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Heiligster Feiertag von Sonntag auf Montag
Juden begehen „Jom Kippur“

Die Schofar beendet am Montagabend den heiligsten jüdischen Feiertag „Jom Kippur“. Im Vordergrund stehen an diesem Tag das Fasten und die Reflexion der eigenen Person und der Umwelt.
  • Die Schofar beendet am Montagabend den heiligsten jüdischen Feiertag „Jom Kippur“. Im Vordergrund stehen an diesem Tag das Fasten und die Reflexion der eigenen Person und der Umwelt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen. Feiern? „Das ist das falsche Wort“, stellt Allon Sander klar. Denn wenn am Sonntagabend die Sonne untergeht und auch im Siegerland für zahlreiche Juden „Jom Kippur“ ansteht, wählt der jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland lieber einen anderen Begriff. „Begehen trifft es eher“, erklärt Sander. Denn der für Juden heiligste, und mit knapp 26 Stunden auch längste Tag, hat einen ernsten Hintergrund. Essen und Trinken gibt es nicht, der Großteil wird mit Beten und Nachdenken verbracht. „Es ist die Gelegenheit eines jeden Juden, vom Alltag eine Pause zu machen. Es geht darum, sich Gedanken zu machen. Über sich, die Welt, die Umwelt und was man korrigieren könnte“, erläutert Sander. Auch neue Vorsätze würde man an diesem Tag treffen.

juka Siegen. Feiern? „Das ist das falsche Wort“, stellt Allon Sander klar. Denn wenn am Sonntagabend die Sonne untergeht und auch im Siegerland für zahlreiche Juden „Jom Kippur“ ansteht, wählt der jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland lieber einen anderen Begriff. „Begehen trifft es eher“, erklärt Sander. Denn der für Juden heiligste, und mit knapp 26 Stunden auch längste Tag, hat einen ernsten Hintergrund. Essen und Trinken gibt es nicht, der Großteil wird mit Beten und Nachdenken verbracht. „Es ist die Gelegenheit eines jeden Juden, vom Alltag eine Pause zu machen. Es geht darum, sich Gedanken zu machen. Über sich, die Welt, die Umwelt und was man korrigieren könnte“, erläutert Sander. Auch neue Vorsätze würde man an diesem Tag treffen. Somit gäbe es eine gewisse Vergleichbarkeit mit Silvester.
Für die knapp 28 000 Juden in Nordrhein-Westfalen wird der Feiertag allerdings in diesem Jahr etwas anders aussehen. Normalerweise wird der Tag in der Synagoge verbracht, viele Siegener zieht es dann nach Dortmund oder Köln, doch Corona-bedingt sind die Kapazitäten in diesem Jahr begrenzt. Größtenteils wird der Tag daher in den eigenen vier Wänden verbracht. So auch bei Allon Sander. „Für die Öffentlichkeit ist das nichts. Es wird überall individuell gestaltet.“

Gedenken an den Anschlag in Halle

Man müsse schon stark sein nicht nachzugeben, gibt der Vorsitzende zu. Auch Aktivitäten wie Fernsehen sind nicht erlaubt. Er verbringe daher den Tag größtenteils mit Lesen – und eben damit, sich Gedanken zu machen. Eine Rolle werden dabei auch traurige Themen spielen. Wie zum Beispiel der Anschlag in Halle (Saale) im vergangenen Jahr. Damals hatte ein Rechtsextremist an „Jom Kippur“ versucht, in die Synagoge im Paulusviertel einzudringen und einen Massenmord zu verüben. Nachdem ihm dies nicht gelungen war, tötete er auf seiner Flucht zwei Menschen. „Es passt zu diesem Tag, auch darüber nachzudenken“, so Sander.

"Jom Kippur" ein Tag der Ruhe und Reue

Geht die Sonne am Montagabend wieder unter und ertönt die Schofar, ein aus dem Horn eines Widders gefertigtes Instrument, ist „Jom Kippur“ beendet. „Wenn der Tag vorbei ist, fühlt man sich etwas erhaben und mit sich selbst und der Welt im Reinen“, erläutert Sander. Auch die Hoffnung auf eine bessere Zeit, würde, besonders aktuell, eine große Rolle spielen. Sander vergleicht den Tag dabei etwas mit einem Aufenthalt in einem Kloster. Nur, dass es bei den Juden ein festgeschriebener Termin ist.
Mädchen nehmen dabei ab 12 Jahren, Jungs ab 13 Jahren an dem „Versöhnungstag“ teil. Eine Pflicht, den gesamten Tag durchzustehen, gibt es allerdings nicht. „Man sollte sich bemühen, das ist wichtig“, stellt Sander klar. „Bei Kindern war das lange verpönt, aber sie dürfen es auch probieren.“ Doch egal in welcher Altersstufe: Ruhige und nachdenkliche Momente stehen am Sonntag und Montag im Vordergrund.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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