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Nabu: Viele Meisen in Siegen
Jetzt kommen die Waldvögel in die Gärten

Der Eichelhäher kommt als klassischer Waldvogel eigentlich selten in die Gärten. In diesem Jahr sind jedoch 1,72 Eichelhäher (Kernbeißer: 0,49) pro Garten im Kreis Siegen-Wittgenstein gezählt worden. Das ist selbst für den waldreichsten Kreis ein hoher Wert.
  • Der Eichelhäher kommt als klassischer Waldvogel eigentlich selten in die Gärten. In diesem Jahr sind jedoch 1,72 Eichelhäher (Kernbeißer: 0,49) pro Garten im Kreis Siegen-Wittgenstein gezählt worden. Das ist selbst für den waldreichsten Kreis ein hoher Wert.
  • Foto: Archivfoto: damo
  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

tin Siegen/Bad Berleburg. Zum mittlerweile zwölften Mal hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Bis zum 17. Januar können Vogelbeobachter eintragen, welche Federtiere sie in einer ausgewählten Stunde zwischen dem 6. und dem 9. Januar im heimischen Garten, auf dem Balkon oder im Park gesichtet haben.
Nabu: Eichelhäher, Kernbeißer und Buntspechte in den heimischen GärtenAuch wenn immer noch Daten einflattern, kann der Nabu bereits erste Ergebnisse verkünden. Wie Michael Düben, ehemals Naturschutzreferent im Vorstand des Nabu-Ortsverbandes Siegen-Wittgenstein mitteilt, sind bisher Beobachtungen aus 351 Gärten im Kreis eingegangen – deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor (493).

tin Siegen/Bad Berleburg. Zum mittlerweile zwölften Mal hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zur „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Bis zum 17. Januar können Vogelbeobachter eintragen, welche Federtiere sie in einer ausgewählten Stunde zwischen dem 6. und dem 9. Januar im heimischen Garten, auf dem Balkon oder im Park gesichtet haben.

Nabu: Eichelhäher, Kernbeißer und Buntspechte in den heimischen Gärten

Auch wenn immer noch Daten einflattern, kann der Nabu bereits erste Ergebnisse verkünden. Wie Michael Düben, ehemals Naturschutzreferent im Vorstand des Nabu-Ortsverbandes Siegen-Wittgenstein mitteilt, sind bisher Beobachtungen aus 351 Gärten im Kreis eingegangen – deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor (493). „Das liegt meines Erachtens am Wintereinbruch am vergangenen Wochenende“, sagt Düben. Wetterbedingte Schwankungen gebe es häufig bei den Teilnahmen. Trotzdem: die Ergebnisse sind für den Nabu wertvoll. Denn im Vergleich mit den Vorjahren zeigen sie Trends. In diesem Jahr besonders auffällig sind die Waldvögel. Typische Waldbewohner wie Eichelhäher, Kernbeißer oder Buntspechte zieht es in die Gärten und Parks, titelt der Nabu in einer bundesweiten Pressemitteilung.

Auch mehr Dompfaffe und Tannenmeisen im Kreisgebiet

Diesen Trend kann auch Michael Düben bestätigen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein als waldreichster Landkreis in ganz Deutschland habe hier ohnehin eine exponierte Rolle. Aber auch bei uns sind 2022 mehr Eichelhäher, Kernbeißer und Buntspechte, aber auch Dompfaffe oder Tannenmeisen gezählt worden als in den Vorjahren. Wie kommt das? „Der Wald produziert Nahrung für die Vögel. Von Jahr zu Jahr ist die Zahl der Waldfrüchte aber unterschiedlich“, sagt Düben. Im vergangenen Jahr habe es nicht besonders viele Eicheln oder Bucheckern gegeben. Dann würden Waldvögel häufiger auf Gärten ausweichen. „Hinzu kommt, dass wir viele Bäume als Nahrungsgeber verloren haben“, sagt Düben und spricht damit auf die Rodungen in Folge des Borkenkäferbefalls an. „Auch das hat Einfluss.“ Die hohen Zahlen bei den Eichelhähern erklärt Michael Düben aber auch damit, dass derzeit viele Zuzügler aus Osteuropa da sind.

