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Spenden für Hospize sind rückläufig
Jeder Euro hilft

Foto: Pixabay

sp Siegen/Olpe. Weniger Gehalt durch Kurzarbeit, Angst vor dem Jobverlust oder um die Existenz: Die Corona-Krise bereitet vielen Menschen Sorge. Dass das Spenden da nicht unbedingt an erster Stelle steht, merken zurzeit die Hospize und ambulanten Hospizdienste. Sie sind besonders auf Spenden angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken oder um wichtige Anschaffungen tätigen zu können. Der deutsche Kinderhospizverein mit Sitz in Olpe verzeichnete allein im April einen Spenden-Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Je länger die Krise sich ziehe, umso schlimmer werde es wohl, vermutet Pressesprecherin Silke Keller.

Die meisten Spenden bekommt der Verein erfahrungsgemäß ab November, vor allem von Privatpersonen und Firmen. „Mit Angst schauen wir auf das Jahresende“, so Keller.

sp Siegen/Olpe. Weniger Gehalt durch Kurzarbeit, Angst vor dem Jobverlust oder um die Existenz: Die Corona-Krise bereitet vielen Menschen Sorge. Dass das Spenden da nicht unbedingt an erster Stelle steht, merken zurzeit die Hospize und ambulanten Hospizdienste. Sie sind besonders auf Spenden angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken oder um wichtige Anschaffungen tätigen zu können. Der deutsche Kinderhospizverein mit Sitz in Olpe verzeichnete allein im April einen Spenden-Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Je länger die Krise sich ziehe, umso schlimmer werde es wohl, vermutet Pressesprecherin Silke Keller.

Die meisten Spenden bekommt der Verein erfahrungsgemäß ab November, vor allem von Privatpersonen und Firmen. „Mit Angst schauen wir auf das Jahresende“, so Keller. „Es ist unsicher, ob uns die Spender weiterhin bedenken. Das trifft uns hart und bedroht unsere Existenz.“ Der Verein versucht, im persönlichen Austausch mit bisherigen Spendern in Erfahrung zu bringen, ob er wieder mit einer Summe rechnen kann.

Der deutsche Kinderhospizverein betreibt bundesweit über 20 ambulante Kinder- und Jugendhospize, der nächstgelegene ist in Siegen. Ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen Familien ab der Diagnose bis über den Tod eines Kindes hinaus. In Siegen und Olpe werden derzeit 30 Familien durch 44 ehrenamtliche Mitarbeiter begleitet, trotz der Corona-Krise nutzen 16 Familien das Angebot weiter.

Für sie ist die Begleitung kostenlos – und soll es auch bleiben. Weiterhin finanziert werden müssen aber vor allem die Miete für die 29 Standorte in Deutschland. Geld wird zudem für die Reisekosten der Ehrenamtlichen, für Fortbildungen und Seminare sowie für die über 130 hauptamtlichen Mitarbeiter benötigt.

Verein geht mehr in die Öffentlichkeit

75 Prozent der gesamten Kosten müssen über Spenden finanziert werden. „Das fällt uns unter normalen Umständen schon schwer, aber jetzt noch schwerer“, sagt Silke Keller: „Wir hoffen, dass die Menschen weiter spenden, denn wir fallen unter keinen Rettungsschirm.“ Zwar gibt es Bemühungen, Bund und Länder darauf aufmerksam zu machen, dass gemeinnützige Organisationen Hilfe brauchen, noch liegen aber keine Ergebnisse vor. Bewusst wird jetzt mehr an die Öffentlichkeit gegangen, „um die Dringlichkeit der Spenden deutlich zu machen“, erklärt Keller: „Uns hilft jeder Euro.“

Deutlich weniger Spenden im Marien-Hospiz

Das Marien-Hospiz auf der Eremitage in Niederdielfen verzeichnet ebenfalls einen „negativen Trend“, wie es Dr. Christian Stoffers von der Mariengesellschaft Siegen formuliert. „Abgesehen von einer Großspende ist seit Februar das Spendenaufkommen doch stark rückläufig.“ Eine Summe von etwa 10000 Euro kommt in „normalen“ Zeiten im Monat zusammen, die unter anderem für Gebäude- und Personalkosten benötigt wird. In diesem Mai seien bislang nur 1000 Euro an Spenden für das Hospiz eingegangen, sagt Stoffers. Das liege auch daran, dass Benefizveranstaltungen nicht stattfinden. „Aktuell sind wir dabei, neue Möglichkeiten des Spendens zu schaffen. So ist bereits eine Spendenseite eingerichtet, die per Paypal Online-Überweisungen zulässt. Auch werden wieder Benefizveranstaltungen für das Hospiz geplant“, heißt es von der Mariengesellschaft.

Nur leichte Rückgänge im ev. Hospiz Siegerland

Bislang nur leichte Rückgänge bei den Spenden verzeichnet das ev. Hospiz Siegerland in Siegen. Leiter Burkhard Kölsch sagt, dass das Hospiz von einer Vielzahl „kleiner“ Spender unterstützt werde, größere Summen aber meistens von Firmen kämen. Hier besteht natürlich eine Abhängigkeit zur Wirtschaft. Kölsch spricht von einem „sorgenvollen Blick auf das Jahresende“.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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