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Generationenwechsel bei der Siegener Polizei
Jessica Morgala leitet die Direktion Kriminalität - und hat viel vor

Jessica Morgala hat die Leitung der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein in Weidenau übernommen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tip Siegen. Jessica Morgala hat die Direktion Kriminalität in der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein übernommen. Die 43-Jährige Polizeioberrätin aus dem Kreis Olpe könnte damit stellvertretend für einen kommenden Generationenwechsel bei der Behörde stehen. Denn auch in anderen Führungspositionen stehen Beamte vor der Pension, dann sollen junge Nachwuchskräfte aufrücken.
Der massive demografische Wandel, so Morgala, mache eben auch vor der Polizei keinen Halt. „Das wirkt sich auch bei uns auf alle Ebenen aus. In den nächsten Jahren wird dieser Wandel auch die Leitungsebene in Siegen-Wittgenstein betreffen.” Die gebürtige Attendornerin hatte sich ebenfalls auf die durch Pension vakant gewordene Stelle beworben.

tip Siegen. Jessica Morgala hat die Direktion Kriminalität in der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein übernommen. Die 43-Jährige Polizeioberrätin aus dem Kreis Olpe könnte damit stellvertretend für einen kommenden Generationenwechsel bei der Behörde stehen. Denn auch in anderen Führungspositionen stehen Beamte vor der Pension, dann sollen junge Nachwuchskräfte aufrücken.
Der massive demografische Wandel, so Morgala, mache eben auch vor der Polizei keinen Halt. „Das wirkt sich auch bei uns auf alle Ebenen aus. In den nächsten Jahren wird dieser Wandel auch die Leitungsebene in Siegen-Wittgenstein betreffen.” Die gebürtige Attendornerin hatte sich ebenfalls auf die durch Pension vakant gewordene Stelle beworben. Mit Erfolg: Nach Stationen beim Wach- und Wechseldienst der Polizei Köln und in der Direktion Kriminalität in Olpe ging es 2010 in den höheren Dienst. Anschließend führte die 43-Jährige die Kriminalpolizeien im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Olpe, bevor es ins Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten ging. Nun also Siegen. Für die Attendornerin quasi ein Heimspiel.

Modernisierung der Polizeiarbeit

Neben der Heimatnähe reizen Morgala vor allem die anstehenden Herausforderungen. Zum Beispiel bei der Modernisierung der Polizeiarbeit. „Mit neuen, digitalen Ermittlungsmethoden können wir uns so ausrichten, dass der gesamte behördliche Apparat effektiver wird.” Intern soll dies etwa die Vorgangsbearbeitung betreffen. „Wir wollen papierlos werden”, so die neue Kripo-Chefin.
Aber auch in der operativen Arbeit gibt es Ansätze, zum Beispiel bei Vernehmungen, bei der Spurensicherung oder in der Forensik. Ermittler und Streifenpolizisten arbeiten bereits mit sogenannten Mobicom-Geräten: speziellen, für die Polizei vorbereiteten Smartphones. Sie beinhalten unter anderem einen verschlüsselten Messenger zur internen Kommunikation, eine Auskunftsapp, die einen Abgleich mit dem polizeilichen Datenbestand ermöglicht, und einen Dokumentenscanner.

Cyber-Kriminalität nimmt zu

Aber auch die Verbrechen werden immer digitaler: Cyber-Kriminalität nimmt zu, auch in Siegen-Wittgenstein. „Dazu gehören Betrugsfälle, doch auch andere Straftaten wie Beleidigungen oder Bedrohungen verlagern sich zunehmend in den digitalen Raum”, so Morgala. Bei der Neueinstellung von Personal will die Kripo-Leiterin ein Augenmerk auf IT-Sachverstand legen. „Wir müssen versuchen, vor die Lage zu kommen”, beschreibt es Morgala – eine Mammutaufgabe, denn gutes IT-Personal ist in allen Branchen heiß begehrt.

Legalisierung von Cannabis-Anbau

Herausfordernd dürfte für die Kripo auch die von der neuen Ampel-Regierung geplante Legalisierung von Cannabis-Anbau und -Verkauf werden. Jessica Morgala hat dazu eine klare Meinung: „Entscheidend wird der Rahmen sein. Wer überwacht Anbau, Produktion und Handel? Wer übt Kontrollen aus? Und hat die teilweise Legalisierung Effekte auf das Konsumverhalten und den illegalen Markt? Diese Fragen stellen sich. Wir brauchen da auch juristische Klärungen.” Betäubungsmitteldelikte, da ist sich die 43-Jährige sicher, werden die Kripo weiter viel beschäftigen. „Das geht ja weit über Cannabis hinaus.” Einen Schwerpunkt werde weiterhin die Präventivarbeit bilden.
Die erste Runde durch alle der Kreispolizeibehörde zugehörigen Dienststellen hat Morgala in den ersten Wochen nach Dienstantritt bereits hinter sich gebracht. Zu allen Mitarbeitern der Direktion – und das sind mehr als 100 – wollte sie nach eigenen Angaben „ein Gesicht haben”. Sie ist froh, sagt sie, nach einer Aufgabe mit verwaltendem Schwerpunkt nun auch wieder nah am Operativen zu sein. Morgala: „Ich bin mit ganzem Herzen Polizistin. Und ich habe das große Glück, einen Beruf gefunden zu haben, der mich herausfordert und begeistert.”

Autor:

Tim Plachner

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