Meisen sind in Siegen spitze

Dem Bundestrend zufolge hat es deutschlandweit einen Zuwachs bei den Meisen gegeben. Auch im Landkreis Siegen-Wittgenstein. Hier ist die Kohlmeise ohnehin jahrelang die häufigste Art. 5,24 Individuen haben Hobby-Vogelkundler in diesem Jahr pro Garten gezählt. Im Schnitt eine mehr als im restlichen Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit steht übrigens seit Jahren der Haussperling an der Spitze der Zählung. Bei uns kommt die Art erst auf Platz drei. „Haussperlinge sind eher dort, wo Getreide angebaut wird – das haben wir hier nicht so viel“, erklärt Düben.

Auch die Blaumeisen sind zurück

Doch zurück zu den Meisen. Auch die Population der Blaumeisen scheint laut Nabu-Daten wieder gewachsen zu sein. Das sei erfreulich, findet Düben. Die Blaumeisen hatten nämlich – ähnlich wie die Menschen – in den vergangenen zwei Jahren mit einer Krankheit zu kämpfen. „Suttonella ornithocola“ heißt das Bakterium, das im Frühjahr 2020 und 2021 zahlreiche Blaumeisen dahinraffte. Nun scheint sich die Art aber erholt zu haben. 4,86 Blaumeisen pro Garten zählten die Siegen-Wittgensteiner bei der Stunde der Wintervögel.

Population der Grünfinken sinkt

Einen leichten Zuwachs erzielten deutschlandweit die Grünfinken, unter denen es in den vergangenen Jahren auch wegen eines Erregers zahlreiche Todesfälle gab. „Die Zahlen (1,04 Grünfinken pro Garten) liegen immer noch weit unter dem Aktionsdurchschnitt von knapp zwei Vögeln pro Beobachtung“, sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das bereitet auch Michael Düben Sorgen. „Früher waren Grünfinken fast am häufigsten.“ Auch die Population der Amseln scheine sich nach einem virusbedingten Amselsterben im Kreis wieder zu normalisieren. „Aber nicht so schnell wie bei den Blaumeisen“, sagt Düben.

Vögel sollten nur mit trockenen Körnern gefüttert werden

Wie kann man die Vögel unterstützen? Michael Düben, hält es für sinnvoll zu füttern – auch wenn die Arten bei uns die Winter ja eigentlich gewöhnt seien. „Jedes Jahr werden 80 Hektar Land neu bebaut“, sagt Düben. Dieses Land, auf dem sie Futter finden könnten, fehle den Vögeln. Da sei es schon nicht verkehrt, zusätzliche Angebote zu schaffen. Wer zu Hause füttert, sollte jedoch ein paar Dinge beachten.

Das muss man beim Füttern beachten Michael Düben vom Nabu-Kreisverband Siegen-Wittgenstein weist im Gespräch mit der SZ auf drei Punkte hin, die beim Vögelfüttern wichtig sind. Zum einen sollte man regelmäßig etwas ins Vogelhaus streuen und nicht in willkürlichen Abstanden. Man müsse zudem darauf achten, dass die Körner trocken bleiben, denn vom nassen aufgeweichten Futter können die Federtiere krank werden. Ab und zu mal eine Handvoll Sonnenblumenkerne auf den Boden zu streuen, sei kein Problem. Es sollten nur keine Berge sein. Wer kranke Vögel an der eigenen Futterstelle beobachte, solle außerdem unbedingt kontaminiertes Futter entsorgen und nicht noch lange liegen lassen. In diesen Fällen schade es auch nicht, zum Beispiel das Futterhäuschen mal mit heißem Wasser zu übergießen und so zu desinfizieren, sagt Düben.
Autor:

Nico Tielke

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