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Mehr Bedingungen beim Blutspenden
Jeder Siebte wird abgewiesen

Blutspenden sind in den Sommerferien besonders wichtig. Durch die Corona-Pandemie und die mittlerweile fast wieder im Regelbetrieb arbeitenden Krankenhäuser ist der Bedarf riesig.
  • Blutspenden sind in den Sommerferien besonders wichtig. Durch die Corona-Pandemie und die mittlerweile fast wieder im Regelbetrieb arbeitenden Krankenhäuser ist der Bedarf riesig.
  • Foto: Michelle Gordon
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

juka Siegen. Fast schon traditionell ist in den Sommerferien der Bedarf an Blutspenden besonders hoch. Während viele potenzielle Spender im Urlaub weilen, werden in den Krankenhäusern die Konserven knapp. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht verändert. „Die Menschen sind jetzt eben innerhalb Deutschlands oder im nahen Ausland unterwegs. Aber trotzdem weg“, weiß Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West.
Bedarf an Blutkonserven steigtUnd da sich die Krankenhäuser immer weiter dem Regelbetrieb annähern, auch vermehrt elektive Eingriffe durchführen, steigt der Bedarf an Blutkonserven stetig an. „Den können wir kaum erfüllen“, gibt Küpper zu.

juka Siegen. Fast schon traditionell ist in den Sommerferien der Bedarf an Blutspenden besonders hoch. Während viele potenzielle Spender im Urlaub weilen, werden in den Krankenhäusern die Konserven knapp. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht verändert. „Die Menschen sind jetzt eben innerhalb Deutschlands oder im nahen Ausland unterwegs. Aber trotzdem weg“, weiß Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West.

Bedarf an Blutkonserven steigt

Und da sich die Krankenhäuser immer weiter dem Regelbetrieb annähern, auch vermehrt elektive Eingriffe durchführen, steigt der Bedarf an Blutkonserven stetig an. „Den können wir kaum erfüllen“, gibt Küpper zu. Besonders schmerzhaft seien da die weitestgehenden Schließungen der Universitäten und die Verlagerungen vieler Firmen ins Homeoffice. „Dort konnten wir sonst direkt Menschen ansprechen. Das ist nun nicht mehr möglich.“ Dieser Zustand habe bereits seit März, also seit Beginn der Pandemie, Bestand. Dementsprechend groß seien auch die Einbußen, die in der momentanen Situation nur sehr beschwerlich wieder aufgefangen werden könnten.

Jährliche Begrenzung ist bei Frauen und Männern verschieden Besonders häufig werden derzeit Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 benötigt. Insbesondere der Rhesusfaktor negativ ist dabei Mangelware. Bei einer Vollblutspende werden etwa 500 ml Blut abgenommen, die eigentliche Abnahme dauert dabei nur rund fünf bis neun Minuten. Insgesamt sollte man aber für den kompletten Ablauf gut eine Stunde einkalkulieren. Pro Jahr gibt es Beschränkungen, wie oft zur Blutspende erschienen werden darf. Männer können jährlich sechsmal Blut spenden, Frauen dagegen nur viermal. Derzeit spenden in Deutschland nur etwa 3 bis 4 Prozent der spendefähigen Bevölkerung. Jedoch werden statistisch rund 80 Prozent aller Deutschen einmal in ihrem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen sein. Im Kreisgebiet kann nahezu täglich Blut gespendet werden.

Neue Voraussetzungen fürs Blutspenden

Umso entscheidender seien die öffentlichen Termine geworden, wie Küpper erklärt. Doch auch hier haben sich die Voraussetzungen verändert. Neben grundlegenden Bedingungen wie der Vollendung des 18. Lebensjahres, dem Vorlegen des Personalausweises und dem Gefühl körperlicher Gesundheit und Fitness kommen nun weitere, coronaspezifische hinzu. So müssen potenzielle Spender, die 14 Tage zuvor in einer vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region unterwegs waren, genauso abgewiesen werden wie Personen, die bei den Messungen vor der Spende eine erhöhte Temperatur aufweisen. „Das ist aber bislang selten vorgekommen. Durch die warmen Bedingungen in den kommenden Tagen kann das aber natürlich auch verfälscht werden“, erläutert Küpper. Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, müssen bis vier Wochen nach Ausheilung warten, bevor sie wieder Blut spenden dürfen.

Jeder Siebte wird abgewiesen

Durch diese Faktoren ist auch die Quote derer, die ohne eine Spende wieder abgewiesen werden müssen, gestiegen. Vor Corona habe man bereits rund 12 Prozent der spendebereiten Personen wieder nach Hause schicken müssen, mittlerweile könne es auch passieren, dass bis zu 15 Prozent abgewiesen werden müssen. „Das kann zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten, Krankheit, ein frisches Tattoo oder auch eine Zahnreinigung vorkommen“, zählt Küpper auf. Seit Corona sind nun weitere Faktoren hinzugekommen.

Spender müssen nicht negativ getestet sein

Neben der Temperaturmessung seien viele weitere Vorsichtsmaßnahmen, z. B. größere Abstände, getroffen worden, um Spender und Mitarbeiter zu schützen, den Menschen aber auch ein Stück weit die Angst zu nehmen. Negativ getestet sein müssen die Spender jedoch nicht. „Das ist nicht praktikabel“, zeigt Küpper auf. Zudem werde das Coronavirus nach derzeitigen Erkenntnissen nicht über Bluttransfusionen übertragen, es bestehe also keine Gefahr für die Empfänger bei möglicherweise unbemerkt infizierten Spendern.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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