Jäger-Zoff wegen Gatterjagd

 Schon wieder im Fokus der Jäger – wegen einer in ihren Augen nicht waidgerechten Gatterjagd: Andreas Wiebe. Foto: Archiv
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sz - Andreas Wiebe ist passionierter Jäger, aber im Kreise der Waidmänner in NRW so etwas wie ein rotes Tuch. Denn Wiebe – Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz mit grünem Parteibuch – macht in den Augen der Jäger oft keine gute Figur. Im Siegerland schoss er vor einigen Jahren einen Rehbock trotz Schonzeit und bekam dafür von der heimischen Unteren Jagdbehörde einen 200-Euro-Bußgeldbescheid aufs Auge gedrückt. Nun steht er wieder im Schussfeld der Jäger – wegen einer in ihren Augen nicht waidgerechten Gatterjagd.

Es geht um zwei Rotwildjagden im staatlichen Revier Gut Burghof (Kreis Paderborn) am 8. November und am 20. Dezember 2014. Diese Jagden, so schreibt der Landesjagdverband (LJV) in einer Presseerklärung, seien „in einer jagdethisch völlig inakzeptablen Weise und damit unter eklatantem Verstoß gegen die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit durchgeführt“ worden. Mit von der Partie waren jeweils hohe Forstbeamte, Andreas Wiebe sei bei einem Termin dabeigewesen.

Das Rotwild und sonstige Schalenwild (Paarhufer) habe wegen der faktisch lückenlosen Gatter-Einzäunungen nicht die geringste Fluchtmöglichkeit gegen eine unverhältnismäßig große Anzahl von Jagdschützen gehabt, schreibt der Landesjagdverband. „Besonders perfide“ seien zwei angelegte Durchlässe gewesen. An diesen Zwangswechseln seien Schützenstände postiert worden, um das Wild „zum schutz- und chancenlosen Abschussobjekt zu degradieren“.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat inzwischen Ermittlungen zu den beiden Jagden eingeleitet. Man ermittle gegen zwei leitende Forstbeamte des Landesbetriebs Wald und Holz. Es geht um den Verdacht einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz. Auch gegen das Bundesjagdgesetz sollen die Waidmänner verstoßen haben. Ob sich die Ermittlungen auf den Chef Andreas Wiebe ausdehnen werden, sei noch offen.

Der Präsident des Landesjagdverbands, Ralph Müller-Schallenberg, nimmt nicht nur Wiebe, sondern auch dessen obersten Dienstherrn, Landesumweltminister Johannes Remmel aus Siegen, ins Visier. Er decke das offensichtliche jagdliche Fehlverhalten von hohen Forstbeamten des Landes, findet Müller-Schallenberg. „Remmel muss sich fragen lassen, was er in der Angelegenheit als Minister und Vorgesetzter unternommen hat. Die Vorwürfe gegen die beiden wiegen schwer, schädigen das Ansehen der Jagd und erfordern das Eingreifen des Ministers“, so Ralph Müller-Schallenberg.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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