Jagdpächter setzt Belohnung aus

 Trauriger Fund: Die tote Ricke war tragend, in wenigen Wochen hätte sie zwei Kitze zur Welt gebracht. Das hat aber ein freilaufender Hund mit einigen Bissen zunichte gemacht. Foto: damo
  • Trauriger Fund: Die tote Ricke war tragend, in wenigen Wochen hätte sie zwei Kitze zur Welt gebracht. Das hat aber ein freilaufender Hund mit einigen Bissen zunichte gemacht. Foto: damo
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damo - Wer Jendrek sagen kann, wessen Hund da seinen Jagdtrieb ungehindert ausleben durfte, bekommt 500 Euro.

Der unschöne Vorfall hat sich in einem Nadelwald zwischen dem Kirchener Rißfeld und dem Ottoturm ereignet, und zwar in der Nähe der Bebauung auf Kirchener Seite. Dort, in der Verlängerung der Schillerstraße und des Rißfelds, geht ein stark frequentierter Waldweg ab. Und unweit davon muss der Hund die Verfolgung der Ricke aufgenommen haben.

Jendrek hat das verendete Reh ein paar hundert Meter entfernt im Wald entdeckt – und bei näherer Betrachtung war sein Fund sogar noch trauriger als erwartet: Als der Jagdpächter das tote Reh genauer in Augenschein nahm, entdeckte er, dass die Ricke tragend war. In wenigen Wochen wären zwei Kitze geboren worden.

Dass es dazu nun nicht mehr kommt, geht aufs Konto eines freilaufenden Hundes, daran besteht für Jendrek nicht der leiseste Zweifel. Die Bisswunden am Hals ließen keinen anderen Schluss zu, sagt er.

Dass der Hund das Reh gejagt habe, liege in dessen Natur: „Genetisch ist es vom Wolf zum Hund nicht weit.“ In diesem Wissen sieht Jendrek den Fehler auch nicht bei dem Vierbeiner: „Meiner Meinung nach findet sich in solchen Fällen der Idiot auf der anderen Seite der Leine.“ Wobei: Mutmaßlich war eben gar keine Leine im Spiel.

Genau das geißelt Jendrek als im höchsten Maße verantwortungslos. „Nur die Leine rettet Leben“, sagt er mit Verweis darauf, dass gerade im Frühjahr, wenn der Wald zur Kinderstube der Wildtiere wird, höchste Sensibilität geboten ist. Mancher Halter wird seinen Hund unterschätzen und nicht ahnen, dass der Jagdtrieb noch in ihm schlummert und welcher Schaden schon in kurzen Momenten der Unachtsamkeit entstehen kann. Andere, meint Jendrek, seien aber praktisch beratungsresistent.

Denn der aktuelle Vorfall ist nicht der einzige Zwischenfall in seinem Revier. Schon häufiger seien andere Waldbesucher von freilaufenden Hunden gebissen worden, und auch die jetzt gerissene Ricke ist keineswegs das einzige Reh, dessen Tod aufs Konto eines Hundes geht.

Ergo will der Jagdpächter nicht mehr tatenlos zusehen – und um den Druck zu erhöhen, setzt er eine Belohnung aus: „Wer mir den Halter nennt, bekommt 500 Euro.“ Jendrek ist durchaus optimistisch, dass dieser Aufruf fruchten könnte – schließlich hat sich der Fall in einem Waldstück ereignet, in dem viele Spaziergänger unterwegs sind. Gut möglich also, dass einer von ihnen etwas bemerkt hat.

Die Hundeattacke muss sich entweder am späten Montagabend oder am Dienstagvormittag ereignet haben. Wer dem Jagdpächter mit einer Beobachtung unterstützen kann, sollte zum Telefon greifen und die Nummer 01 60 - 1 56 49 99 wählen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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