Vielmehr gelte es, die Menschen bei diesem Projekt mitzunehmen, zumal sich das Gesicht von Siegen in einer zentralen Zone auf Jahrzehnte nachhaltig verändern werde.Zwiespältig die Argumentationen der SPD: Dem Bürger vermitteln, dass Siegen nach vorne komme, war die eine Aussage. Eine zweite Meinung kritisierte die Angaben im Konzept, wie hoch denn der Ausländeranteil in den Quartieren sei. Damit könne man wenig anfangen. Und die überfällige Bahnhofsanierung wurde auch angesprochen.Fragen über Fragen, Fachbereichsleiter Gerald Kühn gab Antworten. Etwa die zum Hauptbahnhof, dass 2013 der „Bahnkörper“ im Rahmen der Modernisierungsoffensive der DB AG für 11,4 Mill. Euro zur Sanierung vorgesehen sei. Die Frage privater Investitionen sei weiterhin offen. Und der Wellersberg sei im Plan nicht drin, weil dieses Gebiet auch im Vorgängermodell namens Rahmenplan Siegen-Mitte nicht enthalten gewesen sei. Im Übrigen habe der alte, oft geschmähte Plan doch sehr viel hergebracht. Und zwar die Neuerungen in der Oranienstraße, die Gestaltung des Unteren Schlossplatzes, die Herrichtung des Scheinerplatzes und auch die Gestaltung des Bereichs Hauptpost.Zu den Kosten sagte Kühn nicht viel. Noch bewege sich die Verwaltung an dem Punkt an der Oberfläche. Sollten die Zuschüsse zu niedrig ausfallen, „müssen wir das Projekt einstampfen. Das wäre eine Tragödie.“Auch zu den Sichtachsen gab es Klärung. Isabel Rehm (Stadtplanerin) stellte klar, dass von Baumfällungen keine Rede sei. Zugleich erinnerte sie daran, der verwunschene Charakter der Siegberggärten sollte erhalten werden. Diesen Aspekt habe auch schon Stadtbaurat Michael Stojan bei der Bürgerveranstaltung in der Oberstadt hervorgehoben.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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