Journalistin von Format

Im Alter von 88 Jahren verstarb am Samstag die ehemalige Redakteurin Erika Falkson. Ihr Kürzel „efa“ galt viele Jahrzehnte auf den Lokal- und Kulturseiten der SZ als Markenzeichen.  Foto: Archiv
  • Im Alter von 88 Jahren verstarb am Samstag die ehemalige Redakteurin Erika Falkson. Ihr Kürzel „efa“ galt viele Jahrzehnte auf den Lokal- und Kulturseiten der SZ als Markenzeichen. Foto: Archiv
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la Siegen. Sie war die große Dame der Siegerländer Journalistenszene: Erika Falkson. Jahrzehntelang schrieb sie für die Siegener Zeitung in den Ressorts Lokales und Kultur. Ihr Kürzel „efa“, mit dem sie ihre Artikel zeichnete, war zugleich das Markenzeichen für eine qualitativ hochwertige und ausgewogene Berichterstattung, die das Wesentliche nie aus den Augen verlor. Sie war bekannt für ihre Fairness, ihr Einfühlungsvermögen, wenn es um menschliche Themen ging, und für ihre ausgewogene Recherche. Am Samstag verstarb Erika Falkson, geborene Hagelauer, im Alter von 88 Jahren.

Als Erika Falkson 1942 als erste Volontärin in die Redaktion der Siegener Zeitung kam, hatte sie schon das Küchen-ABC auf einer Hauswirtschaftsschule in Oldenburg erlernt und einen viersemestrigen Studiengang als Chemotechnikerin abgeschlossen. Den Umgang mit Reagenzgläsern tauschte sie dann gegen die Arbeit an der Schreibmaschine ein. Eine Entscheidung, die sie nie bereute und die für die Leser der Siegener Zeitung eine Bereicherung wurde. Nach dem Ende des Volontariats führte sie ihr Berufsweg 1944 zur Westfälischen Landeszeitung „Rote Erde“ nach Dortmund. Als Gasthörerin besuchte sie Vorlesungen über Kultur- und Kunstgeschichte an der Uni Köln, die zu einem guten Fundament für ihre spätere Mitarbeit im Feuilleton-Ressort wurden.

Als das Verlagshaus in Dortmund ausgebombt war, wurde in den letzten Kriegswochen in Iserlohn unter schwierigsten Umständen gearbeitet. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, den aus Königsberg stammenden Franz Falkson. Die junge Frau und Mutter einer Tochter widmete sich in den ersten Jahren nach dem Krieg ihren häuslichen Aufgaben, bevor sie 1968 als Redakteurin zur SZ zurückkehrte. Ihre Ortskenntnis, ihr Wissen um geschichtliche, konfessionelle, gesellschaftliche Zusammenhänge und ihre journalistische Kreativität machten sie zu einer wertvollen Mitarbeiterin. Erika Falkson war in allen Sparten sattelfest. Sie begleitete Politiker auf dem Weg durch das Siegerland, besuchte Ratssitzungen und war jahrelang sachkundige Beobachterin von Gerichtsprozessen. Kenntnisreich schrieb sie über Vernissagen bei Kunstausstellungen und Theateraufführungen. Ihr Schreib-Talent schätzten die Leser besonders bei ihren einfühlsamen Porträts über Menschen, die im Blickfeld der Öffentlichkeit standen, oder die eine ganz besondere Geschichte zu erzählen hatten. 1986 schied Erika Falkson aus dem aktiven Redaktionsdienst aus, blieb der Siegener Zeitung und den Lesern aber als freie Mitarbeiterin für das Lokal- und Kulturressort verbunden.

Das Schreiben konnte sie nie ganz lassen: Sei es später in der „Schreibwerkstatt“ der VHS oder wenn sie über die Fahrten mit dem Richard-Wagner-Verband berichtete. Mit ihrem Tod verlieren die Redaktionskollegen eine liebenswerte und aufgeschlossene ehemalige Kollegin, und die Leser werden das Zeichen „efa“ in bester Erinnerung behalten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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